Es ist eigentlich eine klassische Fußballer-Verletzung, die sich ÖSV-Speedfahrerin Carmen Spielberger bei einem Trainingssturz in Tarvis zugezogen hatte. „Es war ein Sehneneinriss des langen Oberschenkelmuskels. Beim Hüftansatz ist die Sehne quasi 70 bis 80 Prozent eingerissen gewesen. Jetzt wird es aber schön langsam wieder, wobei es doch länger dauert als befürchtet.“ Bei der gestrigen MRT-Untersuchung stellte sich nämlich heraus, „dass man noch ein wenig erkennt. Somit werde ich die nächsten Wochen gemächlicher angehen und die Dinge machen, die schmerzfrei sind. Vielleicht kann ich dann auch schon mit dem Freifahren beginnen“, verdeutlicht die 23-Jährige, die im Olympiazentrum Klagenfurt bestens aufgehoben ist. Nach einigen Magnetfeldtherapieeinheiten später kann sie bereits versichern, „dass der Bewegungsumfang immer besser wird. Man muss es ausheilen lassen und das dauert. Ich werde mir keinen Stress machen, da sich die nächsten Rennen sowieso jetzt nicht mehr ausgegangen wären“, erklärt die Kärntnerin und bleibt „lieber auf der sicheren Seite. Ich werde schon auf Vordermann gebracht, nur ein wenig Respekt werde ich haben, wenn ich wieder auf den langen Brettern stehe.“

Carmen Spielberger in Aktion
Carmen Spielberger in Aktion © GEPA

Ein Resümee ihrer verkürzten Saison hat die Guttaringerin erwartungsgemäß griffbereit: „St. Moritz war eher schwierig, da ich dort krank wurde, aber mit dem 28. Platz in Zauchensee war ich absolut zufrieden. Mir war bewusst, wenn viel zusammenpasst, sind die Top 30 möglich. Nur dann war es ja leider schon vorbei“, verdeutlicht Spielberger, die sich aufgrund der starken Leistungen im letztjährigen Europacup den Fixplatz in der Abfahrt gesichert hatte. Trotz der neuen Herausforderung sei der mentale Faktor im Weltcup kein Hindernis gewesen. „Ich bin am Start immer entspannter geworden und auch die Nervosität ist nach und nach abgeflacht.“

Die Medien- und Kommunikationsstudentin ließ auf ihre introvertierte Art angesprochen, durchsickern, „dass ich mir oft schwer tu, auf Leute zuzugehen, vor allem, wenn ich sie nicht kenne.“ Sie sei eher die Ruhige, die sich auch gern einmal „abschottet. Ansonsten bin ich extrem konsequent. Was ich mir vornehme, will ich auch durchziehen. Dieses Dabei-Bleiben ist im Skizirkus so wichtig.“ Ihr Stehvermögen zeichnet sie seit jeher aus, kennt sie doch auch die harten Zeiten. „Wenn ich da gleich den Hut geworfen hätte, wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin. Ich habe lange darauf hingearbeitet und es hat sich ausgezahlt“, macht Spielberger kein Geheimnis daraus, „dass Olympia 2030 ein großes Ziel ist“.