„Ich habe schon einen Klescher, wenn es um Schuhe geht“, gesteht UVC-Kapitänin Anna Oberhauser mit einem Lacher. Die Libera der Grazerinnen startet mit ihren Teamkolleginnen am Freitag (20.30 Uhr) zu Hause in die „Best of three“-Viertelfinalserie gegen die Wildcats aus Klagenfurt. Zuvor gilt es noch eine wichtige Entscheidung zu treffen – jene der passenden Schuhwahl. „Ich glaube, dass ich 18 Paar Schuhe habe, von denen ziehe ich zehn regelmäßig an“, verrät die 27-Jährige.

Dabei gibt es einen fixen Plan. „Es gibt ein eigenes Paar Schuhe für jedes Training, also Montag, Dienstag und so weiter. Auch für das Aufwärmen habe ich ein eigenes Paar. Im Match trage ich auch immer dieselben Schuhe.“ Dabei handelt es sich aber nicht um Volleyballschuhe, sondern zumeist um Schuhwerk, das eigentlich für eine andere Sportart bestimmt ist. „Ich habe für mich herausgefunden, dass Basketballschuhe für mich am passendsten sind. Sobald man eine Lieblingsmarke hat, bleibt man auch bei der.“ Doch nicht nur sportlich hat das passende Schuhwerk eine hohe Priorität, auch privat angelt sich Oberhauser gerne das ein oder andere Paar der neuesten Sneaker.

Männer als Vorbild

Einen Titel will sich die Libera mit den Frauen des UVC Graz sichern, trotz schwieriger Ausgangslage. „Die Wildcats spielen gegen uns immer richtig gut. Ich glaube, dass es ein offener Schlagabtausch werden könnte.“ Danach hofft Oberhauser darauf, dass sich die Grazerinnen in einen Flow spielen. Als Vorbild könnten ausgerechnet die Männer des UVC dienen. Der überraschende Titelgewinn im Cup wurde auch von den „Uhrturmchicks“ gefeiert. „Wir haben voll mitgefiebert und ich hatte wirklich Gänsehaut nach dem Finale“, gesteht die Steirerin. „Das hat uns gezeigt, dass alles möglich ist, wenn alles zusammenpasst. Ganz egal, ob der Gegner übermächtig scheint, wie in unserer Liga etwa mit Linz und Sokol. Es sind alle motiviert und die Trainingswoche war besser als in den Wochen davor bei uns.“

Noch ein Paar Schuhe?

Sonderlob gab es für Männer-Libero Felix Friedl, der aufgrund zahlreicher Verletzungen umgeschult wurde. „Das war unglaublich, wie er das gemacht hat. Nur in ein, zwei Situationen hat man gemerkt, dass er das nicht seit Jahren macht. Am Montag im Training habe ich ihm gesagt, dass es richtig geil war und Libero spielen noch nie so leicht ausgeschaut hat.“ Während die Männer um Friedl vor den Frauen gegen Waldviertel in ihrer „Best of five“-Serie ausgleichen wollen (17.30 Uhr), geht es für die UVC-Frauen um den perfekten Playoff-Start. „Wir hatten viele Verletzte über die Saison hinweg. Ich glaube nicht, dass wir mehr als zwei Spiele mit derselben Aufstellung durchspielen konnten.“

Umschulungen auf andere Positionen, wie etwa bei den Männern, waren aber nicht angedacht. „Ich wollte Mittelblockerin werden“, scherzte Oberhauser. „Außenangriff würde mich auch interessieren und das habe ich in der zweiten Liga auch gespielt. Viel mehr war dann aber nicht möglich.“ Sollte in der Liga am Ende der Titel nach Graz wandern, wüsste Oberhauser bereits eine Belohnung. „Dann lege ich mir ein neues Paar Schuhe zu. Nach unserem letzten Meistertitel 2018 habe ich mir weiß-goldene Schuhe gekauft.“