Manch 40-Jähriger wäre froh mit solchem Esprit durchs Leben zu schreiten. Ihr Geheimnis?
Helmut Bohatsch: Es gibt keines. Ich glaube, ich habe gute Gene. Darüberhinaus versuche ich mich einigermaßen ausgewogen zu ernähren und Denkarbeit, die in meinen Tätigkeitsfeldern, also Schauspieler und Singer/Songwriter Voraussetzung ist, hält auch jung. Ein wenig Sport, eher schubweise als regelmäßig, und ich habe das Glück, und achte auch darauf, von wohlwollenden, anregenden, intelligenten Menschen umgeben zu sein. Das und einiges mehr, ergibt einen Mix, der mich gerne und aktiv am Leben sein läßt.
Neben den Dreharbeiten zu Soko Donau waren Sie auch fleißig im Studio und haben jetzt ein neues Album mit Ihrem Duo „Bohatsch & Skrepek“ veröffentlicht. Was erwartet die interessierten Zuhörer?
Ja, mit Paul Skrepek habe ich nun das dritte Album aufgenommen und es ist immer wieder ein Vergnügen mit ihm. Na klar gibt es anstrengende Phasen, das muss so sein, aber er findet für die Dialekttexte, welche hauptsächlich ich schreibe, immer kongeniale musikalische Lösungen auf seiner Kontragitarre. Herausgekommen sind zwölf Lieder, die laut Publikum einen bunten, poetischen Bogen spannen, mit hohem Ohrwurmpotential. Wer sie beziehen möchte, kann das unter bohatschundskrepek.at tun – wir freuen uns!
Was hat es mit dem Albumtitel „Buazlbam“ auf sich?
Nun, was ein Purzelbaum ist, weiß wohl jeder. Für mich ist diese Turnübung mit meiner Kindheit und Jugend verbunden. Als Kind schon hab ich es geliebt, mich dem Purzelbaum, diesem kleinen Überschlagen, hinzugeben, vor allem auf etwas abschüssigen Wiesen. Leider hat meine Mutter dann meist gemeint, ich soll lieber aufhören, sonst verwickelt sich mein Gedärm. Ja, so war das damals. Später als Jugendlicher war ich ein leidenschaftlicher Turner, hab sogar Meisterschaften geturnt, leider nie was gewonnen. Aber schön war es. Herleiten tut sich das Wort von den beiden Begriffen „hinfallen“, also purzeln und sich sofort nach dem Fall wieder „aufbäumen“ – purzeln/bäumen. Das hat mir gefallen, es scheint mir eine adäquate Fortbewegungsart durch das Leben zu sein, fallen und wieder aufstehen. Ja nicht liegen bleiben.
Neben Konzerten fürs neue Album und der TV-Präsenz mit „Soko Donau“ sind sie im Sommer ja auch noch mit einer spannenden Theaterproduktion in Melk zu sehen?
In Melk wird heuer das Stück „Luzifer“ gespielt. Es geht darin um das Zusammentreffen der beiden „Exkumpel“ und nun Erzrivalen Luzifer und Gott, die sich darüber unterhalten, was sich im Laufe der Zeit auf der Welt alles getan hat, was gut und böse bedeutet und ob ihre Konzepte überhaupt noch Gültigkeit haben; nun ich will nicht zu viel verraten, aber es wird bestimmt eine spannende Geschichte voller Überraschungen und Wunder. Schreiben tut das Stück Bernhard Aichner, durch seine Totenfrau-Trilogie bestens bekannt. Ich freue mich sehr, ich darf endlich Gott spielen.