Bei einem Einbruch in das Haus eines Jägers in der Südoststeiermark Mitte Mai war auch ein Revolver vom Typ „.44 Magnum“ gestohlen worden. Mit dieser enorm leistungsstarken Waffe soll in Graz einer der drei Verdächtigen, ein 22-jähriger Tschetschene, bei der Festnahme durch Cobra-Polizisten auf die Beamten gezielt und auch abgedrückt haben. Doch die Revolverkammer war leer – es löste sich zum Glück kein Schuss. Das Trio konnte schließlich überwältigt und festgenommen werden.
Die Landespolizeidirektion Steiermark bestätigt gegenüber der Kleinen Zeitung einen entsprechenden Bericht in der Mittwochausgabe der „Kronen Zeitung.“ Demnach war der Tschetschene im Vorjahr von einem Freigang aus der Justizanstalt Hirtenberg (NÖ), wo er wegen mehrfacher Raubüberfälle eine Haftstrafe verbüßte, nicht mehr zurückgekehrt und seitdem untergetaucht. Mit einem 18-jährigen Rumänen und einem 25-jährigen Einheimischen soll er am 16. Mai in das Einfamilienhaus in der Südoststeiermark eingedrungen sein und sich dort am Waffenschrank bedient haben. Neben der „.44 Magnum“ wurden laut dem Bericht noch mehrere Gewehre erbeutet. Der Hauseigentümer bekam einen automatischen Alarm auf sein Handy und verständigte die Polizei.
Beim Zugriff drückte der Verdächtige ab
Die Einbrecher konnten zwar nicht mehr auf frischer Tat ertappt werden, aber wurden in weiterer Folge durch Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) Steiermark ausgeforscht. Kürzlich erfolgte der Zugriff durch LKA, Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) und Cobra in einer Wohnung in Graz-Geidorf. Dabei soll es zu den dramatischen Szenen gekommen sein: Der 22-Jährige wollte offenbar auf die in die Wohnung stürmenden Cobra-Beamten schießen. Doch in zwei der fünf Revolverkammern befand sich keine Patrone. Somit konnte der Mann überwältigt werden, noch bevor er einen Schuss abgeben konnte.
Nun wird gegen den Mann wegen zweifachen Mordversuchs ermittelt. Auch wird geprüft, wofür das Trio die Waffen verwenden wollte. Ein geplanter Banküberfall steht im Raum.