Wie sehe unsere Welt ohne Bienen aus? Simuliert man dieses Szenario in einem Supermarkt, würden etwa 60 Prozent des Sortiments fehlen. Gemüse, Früchte, Nüsse, Gewürze: viele unserer Lebensmittel sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Die Bandbreite der nicht mehr vorhandenen Produkte würde bis zu Pflegeprodukten reichen. Außerdem fehlte ein Großteil der Kleidung, denn auch Baumwolle muss bestäubt werden. Die Biene ist das kleinste, und gilt nach Rindern und Schweinen als das drittwichtigste Nutztier der Welt. Etwa drei Viertel der Nutzpflanzen sind auf diese Insektenart angewiesen. Ihr wirtschaftlicher Nutzen - ihre "Bestäubungsleistung" - wird weltweit auf etwa 265 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Untersuchungen haben ergeben, dass in den letzten drei Jahrzehnten die Masse an Fluginsekten um 75 Prozent zurückgegangen ist. Wenn es nicht gelingt, die Bienenbestände zu halten, und die Insekten aussterben, hätte dies nach Ansicht von Forschern fatale Folgen. Keine Bienen, kein Leben: so die verkürzte Formel.
Stadtbienen im Vorteil
"Ich persönlich möchte die Auswirkungen nicht abschätzen, es mir nicht vorstellen, was passiert, wenn es keine Bienen mehr gibt", meint Adriana Traunmüller. Sie ist Stadtimkerin, der erste Imkerlehrling Wiens. Monokulturen und intensive Landwirtschaft schränken den Lebensraum der Bienen zunehmend ein. Aber ausgerechnet im verbauten Stadtgebiet gibt es ausreichend Platz für Bienenvölker. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es unsere Stadtbienen sogar leichter haben", erzählt Traunmüller, die in der Wiener Bezirksimkerei tätig ist. Parks, Kleingärten, Terrassen und Balkone bieten auf Grund der Pflanzenvielfalt ein üppiges Nahrungsangebot. Größten Wert legt die Stadtimkerin auf die Natürlichkeit ihres Bienenhonigs. "Honig ist einfach immer komplett unverfälscht. Du gibst nichts dazu, was nicht von den Bienen kommt. Er ist immer rein und pur, so wie das sein soll", so die gebürtige Welserin.
Ein reines Naturprodukt aus der größten Stadt Österreichs: Ohne echte Leidenschaft und Mut zur Innovation scheint ein derartiges Projekt unmöglich. Honig zählt zu den ältesten Genüssen der Menschheit - so wie Bier, das bereits seit 10.000 Jahren gebraut wird. Trotz dieser langen Tradition muss man bei den Verfahren der Gewinnung sowohl beim Honig als auch beim Bier innovative Wege gehen. Wie Adriana Traunmüller auf den Dächern Wiens, oder wie die Privatbrauerei Hirt.
Bio steht für besseren Geschmack
Sowohl für Honig als auch Bier gilt: echter Geschmack ohne künstliche Zusätze, direkt aus der Natur. Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln, Qualität bei den Produkten selbst aber auch bei deren Produktion steigt in Österreich ständig. Laut Landwirtschaftsministerium verbinden die Konsumenten mit "Bio" vor allem "Gesundheit", "besserer Geschmack" und "keine Chemie, Kunstdünger oder Spritzmittel". 60 Prozent der Konsumenten halten einen Mehrpreis für "Bio-Lebensmittel" für gerechtfertigt. Deshalb sollten Bienen auch unser Bier sein. Denn ohne sie gebe es diese Nahrungsmittel nicht.
Qualität ist kein Zufall, für echten Genuss braucht man beste Zutaten. Aber auch das Wissen, wie man damit umgeht. "Seit ich als Imkerin arbeite habe ich mir kein einziges Mal in der Früh gedacht, dass ich eigentlich keine Lust habe Arbeiten zu gehen", berichtet Traunmüller über ihre vielfältige Tätigkeit. "Die ein zwei oder zehn Stiche, die man halt so bekommt, nehme ich dabei gerne in Kauf.“
Imagewandel der Imkerei
Etwa 26.000 Imker gibt es in ganz Österreich, 99 Prozent davon als Nebenerwerbs- oder Freizeitimker. Das Image der Imkerei hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Das Thema ist auch für junge Menschen hip geworden, auch im urbanen Gebiet. So gibt es in Wien immerhin 600 Imker, eine davon ist eben Traunmüller. Sie ist das aktuelle Hirter-Testimonial der Privatbrauerei. Als nachhaltiges Unternehmen war ihnen die Bedeutung der Bienen bereits sehr früh bewusst. Die Arbeit der Stadtimkerin ist außerdem von Echtheit, Qualität und Leidenschaft geprägt. Werte, die auch bei der Privatbrauerei Hirt gelebt werden.