Das Jonglieren mit Millionen ist Michael Krön gewohnt – und scheint dabei nie die Ruhe oder seine freundliche Art zu verlieren. So auch beim Eurovision Song Contest, wo bei ihm als Executive Producer alle Fäden zusammenlaufen, dessen Gesamtkosten sich auf rund 56 Millionen Euro belaufen sollen – aufgeteilt auf den ORF, die Stadt Wien, die EBU als Dachverband der Eurovision, auf Sponsoren und Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Als Krön vor einem Jahr die Funktion des ESC-Chefs 2026 angeboten wurde, spürte er „eine Mischung aus gebauchpinselt und aufgeregt sein. Dabei konnte ich mir damals noch gar nicht vorstellen, was diese Aufgabe alles mit sich bringt“, schmunzelt der Wiener.
Beim letzten Song Contest in Wien (2015) war er nicht involviert gewesen, denn „damals war ich noch in der Programmentwicklung für die Information tätig – und habe ich mir immer wieder gedacht: Was machen meine Kolleginnen und Kollegen da für ein Getöse um Eurovision? Das ist doch auch nur Fernsehen. Jetzt weiß ich es besser und bin vom Scheitel bis zur Sohle infiziert“, wie der vierfache Vater gesteht.
Und konkretisiert: „Ich bin durch und durch Fan geworden, weil ich wieder einmal gesehen und erlebt habe, wie die unterschiedlichsten Menschen sich einer Idee bzw. einer Sache widmen können. Musik, Lachen und Liebe verbreiten zu wollen, kann niemals falsch sein.
Wie umschreibt er denn die Gesamtleitung ? „Als Executive Producer schaue ich drauf, dass die Menschen, die in unserem ESC-Team zusammenarbeiten, so gut und friktionsfrei wie möglich ihren Job machen können. Ich biete die strategische Ausrichtung, den breiten Rücken und übernehme für die unangenehmen Dinge die Verantwortung.“
Als Roland Weißmann ins Amt des Generaldirektors gewählt wurde, übergab er Ende 2021 seinen bisherigen Job an Krön – den des „Chefproducer Fernsehen“. Den Krön auch während der ESC-Phase innehat und nach dem 16. Mai ausfüllen wird. Er ist verantwortlich für die Planung und finanzielle Abwicklung von TV-Produktionen. Dieses Fernsehbudget, das er verwaltet, umfasst rund 390 Millionen Euro im laufenden Jahr – das ist gut ein Drittel des gesamten ORF-Budgets
Für den ORF arbeitet Krön, Jahrgang 1972, seit 2000, wo er zunächst als begeisterter Rennradler für den Sport tätig war. Ab 2012 leitete Krön Programmentwicklung und Qualitätsmanagement der Bereiche Information, Dokumentation, Sport und Kultur, ehe er 2018 die Verantwortung für die Finanzen der ORF-Programmdirektion übernahm. Und dann eben zum Chefproducer Fernsehen erkoren wurde. Wohin gehen aber seine zwölf Punkte? „Ich bin ein Fan des Schweizer Beitrags“, gesteht er. Musikalisch steht er also mehr aufs Rockige.