Vor allem Frauen sind häufiger von Harnwegsinfektionen betroffen. Ihre Harnröhre ist kürzer und liegt näher am Darmausgang, was es bestimmten Bakterien wie etwa E. coli erleichtert, in die Harnwege zu gelangen. In der warmen Jahreszeit kommen weitere Faktoren hinzu, nasse Badesachen, das Sitzen auf kühlen Untergründen oder veränderte Hygienebedingungen auf Reisen können das Risiko zusätzlich erhöhen. Mit ein paar gezielten Maßnahmen lässt sich jedoch das Infektionsrisiko senken:
1. Nasse Badesachen sofort wechseln
Was nach dem Schwimmen erfrischend wirkt, kann der Blase schnell Probleme bereiten. Der Grund: Nässe in Kombination mit Kälte schwächt lokal die Durchblutung, besonders im Unterleib. Das wiederum beeinträchtigt die Abwehrmechanismen der Schleimhäute, also genau dort, wo Keime zuerst angreifen. Bakterien fühlen sich in einer feucht-warmen Umgebung besonders wohl und können sich dort leichter vermehren. Bleibt die nasse Badekleidung zu lange am Körper, entsteht also ein idealer Nährboden für Infektionen. Ein schneller Wechsel in trockene Kleidung hilft dabei, die natürlichen Schutzbarrieren der Harnwege zu erhalten.
2. Ausreichend trinken
Gerade nach dem Baden, bei großer Hitze oder auf langen Reisen, etwa im Flugzeug oder Auto, verliert der Körper mehr Flüssigkeit als gewöhnlich. Regelmäßiges Trinken trägt wesentlich zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten bei. Ideal sind 1,5 bis 2 Liter täglich. So erhöht sich die Harnmenge und bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: potenzielle Erreger in den Harnwegen werden schneller ausgespült, bevor sie sich an den Schleimhäuten anhaften und eine Infektion auslösen können.
3. Harndrang nie unterdrücken
Das Zurückhalten wird im Alltag häufig zur Gewohnheit, zum Beispiel wenn gerade keine passende Gelegenheit für einen Toilettenbesuch besteht. Auf Reisen, beim Sightseeing oder unterwegs im Auto ist das keine Seltenheit. Doch genau dieses Verhalten kann problematisch sein. Wer den natürlichen Harndrang ignoriert, riskiert, dass sich Bakterien in der Blase vermehren. Darüber hinaus kann dauerhaftes Unterdrücken des Harndrangs die Blasenmuskulatur und das Zusammenspiel zwischen Blase und Nervensystem negativ beeinflussen. Wird der Entleerungsreiz über längere Zeit ignoriert, kann es zu einer sogenannten „Überlaufblase“ kommen, einer unvollständigen Entleerung, bei der immer Restharn in der Blase verbleibt. Auch dieser bietet Bakterien ein ideales Milieu.
4. Sinnvolle Intimhygiene
Unterwegs, bei hohen Temperaturen oder an fremden Orten, ist die Versuchung groß, „mehr“ für die Hygiene tun zu wollen, mit Intimsprays, feuchten Tüchern oder häufigem Waschen. Doch genau das kann kontraproduktiv wirken. Der Intimbereich besitzt ein fein abgestimmtes Gleichgewicht aus nützlichen Milchsäurebakterien, die vor schädlichen Keimen schützen. Wird dieses Milieu durch aggressive Reinigungsmittel, übertriebene Pflege oder stark parfümierte Produkte gestört, steigt das Risiko für Reizungen und Infektionen. Lauwarmes Wasser oder milde, pH-neutrale Waschlotionen sind meist völlig ausreichend. An heißen Tagen oder nach Strandbesuchen kann atmungsaktive Baumwollunterwäsche helfen, Feuchtigkeit zu reduzieren und ein gesundes Hautklima zu bewahren. Wer unterwegs auf Hygieneprodukte zurückgreifen möchte, sollte auf alkoholfreie, unparfümierte Varianten mit hautfreundlichem pH-Wert achten, die speziell für den Intimbereich entwickelt sind.
5. Immunsystem & Schleimhäute stärken
Klimaanlagen, Jetlag, veränderte Ernährung oder lange Tage am Strand können das Immunsystem fordern. Um den Körper bestmöglich zu unterstützen, helfen eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf. Auch Vitamine wie C, D3 und B3 spielen eine zentrale Rolle. Sie tragen zur normalen Funktion des Immunsystems bei und helfen die Schleimhäute, auch jene in den Harnwegen, gesund zu erhalten.
Wer vorbeugt, bleibt gelassener und genießt den Urlaub, ohne sich um Blasenbeschwerden Gedanken machen zu müssen, damit Sonne und Strand und Meer in guter Erinnerung bleiben.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.