Ablenkungen gibt es hier nicht. Keine Sauna, kein Pool, keine Shakes und nur wenig Handyempfang. Von Wänden lachen gut geformte Männer, bei denen allesamt die Sonne untergehen könnte, wenn sie vor einem stehen. Die Devise im Gußwerker Fitnessstudio: Mensch gegen Eisen und Schwerkraft.
„Es gibt einen Punkt im Fitnessstudio, wo du genug Internet zum Musik streamen hast, sonst schaut es mit dem Empfang eher schlecht aus. Die Mauern sind sehr dick“, scherzt der 19-jährige Benjamin Illek, der regelmäßig nach seiner Arbeit im Fitnessstudio das Eisen biegt.
„Es ist alles oldschool“
In den 1970ern gegründet, war der Fitnessverein zunächst in der Rasing unterhalb von Mariazell beheimatet. Der Umzug an den Standort in Gußwerk erfolgte ungefähr vor 20 Jahren. „Wir haben uns ziemlich preiswert in einen alten Wohnungskomplex eingemietet. Viele Geräte sind Marke Eigenbau und andere haben wir gebraucht günstig dazuerworben. Der Öltank für die Heizung müssen wir im Winter mehrmals nachfüllen, weil er so klein ist. Es ist alles oldschool, aber es passt uns sehr gut“, erklärt Franz Greifensteiner, der als Vereinskassier zuständig für Organisation und Mitglieder ist.
Im ehrenamtlich geführten Fitnessstudio sind seitdem alle Altersschichten vertreten, die auch die unterschiedlichsten Trainingsziele verfolgen, wie Greifensteiner erklärt: „Von Pensionisten, die sich einfach im Alter fit halten möchten, über Mitglieder, die beim Strongman mitgemacht haben, bis zu einem Rettungsmitarbeiter, der mehr Kraft zum Tragen der Patienten brauchte, sind alle Teil unserer Trainingsgemeinschaft.“
Derzeit rund 50 Mitglieder
Auf Cardio-Geräte wird im Studio in Gußwerk übrigens verzichtet. Viele würden ohnehin mit dem Rad kommen oder den Gehweg an der Salza zum Aufwärmen nützen. „Wenn wer möchte, könnte er auch selbst ein Gerät mitnehmen. Wir haben zum Beispiel Kletterer, die regelmäßig kommen und sich eine Griffwand montiert haben“, sagt Greifensteiner.
Die rustikale Einrichtung und der fehlende Luxus stören dabei niemanden von den derzeit rund 50 Mitgliedern. Im Gegenteil: „Ohne Ablenkung trainiert es auch nicht schlecht. Man hat auch mehr Fokus auf sich und den eigenen Körper“, sagen Illek und Greifensteiner übereinstimmend. Das Wichtigste ohnehin: „Etwas für die Gesundheit tun und sich im eigenen Körper wohlfühlen.“ Interessierte können sich bezüglich der Anmeldung bei Greifensteiner melden.