Ein zentraler Partner in diesem Bereich ist das Arbeitsmarktservice Kärnten (AMS), das gemeinsam mit der Plattform EqualiZ gezielt Frauen in technischen Berufen unterstützt. Die Zusammenarbeit besteht seit der Gründung von EqualiZ vor über 30 Jahren und wurde seither kontinuierlich weiterentwickelt, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Zielgruppen gerecht zu werden. Frauen in technischen Berufen zu stärken bedeutet nicht nur, individuelle Chancen zu verbessern, sondern auch wirtschaftliches Potenzial zu heben. Studien zeigen, dass divers zusammengesetzte Teams innovativer sind, ausgewogenere Entscheidungen treffen und langfristig erfolgreicher wirtschaften.

Individuelle Begleitung

Das Angebot von EqualiZ setzt früh an und begleitet Mädchen und junge Frauen entlang ihres gesamten Berufsorientierungsprozesses. Während einige bereits konkrete Vorstellungen mitbringen und gezielte Unterstützung bei Bewerbungen benötigen, stehen andere noch am Anfang. Für sie bietet EqualiZ praxisnahe Möglichkeiten, etwa in hauseigenen Werkstätten oder im Rahmen von Praktika in Unternehmen. So können Interessen getestet und persönliche Stärken entdeckt werden. Ein multiprofessionelles Team begleitet diesen Prozess mit Erfahrung und Engagement – von der ersten Orientierung bis hin zum Einstieg in den Arbeitsmarkt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Berufen mit geringem Frauenanteil. Hier setzt auch das FiT-Programm des AMS Kärnten (siehe Artikel rechts) an, das gezielt Qualifizierungen und Perspektiven in Zukunftsbranchen eröffnet. Die Erhöhung des Frauenanteils in technischen Berufen ist längst mehr als eine Frage der Gleichstellung. Sie gilt als entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen und Institutionen. Genau hier setzt EqualiZ mit seinen Projekten an: Talente sichtbar machen, strukturelle Hürden abbauen und ein Umfeld schaffen, das Chancengleichheit fördert. Dazu gehören auch Themen wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, transparente Kommunikation sowie eine wertschätzende Unternehmenskultur. Faktoren, die nicht nur im Arbeitsalltag entscheidend sind, sondern auch gesellschaftlich eine wichtige Rolle spielen.

Schlüssel zum Erfolg

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von EqualiZ ist die enge Kooperation mit Unternehmen und Institutionen. Ziel ist es, praxisnahe Einblicke zu ermöglichen und gleichzeitig Betriebe dabei zu unterstützen, mehr Frauen für technische Berufe zu gewinnen.Neben der direkten Arbeit mit Teilnehmerinnen bringt EqualiZ auch seine Expertise in Beratungsprozesse ein und ist in ganz Kärnten aktiv. Dabei wird ein geschlechterreflexiver Ansatz verfolgt, der individuelle Potenziale in den Mittelpunkt stellt und gezielt fördert. Es bleibt weiterhin viel zu tun, gleichzeitig zeigen die bisherigen Entwicklungen, dass gezielte Unterstützung, langfristige Kooperationen und praxisnahe Angebote einen entscheidenden Beitrag leisten können.

AMS-Berufsinfomat

Ein ergänzendes Angebot des AMS ist der sogenannte Berufsinfomat – ein KI-gestütztes Informationstool, das Fragen rund um Berufe sowie Aus- und Weiterbildung beantwortet. Wer wissen möchte, welche technischen Berufe künftig besonders gefragt sind oder welche Qualifikationen dafür benötigt werden, kann hier niederschwellig und individuell recherchieren. Gerade für Mädchen und Frauen, die sich erstmals mit technischen Berufsbildern auseinandersetzen, kann der Berufsinfomat ein hilfreicher Einstieg sein und neue Perspektiven auf sogenannte Zukunftsjobs eröffnen.

Infos: equaliz.at, ams.at

Kompetenz kennt kein Geschlecht

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Auch wenn die Konjunktur schwächelt: Fachkräfte sind immer gefragt. Das AMS Kärnten macht Frauen fit für handwerklich-technische Berufe und Green Jobs.

Sie sägen, vermessen, schleifen, programmieren… doch noch viel zu selten. Frauen sind in vielen handwerklich-technischen Berufen nach wie vor unterrepräsentiert. Strukturelle Hürden, Klischees und hartnäckige Rollenbilder bremsen weiterhin das Potenzial vieler Mädchen und Frauen. Dabei sind Fachkräfte in diesen Branchen dringend gefragt – und gut bezahlt. Um Frauen beim Einstieg in nicht-traditionelle Berufe zu unterstützen und die Gleichstellung am Arbeitsmarkt voranzutreiben, setzt das Arbeitsmarktservice (AMS) Kärnten auf „FiT – Frauen in Handwerk und Technik“. Das Qualifizierungsprogramm zielt darauf ab, das Berufsspektrum arbeitsuchender Frauen zu erweitern und Rollenklischees aufzubrechen. Es ermutigt und fördert sie, eine Ausbildung in handwerklich-technischen Berufen oder Green Jobs zu absolvieren. Hier bieten sich nämlich gute Chancen am Arbeitsmarkt, bessere Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten. Mehr als 200 verschiedene Ausbildungen können via FiT gefördert werden. Das Programm steht grundsätzlich allen Frauen offen, die beim AMS arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet sind; unabhängig von Vorbildung und Qualifikationsniveau. Doch auch die Wirtschaft profitiert, denn FiT-Absolventinnen stellen ein Potenzial an top-qualifizierten Fachkräften dar; sind etwa auch für die Digitalisierung gewappnet, die mittlerweile alle Jobs betriff.

Infos: ams.at/fit

„Durchhaltevermögen zahlt sich immer aus“

Marie Aufegger, tätig in der Karosseriebautechnik
Marie Aufegger, tätig in der Karosseriebautechnik © KK/Privat

Was war für Sie am Jobmarkt am schwierigsten?

Marie Aufegger: Es war schwierig, als Frau in einer männerdominierten Branche Fuß zu fassen. Viele Firmen haben nicht die passenden räumlichen Voraussetzungen oder stellen grundsätzlich keine Frauen ein. Dadurch waren die Möglichkeiten stark eingeschränkt.

Wie konnte Ihnen EqualiZ dabei konkret helfen?

Man hat mich vor allem bei meinen Bewerbungsunterlagen unterstützt. Durch ihre Erfahrung konnten sie gezielt Unternehmen finden, die weibliche Lehrlinge ausbilden. Außerdem haben sie Gespräche mit Betrieben geführt, auch im Hinblick auf mögliche Förderungen für mich. Heute bin ich in der Branche der Karosseriebautechnik tätig.

Welchen Rat würden Sie anderen Frauen geben?

Nicht aufgeben, wenn man ein klares Ziel vor Augen hat. Manchmal muss man auch Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, wie etwa einen längeren Arbeitsweg. Mit Durchhaltevermögen und etwas Unterstützung kann man das erreichen, was man wirklich will.