„Ich hatte das schon einige Male, aber noch nie in diesem Ausmaß", erzählt Langenwangs Bürgermeister Rudolf Hofbauer. Letzte Woche wurden sowohl in seinem Namen als auch in jenem der Brucker Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger betrügerische E-Mails verschickt, mit dem Ziel, den Empfängerinnen und Empfängern Geld aus der Tasche zu ziehen.

In beiden Fällen stammten die Nachrichten nicht aus einem Postfach, das Kaltenegger oder Hofbauer gehört. Letzterer erzählt: „Schon in der Früh haben mich ein paar Gemeinderäte darauf aufmerksam gemacht. Zur Mittagszeit hat mich dann die Polizei Langenwang angerufen, dort haben sich auch zwei Leute gemeldet.“

Wirre Forderung

Die E-Mails sind in Langenwang sowohl an derzeitige als auch an ehemalige Gemeinderäte und Funktionäre gegangen. Inhaltlich war die Forderung wirr: „Es hat geheißen, dass ich jemandem etwas spenden will und dafür Geld benötigen würde", erzählt Hofbauer.

Rudolf Hofbauer hatte in der Vergangenheit schon öfter mit Betrugsnachrichten zu tun
Rudolf Hofbauer hatte in der Vergangenheit schon öfter mit Betrugsnachrichten zu tun © KLZ / Moritz Prettenhofer

Er selbst habe allen geraten, nichts anzuklicken und die E-Mails zu löschen. „Da hat sich einer einen Spaß erlaubt, in der Hoffnung, dass jemand darauf reinfällt", summiert Hofbauer und ergänzt: „Mir ist aber nicht bekannt, dass jemand tatsächlich Geld überwiesen hat.“

„So würde ich nie schreiben“

Weniger glimpflich ging der Vorfall in Bruck aus, wo die betrügerischen E-Mails an den gesamten ÖVP-Stadtparteivorstand gingen. Weil die Bürgermeisterin in einem Termin sei, solle jemand für sie Apple-Gutschein-Karten im Wert von 400 Euro kaufen. Eine gängige Methode unter Internet-Betrügern, welche die schwer nachverfolgbaren Gutscheine oftmals weiterverkaufen.

„Leider Gottes ist sogar jemand drauf reingefallen, die Person war im Stress und ihr ist erst beim Kauf bewusst geworden, dass es wahrscheinlich nicht echt ist“, seufzt Kaltenegger. Im Zuge der Anzeige bei der Polizei konnte der Kauf aber offenbar glücklicherweise rückabgewickelt werden, erzählt die Bürgermeisterin, deren IT-Abteilung die Mails nach Russland rückverfolgt habe.

Die E-Mails konnte man nach Russland zurückverfolgen, berichtet Susanne Kaltenegger
Die E-Mails konnte man nach Russland zurückverfolgen, berichtet Susanne Kaltenegger © KLZ / Moritz Prettenhofer

Zwei ihrer Leute hätten sogar auf die E-Mails geantwortet und eine Nachricht mit Formulierungen im Dialekt retour erhalten. „So würde ich aber nicht schreiben“, betont Kaltenegger. Nachdem die gewünschten Gutscheine nicht eintrafen, hätte man auch eine weitere Forderung von den Betrügern erhalten.