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GPA-djp12-Stunden-Tag hat All-In-Problematik verschärft

Einer Analyse der GPA-djp zufolge kommt es bei All-in-Verträgen immer häufiger vor, dass nicht die tatsächlich geleistete Arbeit entlohnt wird.

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Symbolbild © Wellnhofer Designs - stock.adobe
 

All-in-Verträge werden in der Arbeitswelt immer häufiger. Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) warnt nun eindringlich, dass Betroffene unbedingt die Deckung der tatsächlich geleisteten Arbeit durch das All-in-Gehalt überprüfen sollten. Denn in vielen Fällen werde die Arbeitsleistung nicht korrekt bezahlt, so GPA-Chefin Barbara Teiber am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die Problematik durch All-in-Verträge habe sich durch das "Arbeitszeitverlängerungsgesetz", das seit 1. September 2018 neue Höchstgrenzen für die Arbeitszeit eingeführt hat, noch verschärft, schilderte Teiber. Die laut Gesetz vorgegebene Freiwilligkeit ab der 11. täglichen Arbeitsstunde sei nämlich im Arbeitsleben nicht vorhanden, da Arbeitnehmer fürchteten, ihren Job zu riskieren, wenn sie die Wünsche der Arbeitgeber nach Mehrarbeit ablehnen würden. Außerdem werde durch die neue Arbeitszeitregelung mehr Arbeit für dasselbe Entgelt notwendig, die Arbeit werde also schlechter bezahlt, erläuterte die Spitzengewerkschafterin.

78.000 Fälle analysiert

Die GPA stützt sich bei ihrer Kritik auf die Auswertung ihres All-in-Rechners - www.allinrechner.at - wobei rund 78.000 Fälle analysiert wurden. Demnach wurde bei 44 Prozent eine Unterbezahlung der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden durch das All-in-Gehalt festgestellt. Der Rechner berücksichtige 18 verschiedene Kollektivverträge, auch Vordienstzeiten und Position im Unternehmen werden registriert. Jeder könne den Rechner nutzen, um einen Richtwert zu erhalten, ob sein All-in-Gehalt auch der tatsächlich geleisteten Arbeit entspreche, oder ob eine Unterbezahlung vorliege - auch Nichtgewerkschaftsmitglieder. Firmeninterne Regelungen werden nicht berücksichtigt, Gewerkschaftsmitglieder können sich direkt an die GPA zur Überprüfung wenden.

Weitere Ergebnisse der Auswertung: Das Gehalt von Frauen mit All-in-Verträgen liegt um 14,5 Prozent unter jenem der Männer, obwohl ihre Arbeitszeit nur 0,5 Prozent geringer ist. Das durchschnittliche Monatsgehalt der Beschäftigten mit All-in-Verträgen liegt bei 3.964 Euro brutto, die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei 44,1 Stunden. Die meisten Beschäftigten, die den All-in-Rechner der Gewerkschaft nutzten, sind in den Branchen Metallindustrie, IT und Handel tätig.

540.000 Betroffene

Genaue und aktuelle Zahlen über die All-in-Verträge gebe es nicht, aber laut einer Schätzung der Statistik Austria aus dem Jahr 2015 sind rund 540.000 Beschäftigte betroffen. Aus den Beratungen und von Betriebsräten wisse man, dass viele Unternehmen All-in-Verträge nicht mehr nur für Führungskräfte, sondern für die Mehrheit der Beschäftigten haben wollen, so die Leiterin der GPA-djp-Rechtsabteilung, Andrea Komar. Durch All-in-Verträge werden mit einem Pauschalgehalt konkrete Ansprüche, meist die geleisteten Mehr- und Überstunden, abgegolten. Der Arbeitgeber muss eine jährliche Deckungsprüfung machen, wurden mehr als die pauschal abgegoltenen Überstunden geleistet, ist die Differenz dem Arbeitnehmer nachzuzahlen.

Grundsätzlich lehne die Gewerkschaft All-in nicht ab, denn für einige Beschäftigte seien die Verträge durchaus lukrativ. Aber es dürfe nicht zum "Massenphänomen" werden, warnt Teiber. Ihre Forderungen: All-in-Verträge sollten nur noch für Führungskräfte ab 5.000 Euro Bruttogehalt zum Einsatz kommen. Der Arbeitgeber solle verpflichtet werden, dem Arbeitnehmer jährlich eine Deckungsprüfung vorzulegen, damit eine allfällige Unterbezahlung ausgeglichen werden könne. Jeder Arbeitnehmer mit All-in solle auf eigenen Wunsch in einen Vertrag mit Einzelberechnung umsteigen können. Insgesamt brauche es eine bessere Datenerfassung für All-in-Verträge.

Wirtschaftskammer verteidigt All-in-Verträge

In einer Reaktion auf die Kritik der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) hat die Wirtschaftskammer (WKÖ) die All-in-Verträge verteidigt. Diese seien besser als ihr Ruf, denn sie brächten für beide Seiten Vorteile und seien transparent, sagt Rolf Gleißner, stellvertretender Leiter der Sozialpolitik in der WKÖ am Mittwoch zur APA.

Der Arbeitnehmer erhalte einen fixen und somit vorhersehbaren höheren Betrag, egal ob er in einem Monat Überstunden mache oder nicht. Diese Überzahlung gelte auch bei Sonderzahlungen, Entgeltfortzahlungen sowie als Berechnungsgrundlage für die Pensionsversicherung.

Für den Arbeitgeber vereinfachen All-In-Verträge den Verwaltungsaufwand, vor allem in der Lohnverrechnung. Statt jeden Monat die angefallenen Mehr- und Überstunden samt Zuschlägen zu berechnen, müssen Arbeitgeber diese nun nur noch einmal pro Jahr abrechnen, so Gleißner.

