Für die Studie im Auftrag der Hilfsorganisation LebensGroß, der Armutskonferenz und der Arbeiterkammer wurden die Printausgaben von "Krone", "Heute", "Österreich", "Kurier", "Standard", "Presse" und "Kleine Zeitung" aus dem Jahr 2024 analysiert. In nur acht Prozent der Berichte kamen die Armutsbetroffenen selbst zu Wort. Große Unterschiede gebe es nach Art der Zeitung: Während Boulevardmedien besonders oft das individuelle Schicksal, das Mitleid, aber auch ein Neid-Narrativ hervorstrichen bzw. bedienten, setzten sich die Qualitätsblätter "Standard" und "Presse" am häufigsten mit strukturellen Gründen der Armut sowie intersektionaler Diskriminierung auseinander.
Wien
Studie: Berichte über Armut oft polarisierend
Über Armut wird medial verstärkt dann berichtet, wenn sich damit emotionalisieren oder polarisieren lässt. Zu diesem Schluss kommt eine Medienanalyse des Instituts "Media Affairs". Über verschiedene Gruppen von Armutsbetroffenen wie Obdachlose oder Migranten werde demnach öfter berichtet als über Armut bei älteren Menschen, Menschen mit chronischer Krankheit oder sogenannte Working Poor. Selbst kämen die Betroffenen dabei nur selten zu Wort.
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