Es schüttet wie aus Kübeln vom wolkenverhangenen Himmel bei der Ankunft in Zell am See. „Hier kann man an einem Tag vier Jahreszeiten erleben“, kommentiert der Taxifahrer auf dem Weg zum Hotel. Er sollte Recht behalten. Sowohl Winterjacke als auch kurze Hose dabei zu haben, erweist sich am nächsten Tag als richtig. Drei Seilbahnen und rund eine halbe Stunde Fahrzeit trennen den Zeller See, wo es bereits morgens angenehm warm ist, vom Kitzsteinhorn. Auf 3029 Metern Seehöhe eröffnet sich auf der Panorama-Plattform „Top of Salzburg“ ein Bergparadies, in dem es selbst im Hochsommer nur um die sechs Grad hat.

Smaragde für die Queen aus den Hohen Tauern

In der „Gipfelwelt 3000“ führt ein 360 Meter langer Stollen bei der kostenlosen Gallery-Tour zur Aussichtsplattform mit gigantischem Ausblick auf die mächtigen Bergriesen des Nationalparks Hohe Tauern. Ein Ranger erzählt dabei von den Kristallschätzen, die gefunden wurden – neben den größten Bergkristallen der Alpen sogar Smaragde, die die Kronjuwelen von Queen Elizabeth II. zieren. Auch Flora und Fauna sind Thema, etwa der Bartgeier, der mit einer Flügelspannweite von knapp drei Metern zu den größten Vögeln der Welt gehört. Oder die Murmeltiere, die man beobachten kann, wenn sie nicht gerade Winterschlaf halten.

Sommerliches Frieren am Kitzsteinhorn
© TV Zell am See-Kaprun

Die „Ice Arena“ bietet bis Ende August mit Schneestrand, Rutschbahn und Zauberteppich ein frostiges Erlebnis. Nicht zuletzt kommen Wanderer auf dem Kitzsteinhorn auf ihre Kosten – von einfachen Rundwegen bis zu alpinen Steigen. Zum Abschluss darf eine Stärkung in Salzburgs höchstem Gipfelrestaurant nicht fehlen.

Sisi auf Sommerfrische in Zell am See

Ein einzigartiges 360-Grad-Panorama mit Seeblick bietet sich auch vom Zeller Hausberg, der Schmittenhöhe. Im Jahr 1885 wurde sie sogar von Kaiserin Elisabeth erklommen, die einen besonders schönen Sonnenaufgang erleben wollte. Ihr zu Ehren wurde dort 1908 die Elisabethkapelle errichtet. Auch der zwei Kilometer lange Sisi-Rundwanderweg auf der Schmittenhöhe ist ihr gewidmet. Entlang des Themenwanderwegs „Mystischer Wald“ begibt man sich auf eine Reise in die Welt der Sagen der Pinzgauer.

SUP-Yoga auf dem Zeller See
© TV Zell am See-Kaprun

Den Zeller See ganz anders erleben

Nach einer Wanderung lässt sich der Tag bei angenehmen Badetemperaturen bis zu 23 Grad im 68 Meter tiefen Zeller See ausklingen. Wer das Gewässer auf etwas andere Art erkunden will, sollte Yoga auf dem Stand-up-Paddleboard probieren. Ein Anker sorgt dafür, dass es an Ort und Stelle bleibt. Mit jeder Übung, die stehend, liegend oder sitzend auf dem Brett durchgeführt wird, mitten in einem Naturschutzgebiet des Sees, umgeben von Schilf, mit Blick auf das Kitzsteinhorn, fühlt man sich mehr mit der Natur verbunden.

In der Region gibt es beliebte Bike-Routen
© TV Zell am See-Kaprun

Auch am letzten Tag der Reise bleibt es sportlich: Auf einem Gravelbike, einem Geländefahrrad mit breiteren Reifen als üblich, geht es mit meinem Guide von Kaprun über die Großglocknerstraße bis zur Enzianhütte. Die Region eignet sich ideal zum Gravelbiken, neben schier endlosen Waldwegen finden Radfahrer dort einfache Single-Trails und perfekten Schotter.

Erst radeln wir gemütlich entlang des Zeller Sees, dann geht es steil bergauf. Schon nach den ersten beiden Kurven schmerzen die Oberschenkel. Doch spätestens beim Bergabfahren weiß man, dass sich die Anstrengung gelohnt hat: Freiheitsgefühl pur. 40 Kilometer und 500 Höhenmeter später fängt einen – ausgepowert, aber glücklich – die Massageliege im Hotel-Spa sanft wieder auf.