Glätte, Schneefall, Dunkelheit – für viele Lenker ist Autofahren im Winter ein regelrechter Stresstest. Kaum fallen die ersten Flocken, verkrampfen sie hinter dem Lenkrad. Schnee und Eis erzeugen ungewohnte Fahrsituationen und stellen höhere Anforderungen. Daher sollte man besonders im Winter darauf achten, sicher im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Einige schlechte Gewohnheiten stellen jedoch erhebliche Risikofaktoren dar.
Mit Winterjacke fahren
Freilich, beim Wegfahren ist es im Auto noch kalt. Aber auch wenn man anfangs ein wenig friert: Beim Autofahren sollte man keine Winterjacke, Schal und dicke Handschuhe tragen. Sie schränken die Bewegungsfreiheit ein und sind potenzielle Gefahrenquellen. Durch die Wattierung in der Kleidung hat der Gurt Spielraum zum Körper, er liegt nicht mehr optimal an. Gefütterte Handschuhe bieten nicht immer den festen Griff am Lenkrad.
Ein "Guckloch" reicht nicht
Nach einem Schneefall sprießen leider immer öfter die "Winterschwammerl" aus dem Boden: Dann sind wieder zahlreiche Autos unterwegs, von denen die Schneedecke kaum abgekehrt wurde. Ewig lange Schneeverwirbelungen oder gar "Dachlawinen" vom Auto während der Fahrt können jedoch den nachfolgenden Verkehr in Gefahr bringen. Vor der Abfahrt muss beim Auto - auch bei höheren Fahrzeugen wie einem SUV - die weiße Pracht von Dach, Motorhaube und Heckpartie sorgfältig abgekehrt werden. Ein Guckloch alleine reicht nicht. Freie Sicht heißt, alle Scheiben und auch die Außenspiegel von Schnee und Eis zu befreien.
Die Winterreifenpflicht ignorieren
Sei es aus Faulheit, sei es aus Selbstüberschätzung: es gibt immer noch einige Lenker, die auf ihren Autos keine Winterreifen montiert haben. Die Gummimischung und das spezielle Profil von Winterreifen sind jedoch hinsichtlich Fahrsicherheit bei kalten Temperaturen, nassen Fahrbahnen oder bei Matsch und Schnee gegenüber Sommereifen deutlich im Vorteil. Als Faustregel gilt: von O bis O - Oktober bis Ostern - sollte man mit Winterreifen unterwegs sein. Wichtig: Die Profiltiefe muss mindesten 4 mm betragen, die Pneus sollten in der Regel nicht älter als vier Jahre sein, denn auch der Reifengummi zeigt Alterserscheinungen.
Kürzere Bremswege, höhere Kurvengeschwindigkeiten, besserer Grip bei Nässe und Schnee – im Ernstfall kommt es auf den Reifen an, ob es zu einem Unfall kommt oder nicht. Aber nicht jeder Pneu ist für das eigene Fahrzeug geeignet, deshalb sollte man sich beim Reifenhändler seines Vertrauens fachkundig beraten lassen. Ein paar Meter mehr oder weniger bis zum Stillstand können den Ausschlag geben. Deshalb sollte man auch rechtzeitig von Sommer- auf Winterreifen, die jeweils den Bedingungen der Jahreszeit angepasst sind, wechseln. Ganz bequem geschieht das, wenn man sich den Termin dafür per App bei Reifen Weichberger ausmacht – und dabei gleich vom digitalen Treueprogramm profitiert.
Aggressive Fahrweise
Hektik und Aggressivität hinter dem Steuer ist eigentlich immer fehl am Platz - im Winter jedoch besonders. Der Bremsweg auf Schnee ist bis zu dreimal so lang, der Reifen ist besonders gefordert. Er kann aber nur ein gewisses Maß an Kräften aufnehmen, bis die Haftung zur Fahrbahn abreißt. In der Ruhe liegt jedoch die Kraft, das gilt vor allem beim Fahren bei winterlichen Straßenverhältnissen. Konkret bedeutet das: Behutsame Lenkmanöver, gefühlvoll Gas und Bremse einsetzen, mit Weitblick agieren (also vorausschauend fahren).
Die Technik wird es schon richten
ABS, ESP, ASR und was sonst auch immer - moderne Autos sind voll mit Assistenz- und Sicherheitssystemen. Gut so, aber auch die Technik kann die Fahrphysik nicht aushebeln und hat ihre Grenzen. Sie unterstützt, bietet aber keine vollständige Sicherheit. Das gilt auch bei einem Pkw mit Allradantrieb. Bergab oder beim Bremsen kommt er nur wenig zum Tragen.
Auf die Autowäsche verzichten
Salz, Schmutz und Eis setzen dem Auto zu. Lackschäden und Rost können die Folgen sein. Die einzig sinnvolle Abhilfe dagegen ist eine Autowäsche. Bei Minusgraden ist in der Waschanlage zusätzlich ein Programm mit Trocknung wählen. Ein anderer Grund: Sind Rücklichter, Scheinwerfer und Kennzeichen verschmutzt, drohen mitunter empfindliche Strafen.
Immer nur Kurzstrecke fahren
Kälte setzt der Autobatterie generell zu. Fährt man nur Kurzstrecken, schwächt man sie zusätzlich. Um eine Autobatterie richtig aufzuladen, muss man mindestens 20 km durchgehend fahren, sonst wird sie ein Stück weiter entladen. Solange der Motor noch kalt ist, sind die Öle und Fette noch sehr zäh. Sie verteilen sich schlechter auf Lager und Schmierflächen. Wer bei kaltem Motor mit hoher Drehzahl anfährt, riskiert, dass der Schmierfilm reißt.