Während die Morgensonne die Burgmauern beleuchtet und bereits erste Zuschauerinnen und Zuschauer entlang der Wege stehen, bereiten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konzentriert auf einen besonderen Turniertag vor. Denn geschossen wird dort, wo Besucher normalerweise keinen Zutritt haben – mitten durch das Gelände rund um die Riegersburg.

Schon früh herrscht reger Betrieb bei der Anmeldung zum 3D-Bogenturnier am Fuße der Riegersburg. Pfeile klirren, Bögen werden gespannt, letzte Handgriffe an der Ausrüstung erledigt. Manche Schützen tragen professionelle Sportbögen und exakt abgestimmte Pfeilköcher, andere leihen sich ihr Material direkt vor Ort aus. Bevor es losgeht, wird an einer kleinen Übungsstation noch einmal gezielt und ausprobiert. Dann setzen sich die Gruppen langsam in Bewegung – hinauf in Richtung Riegersburg.

Treffpunkt der Szene

Der Weg führt durch Waldstücke, vorbei an steilen Hängen und Weingärten mit Blick über das steirische Vulkanland. Genau diese Kulisse macht das Turnier so besonders. Organisiert hat die Veranstaltung der Verein „Naturbursch Riegersburg“ rund um Sabine und Grega Krevs. Bereits zum zweiten Mal lockt das 3D-Bogenturnier Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Österreich in die Südoststeiermark.

Insgesamt 130 Schützen gehen heuer an den Start. Viele davon sind Mitglieder von Bogensportvereinen wie dem BSV Thermenland, andere betreiben den Sport privat als Hobby. „Das Bogenschießen wird immer beliebter und viele Familien machen es zu ihrem Hobby“, erzählt Grega Krevs. Vor einigen Jahren wurde hier der erste 3D-Parkour aufgebaut, mittlerweile zählt die Veranstaltung zu den besonderen Treffpunkten der Szene.

Vor allem die Strecke sorgt für Begeisterung. „Einzigartig ist, dass die Route nur für heute aufgebaut wurde. Sie führt auf die Riegersburg und durch die Weingärten bis zum Ziel. Normalerweise findet ein Parkour im Wald statt“, erklärt Krevs.

Der zwei Meter hohe Dinosaurier war der Höhepunkt des Parkours
Der zwei Meter hohe Dinosaurier war der Höhepunkt des Parkours © KLZ / Dominik Oberwinkler

Zuschauer entlang des Weges

Geschossen wird an insgesamt 18 Stationen. Jede bietet zwei unterschiedliche Distanzen und jeweils zwei Schüsse auf detailgetreue 3D-Modelle. Neben heimischen Wildtieren wie Hirsch oder Dachs warten auch Fabelwesen und sogar ein riesiger Dinosaurier auf die Schützen. Gerade diese außergewöhnlichen Ziele sorgen entlang des Parkours immer wieder für überraschte Gesichter und Gelächter, da sie nur bei Hobbyturnieren erlaubt sind.

Die Bogenschützen sind in Vierer- oder Sechsergruppen unterwegs, manche absolvieren den Parcours alleine. Rund drei Stunden dauert die Strecke. Dabei wechseln sich Konzentration, Anspannung und entspannte Gespräche innerhalb der Gruppen ständig ab. Immer wieder bleiben Spaziergänger entlang des Touristenweges stehen, beobachten die Schützen und verfolgen gespannt die Treffer. Genau diese Nähe zu den Besuchern macht das Turnier zusätzlich reizvoll. „Es sind hier Zuschauer möglich, weil wir neben dem Touristenweg unterwegs sind“, erklärt Krevs, und fügt an: „Dadurch steigt die Spannung bei den Teilnehmern umso mehr.“

Den Abschluss bildet schließlich die Siegerehrung am Nachmittag in der Taverne auf der Riegersburg. Dort warten zahlreiche Sachpreise auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie auf den Tagessieger der Einzelwertung

In der Taverne sind die Teilnehmenden im Anschluss gemütlich zusammengesessen
In der Taverne sind die Teilnehmenden im Anschluss gemütlich zusammengesessen © KLZ / Dominik Oberwinkler