Die Sonderausstellung erinnert an die Rettung von rund 10.000, überwiegend jüdischen Kindern im Alter von wenigen Monaten bis 17 Jahren. Von Dezember 1938 bis August 1939 wurden sie durch Hilfsorganisationen aus Österreich, Deutschland und der Tschechoslowakei vor der Verfolgung durch das NS-Regime in Sicherheit gebracht. Großbritannien nahm sie auf – oft ohne ihre Familien.
Im Zentrum der Ausstellung stehen fotografische Arbeiten der Kuratorinnen Rosie Potter und Patricia Ayre. Sie zeigen jene Gegenstände, die die Kinder auf ihre Reise mitnehmen konnten – persönliche Dinge, verpackt in Koffern, die mehr als nur Gepäck waren.

Jede Fotografie dokumentiert einen Originalkoffer, getragen von einem Kind, das sich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft machen musste. Die Inhalte erzählen von Herkunft, Religion und familiären Prägungen – und geben Einblick in individuelle Lebensgeschichten, die von Verlust, aber auch von Hoffnung geprägt sind.

Besonders eindrucksvoll sind die Stimmen der Überlebenden selbst: Kurze, persönliche Zitate in heutiger Handschrift lassen ihre Erinnerungen lebendig werden. Sie stammen aus Gesprächen mit den Kuratorinnen und vermitteln bewegende Einblicke in Flucht, Trennung und das Weiterleben in einer neuen Umgebung.

Nach dem Krieg blieben viele der Kinder bei ihren Pflegefamilien in Großbritannien. Zahlreiche von ihnen waren zu diesem Zeitpunkt bereits verwaist – ihre Familien fielen dem Holocaust zum Opfer.

Die Ausstellung gilt in ihrer Form als weltweit einzigartig. Nach internationalen Stationen in Wien, Berlin, London, Ottawa, Pittsburgh und Washington D.C. ist sie nun in Klagenfurt zu sehen.