Es gibt sehr gute Alternativen zur Muttermilch, darüber sind sich Experten einig, dennoch bleibt das Stillen die beste Ernährungsform für Säuglinge. Und ganz nach dem Motto "Aller Anfang ist schwer" ist Stillen nicht für jede Mama das Einfachste.
Vom "einfachen" Spannen in der Brust über Andock-Schwierigkeiten oder entzündete Brustwarzen, allzu oft lässt das ersehnte Glücksgefühl beim Stillen länger auf sich warten. Wir zählen fünf Probleme - und Lösungsvorschläge - auf. Wenn Sie tiefer in das komplexe Thema "Mutterschaft" eintauchen wollen, empfehlen wir den Gesundheitstalk der Kleinen Zeitung.
Wunde und schmerzende Brustwarzen
Zwischen acht und zwölf Mal werden Babys pro Tag gestillt. Somit sind Mamas die eine oder andere Stunde mit dem Stillen ihres Säuglings beschäftigt. Wunde Brustwarzen haben hier fast immer mit einer falschen Anlegetechnik zu tun: Achten Sie deshalb auf eine für Sie günstige und bequeme Position, wenn Sie Ihr Baby anlegen. Probieren Sie immer wieder verschiedene Positionen aus, denn vielleicht passt die eine Stillposition zwar zuhause, aber nicht beim Besuch bei Freunden oder im Park. Salben halten Haut und Brustwarzen geschmeidig. Dadurch können Risse und kleine Wunden verhindert werden. Zudem sollten Sie viel Luft an Ihre Brust lassen. Der Expertentipp: Lassen Sie Muttermilch auf den Brustwarzen trocknen.
Milchstau
Ein Milchstau bedeutet, dass ein oder mehrere Milchgänge an einer Stelle der Brust schlecht oder nicht entleert werden können. Der Grund dafür kann ein konstanter Druck auf diese Stelle sein, z. B. durch einen zu kleinen oder schlecht sitzenden BH oder durch eine Baby-Tragehilfe, die schlecht eingestellt ist und die Brust an einer bestimmten Stelle stark einengt.
Die Mutterbrust ist bei einem Milchstau an einer Stelle sehr druckempfindlich. Daher ist es empfehlenswert, dass Sie als Mama, speziell während der ersten zwei bis drei Monate Ihre Brüste nach jeder Stillmahlzeit kurz abtasten. So können sie harte, nicht entleerte Stellen schnell entdecken.
Machen Sie sich warme Umschläge auf der Brust und streichen Sie dann mit der Hand die Milch von allen Richtungen aus. Das kann mitunter eine Weile dauern. Wenn Sie nur mit Ausstreichen nicht weit kommen, können Sie auch eine Milchpumpe verwenden. Für beides gilt: Sie sollten aufhören, wenn die Schmerzen zu groß sind. Hören Sie auch auf, sobald der Milchfluss einsetzt und Sie Linderung verspüren. Nach dem Ausstreichen oder Abpumpen kann Kälte dafür sorgen, dass Schmerzen und Schwellungen abklingen. Hier können auch Hausmittel wie Topfenwickel helfen. Wenn die Schmerzen weg sind, kann es trotzdem noch sein, dass Sie Schüttelfrost bekommen. Legen Sie sich ins warme Bett und schlafen ein bisschen.
Brustentzündung (Mastitis)
Ja auch das kann Jungmamas passieren: Eine Brustentzündung. Bei einer infektionsbedingten Mastitis können über die Milchporen der Brustwarze Bakterien in die Brust gelangen, die sie sich in der gestauten, körperwarmen Milch rasch vermehren und eine Entzündungsreaktion hervorrufen. Die Beschwerden sind ähnlich wie beim Milchstau, aber es können hohes Fieber, rote harte Stellen, starke Schmerzen und Grippegefühl dazukommen. Bei diesen Symptomen sollten Sie sich unbedingt vom Arzt untersuchen lassen. Dabei sollten Sie wissen: Auch mit einer Brustentzündung muss man nicht zwangsläufig abstillen. Sie können sich mit homöopathischen Medikamenten behandeln lassen und Ihrer Brust viel Wärme gönnen - durch Duschen, Rotlicht oder Wickel - , damit die Milch besser fließen kann. In manchen Fällen helfen nur Antibiotika - dann sollten Sie allerdings mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie eine Stillpause einlegen müssen.
Schmerzmittel während der Geburt
Auch Medikamente, die Sie als Mama noch während der Geburt bekommen haben, können das Stillen später beeinflussen. Schon länger ist beispielsweise bekannt, dass der intrapartale (während der Geburt) Einsatz bestimmter Schmerzmittel zu einem verringerten Such- und Saugverhalten beim Neugeborenen führen kann.
Nicht zuletzt geht ein Teil des verabreichten Medikaments während der Geburt auch in den Blutkreislauf des Fötus über. Dies kann sich negativ auf die natürlichen Reflexe des Neugeborenen auswirken, die dafür sorgen, dass das Kind eigenständig zur Brust findet. Stillprobleme, die durch Medikation der Mutter auftauchen können sind etwa: weniger Ruhezeiten des Babys auf der Brust der Mutter, die Brust wird schlechter gefunden, die Babies saugen ineffektiver oder zeigen mitunter weniger klare Hungerzeichen.
Außerdem: Am Anfang ist Geduld gefragt!
Der weibliche Körper ist durch das Hormonsystem bestens auf das Stillen vorbereitet. Doch schon Aufregung und Unsicherheit können dafür sorgen, dass es bei einigen Müttern nicht auf Anhieb mit dem Stillen klappt. Es gibt Rat und Hilfe: Meist braucht es nur etwas Geduld und Unterstützung durch Ihre Hebamme oder Stillberaterin, um das Stillen zur angenehmen Routine werden zu lassen. Selbstverständlich erhalten Sie auch bei Ihrer Apotheke und beim Hausarzt wertvolle Unterstützung.
Entstanden in Kooperation mit der Ärztekammer und Apothekerkammer