20 Monate Bauzeit, Investitionen von 6,3 Millionen Euro hat der Aus- bzw. Umbau der Augenklinik am Universitätsklinikum Graz in Anspruch genommen. Anfang dieser Woche konnten die adaptierten Räumlichkeiten nun feierlich eröffnet werden. Für Klinikvorstand Andreas Wedrich ein Tag, der Erleichterungen mit sich bringt: „Aufgrund der demographischen Entwicklung der Bevölkerung nehmen auch die altersbedingten Augenerkrankungen wie Makuladegeneration, Katarakt, Glaukom und Liderkrankungen sowie lifestylebedingt die Augenerkrankungen infolge von Diabetes, Bluthochdruck oder Kurzsichtigkeit massiv zu. Durch die neuen Räume können wir nun die operativen Ressourcen erhöhen und bestehende Wartelisten sukzessive abbauen.“
Kernstück des Projekts sind die drei neuen Eingriffsräume im adaptierten Osttrakt der Klinik. „Einen davon können wir bei Bedarf auch als aseptischen OP nutzen, was mir ein besonderes Anliegen bereits in der Planung war. So können nun auch komplexere ambulante Eingriffe – etwa mit Implantaten – im ambulanten Setting durchgeführt werden“, erklärte Klinikvorstand Wedrich. Alle neuen Bereiche befinden sich im denkmalgeschützten Jugendstilbau im Trakt C der Klinik. Dieser wurde saniert und unterkellert, um auch mehr Platz für Haustechnik, Lager und Umkleiden zu schaffen. Im EG entstanden zudem ein Wartebereich, ein Vorbereitungsraum, eine Umbett- und Nachbeobachtungszone sowie ein Ver- und Entsorgungsraum.
Mehr Katarakt-Eingriffe möglich
Durch die direkte Anbindung der neuen Räume an bestehende diagnostische Bereiche der Klinik entstand ein eigenes IVOM-Zentrum. „IVOM steht für ,IntraVitreale operative Medikamenteneinbringung‘. Dabei werden Medikamente in den Glaskörperraum des Auges eingebracht, die dann in der angrenzenden Netzhaut ihre Wirkung entfalten können. So wird etwa die feuchte Makuladegeneration behandelt“, erklärt Wedrich. Derzeit zählen IVOM-Behandlungen zu den häufigsten an der Augenklinik. Allein im Jahre 2025 waren es 28.000 Eingriffe, Tendenz steigend.
Ein weiterer Vorteil der Erweiterung: Durch die Verlagerung von Eingriffen in den neuen Trakt werden im alten Kapazitäten frei, sodass künftig mit entsprechenden Ressourcen rund 3.000 Katarakt-OPs (Grauer Star) mehr pro Jahr durchgeführt werden können und die Warteliste für diese OP reduziert werden kann. „Mit den neuen Eingriffsräumen stärkt die KAGes die augenmedizinische Versorgung nachhaltig“, betont auch KAges-Vorstandsvorsitzender Gerhard Stark. Und Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl fügt hinzu: „Gerade in der Augenheilkunde ist die Nachfrage seit Jahren hoch. Umso wichtiger ist es, Kapazitäten auszubauen sowie die Abläufe für Patientinnen und das medizinische Personal weiter zu verbessern.“