All-In-Vereinbarungen seien auch transparent, denn seit 1.1.2016 sei der Grundlohn, also der Lohn für die Normalarbeitszeit, extra auszuweisen.

 

Kommentare (18)

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SoundofThunder
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Die All-in Verträge sind Knebelverträge

Solche Verträge haben eigentlich Manager die sehr viel verdienen. Denen ist es wurscht ob jede Stunde bezahlt wird wenn er 10000€ im Monat verdient. Der kleine Arbeiter der auf jeden Cent angewiesen ist wird über den Tisch gezogen. Dank der Türkis-Blauen IV-Regierung. Jeder Arbeiter der die wählt kann nicht alle beisammen haben.

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Sam125
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SoundofThunter, die A-in Verträge, waren schon vor der 12 Stunden Regelung der

abgewählt en Regierung, reine ausbeuter Verträge!! Eine Bekannte von uns arbeitete in einer bekannten Grazer Bäckerei und hatten einen guten Vertrag ausgehandelt, nach einer längerern lebensbedrohenden Erkrankung, in der sie zwischenzeitlich, wenn es nur irgendwie ging, selbstverständlich auch arbeitete, kam eines Tages ihr Chef zu ihr und verlangte, dass sie einen neuen All -in Vertrag akzeptiert, bei dem sie am Ende des Monats für mehr Arbeitsstunden, auch noch weniger
verdient hätte!! Sie nahm natürlich nicht an, und wurde bei der erstbesten Gelegenheit gekündigt!! Nun arbeiten Rumäninnen oder Slovakinnen oder andere Frauen aus dem Osten in den Geschäften dieser renommierten Bäckerei! Jeder ist in der heutigen Zeit nur mehr sich selbst der nächste und diese All inklusive Verträge müssten für normale Arbeiter und Angestellte sowieso verboten werden, denn gerade diese Knebelverträge sind reine Ausbeuterverträge!

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altbayer
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Arbeiter

Gerade der Handwerker wählt blau, weil er Angst hat, dass er noch mehr Steuer zahlen muss, um die Allgemeinheit zu finanzieren.

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DukeNude
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Welche Steuer meinst du?

Die Lohnsteuer wohl nicht

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Balrog206
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Lies

Unten die 2 Kommentare von wirklich Betroffenen und geben nicht Ögb Werbe Überschriften von sich !

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SoundofThunder
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Lies den Artikel .

Und was haben Sie früher immer geschrieben? Das sind nur Einzelfälle? Typisch WK Schreiberling.

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SoundofThunder
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Tja,wo sind denn unsere Blürkisen?

Und inzwischen wird fast in jeder dritten Firma der 12h Tag angewandt. Vergesst nicht wem ihr das zu verdanken habt. Euren KurzIV und Strache!!

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altbayer
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Ahnungslose

Die meisten Schreiber haben keine Ahnung von diesen Verträgen.
Ich bin seit 30 Jahren mit diesen Verträgen beschäftigt - damals gab es noch Rot in Österreich, und Keiner hat sich aufgeregt.
Die Arbeitsteit ist für mich seit damals geblieben.
Es gibt schon Firmen, die das ausnutzen.
Eine z.B. ist die Firma des grossen Neos Spender. Ich habe deshalb vor Jahren dessen Firma verlassen und wollte mit Hilfe der AK meine Überstunden einklagen. Durch die Fachmänner der AK wurden dabei so viele Fehler gemacht, dass daraus nichts wurde und ich ca 20.000Euro verloren habe.

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Apulio
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Danke an die FPÖVP und auch

Danke an die NEOS als Mehrheitsbeschaffer.

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Balrog206
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Lies

Den Kommentar weiter unten , und dich betrifft so was wie ein 12h Tag sowieso nicht ! Und der Ögb weiß das sich deswegen ist er ruhig !

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SoundofThunder
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😏

Der IV‘ler gibt überall seinen Senf dazu. Lies den Artikel. Aber der hat mehr als zwei Sätze,muss folglich schwer sein zum kapieren.

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Balrog206
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Lieber Sound Ögb

Bin kein iv sondern kmu !

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Hildegard11
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12 h

Wieder ein Beweis für die Unnötigkeit von blautürkis!

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WFM200
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Kein Freund

Ich bin kein Freund von blautürkis, aber mein Vertrag ist schon über 6 Jahre alt.
Hat für beide Seiten, Geber und Nehmer, seine Vor. und Nachteile.
Bin ich mit den Stunden darüber habe ich eben brav gearbeitet. Bin ich darunter hat der Dienstgeber seinen Nachteil. Es soll am Jahresende für beide Seiten in Ordnung sein.
Hat unmittelbar mit der Farbe aus meiner Sicht nichts zu tun.

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mobile49
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und dann wird alles in einer tranche bezahlt

und die steuer frißt alles wieder auf
klar , dass das der wirtschaft und dem fiskus paßt
no na

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kropfrob
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Unsinn.

Steuer und Sozialversicherung werden vom geamten Jahreseinkommen berechnet, daher ist es egal, ob ich jeden Monat einen Teil der Überstunden bezahlt bekommen oder alles gemeinsam am Ende des Jahres.

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DukeNude
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Leider noch mehr Unsinn

Bitte vorher schlau machen, bevor man so einen Blödsinn postet. In der SV gibt es laufende und Sonderzahlungsbeitragsgrundlagen. Die Steuerbemessung ist zwar ein Jahreswert, die Freibeträge für Überstunden und Zulagen werden monatlich berücksichtigt. Usw...

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Rick Deckard
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DANKE

ÖVP Wähler! Die Fpö Wähler erwähne ich erst gar nicht...sinnlos

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