Die Kaufkraft in der Steiermark ist 2024 merklich gestiegen – das belegen die Zahlen der Landesstatistik, die nun veröffentlicht wurden. So stieg das Einkommen von Unselbstständigen gegenüber 2023 um 7,7 Prozent netto an, die Preise hingegen nur um 2,9 Prozent. Betrachtet man die Entwicklung seit 2005, also über knapp 20 Jahre hinweg, sind die Löhne und Gehälter netto um 68,8 Prozent gestiegen, die Preise um 62,4 Prozent, also um rund ein Zehntel weniger.
Zur Belebung der Wirtschaft hat dies jedoch nur bedingt beigetragen: Unsicherheit hat im Jahr 2024 viele Österreicher dazu bewogen, das Plus im Lohnsackl und auf dem Gehaltsscheck zu sparen – und nicht auszugeben. Die Sparquote stieg auf 11,7 Prozent. Zum Vergleich: Im EU-Schnitt lag sie bei 8,4 Prozent. Analysten gehen sogar davon aus, dass eine größere Konsumquote, also die Bereitschaft mehr zu konsumieren, Österreich schon 2024 aus der Rezession herausgeführt hätte.
Männer verdienten deutlich mehr
Der durchschnittliche Jahresbruttobezug lag 2024 bei 43.412 Euro, wobei Männer hier mit 51.664 Euro deutlich vor den Frauen mit 34.122 Euro liegen. Grund dafür ist zum einen der sogenannte „Gender-Pay-Gap“ – Frauen verdienen für die gleiche Arbeit oft weniger –, und zum anderen die Tatsache, dass viele Mütter aufgrund von fehlenden Betreuungsplätzen für ihre Kinder nur Teilzeit arbeiten können. Die Steiermark liegt mit einer Differenz von 34 Prozent übrigens über dem Österreich-Schnitt von 31,6 Prozent.
Auch regional betrachtet ergeben sich teils erhebliche Einkommensunterschiede: Die durchschnittlich höchsten Brutto-Jahreseinkommen werden im Bezirk Graz-Umgebung mit 49.095 Euro erreicht, gefolgt vom Bezirk Leoben mit 45.878 Euro. Merklich weniger beträgt das Einkommen im Bezirk Liezen mit 39.301 Euro, im Bezirk Südoststeiermark (40.680 Euro) und im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (40.980 Euro).
Gastro und Landwirtschaft als Schlusslichter
Nach Branchen klassifiziert werden die höchsten Einkommen in der Finanz- und Versicherungsbranche erzielt, gefolgt vom Bereich der Energieversorgung und den wissenschaftlichen beziehungsweise den technischen Dienstleistungen. Am Ende dieser Rangordnung stehen Einkommen in der Beherbergung und Gastronomie, der Land- und Forstwirtschaft sowie bei Beschäftigung in privaten Haushalten.
Für das Jahr 2026 gibt es noch keine exakten Prognosen. Zuletzt war das Plus bei den Kollektivvertragsabschlüssen jedoch deutlich geringer als etwa 2024 – auch weil viele Unternehmer um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Österreich bangen. Zudem dürfte der Iran-Krieg die Energiepreise und damit die Inflation wieder merklich nach oben treiben.