Eine pulsierende Kulturwoche zwischen Song Contest-Vorfreude und Festwochen-Jubiläum steht bevor: Das RSO bringt 70 Jahre ESC zum Klingen, das MAK widmet sich den Festwochen-Plakaten. Aber auch sonst tut sich einiges im Land, vor allem in Linz, wo das Lentos Max Pechstein zeigt, das Landestheater sein Saisonprogramm präsentiert und das Lehár Festival einen Ausblick auf den Sommer gibt. Und am Sonntag feiert Janáčeks „Katja Kabanowa“ im Musiktheater am Volksgarten Premiere.

ESC

Was haben Thomas Forstner, Waterloo & Robinson und Tom Neuwirth gemeinsam? Sie alle traten im Laufe der Jahrzehnte für Österreich beim Eurovision Song Contest an. Auch Vorjahressieger JJ und der diesjährige Kandidat Cosmó sind dabei, wenn Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Dienstag in die Präsidentschaftskanzlei lädt, um die heimische Riege der ESC-Teilnehmer persönlich in der Hofburg zu begrüßen. Dass der Song Contest nicht auf die große Bühne in der Stadthalle beschränkt ist, ist hinlänglich bekannt. Auch zahlreiche Kulturinstitutionen beteiligen sich rege am Begleitprogramm. Details dazu verraten Kulturminister und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), die interimistische ORF-Generalintendantin Ingrid Thurnher und NHM-Generaldirektorin Karin Vohland am Mittwoch im Naturhistorischen Museum. Bühne frei für „70 Jahre Song Contest“ heißt es am Freitag bei einem ausverkauften Konzert im ORF RadioKulturhaus, wenn das RSO unter der Leitung von Christian Kolonovits zu einer „klangvoll-schillernden musikalischen Reise durch die bewegende wie bewegte Geschichte des Eurovision Song Contest“ lädt. Mit dabei sind u.a. ESC-Größen wie Johnny Logan, Nicole und Nino de Angelo.

ORF

Die nächste Etappe in den Turbulenzen des ORF wird am Donnerstag geschrieben, wenn der Stiftungsrat der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt wieder zusammentritt. Es geht um die Besetzung der derzeit von Ingrid Thurnher interimistisch wahrgenommenen Generaldirektion bis Jahresende - und wohl auch um die jüngste Stellungnahme des ORF-Redaktionsausschusses, der vier Mitgliedern des 35-köpfigen Gremiums in einer Resolution das Misstrauen ausgesprochen hatte.

AZW

Wer am 1. Jänner 2027 auf AzW-Direktorin Angelika Fitz folgt, enthüllt Hannes Swoboda, Präsident des Vorstandes des Architekturzentrums Wien, am Mittwoch. Fitz hatte bereits im Vorfeld bekannt gegeben, ihren Vertrag nach zehn Jahren an der Spitze der Institution mit Ende des Jahres aus gesundheitlichen Gründen auslaufen zu lassen. Insgesamt gab es für die Position 45 Bewerbungen (darunter einige Duos), darunter 31 Frauen und 18 Männer, jeweils etwa die Hälfte aus Österreich und dem Ausland. Eines steht jedoch bereits fest: Die neue Leitung findet eine finanziell angespannte Situation vor, ist das Haus doch aufgrund der Inflation seit 2020 unterdotiert, wie die kaufmännische Geschäftsführerin Karin Lux bei der letzten Pressekonferenz ausführte.

OWA

Das Otto Wagner Areal (OWA) am Steinhof erwacht in dieser Woche gleich doppelt zum Leben: Am Dienstag eröffnet im frisch renovierten Jugendstiltheater das Wienerliedfestival „wean hean“ mit dem Konzert „OWA jetzt“ mit Die Goas, Holzer-Stippichs-Kovavic und wean schbüün. Im Rahmen der Eröffnung mit Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) wird der langjährige Vorsitzende des Wiener Volksliedwerks und Mitinitiator des Festivals, Herbert Zotti, geehrt und sein designierter Nachfolger, Helmut T. Stippich, vorgestellt. Während das Festival bereits 2024 auf dem Areal zu Gast war, gastiert Jacqueline Kornmüller mit „Ganymed Areal“ am Samstag erstmals mit ihrem Erfolgsprojekt auf dem OWA. Auf dem Programm stehen „neue Formen und neue Geschichten, die sich an der Schnittstelle von Kunst und Psyche ergeben“. Mit dabei sind Texte von u.a. Monika Helfer, Milena Michiko Flasar, Clemens Setz und Franz Schuh sowie Kompositionen von u.a. Johanna Doderer, Andras Dés und Die Strottern.

OeNB

„Premiere!“ heißt es für die Kunstsammlung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in der neuen Ausstellung im Leopold Museum, dessen Gründung die OeNB 1994 mit einem entscheidenden finanziellen Beitrag ermöglichte. Die am Donnerstag eröffnende Schau würdigt diese langjährige Verbindung der beiden Institutionen. Die Sammlung umfasst Werke der österreichischen Malerei und Skulptur von 1918 bis heute, wobei man einen Schwerpunkt auf Kunst der Zwischenkriegszeit sowie auf Arbeiten im Bereich der geometrischen und gestischen Abstraktion nach 1945 legt. Die gezeigten Arbeiten reichen von Max Oppenheimer bis Maria Lassnig und von Franz Sedlacek bis Martha Jungwirth.