Im Rahmen der seit über zwei Jahrzehnten bestehenden Forschungskooperation mit der China Wildlife Conservation Association seien in China diverse Schutzgebiete für diese Art etabliert und ausgeweitet worden. Damit wurde nicht nur der natürliche Lebensraum der Großen Pandas geschützt, sondern gleichzeitig auch jener vieler weiterer hochbedrohter Arten, die denselben Lebensraum teilen, jedoch weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, sagte Hering-Hagenbeck.
Die Tierpflegerin Renate Haider betreut seit 2003 die Großen Pandas in Schönbrunn. Es sei eine spannende Herausforderung für die Pflegerin gewesen, sich auf das neue Paar einzustellen. "Die beiden sind noch jung und sehr verspielt. Es macht große Freude, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Man lernt ihre Eigenheiten jeden Tag besser kennen", sagte Haider. Das Männchen zeige sich als neugieriger "Draufgänger", der ständig genau alles erkunde. Das Weibchen sei bei unbekannten Situationen eher vorsichtig, "aber mit ebenso viel Tatendrang". Es klettere besonders gerne und watet an heißen Tagen durchs Wasser, hieß es in der Aussendung des Zoos. Dazu hat es im neu dazugekommenen Bereich der Außenanlage nun noch mehr Möglichkeiten.
Fortschritte gab es auch beim medizinischen Training. Beide Tiere hätten gelernt, ihre Pfoten für Blutabnahmen auf einen speziellen Griff zu legen oder gezielt bestimmte Positionen für Untersuchungen einzunehmen. Das erleichtere die tiermedizinische Betreuung und kräftige das Vertrauen zwischen den Pandas und ihrem Pflegerteam.
Erfreut zeigte sich der Tiergarten auch über die diesjährige Paarungszeit im Frühjahr. Panda-Weibchen sind nur zwei bis drei Tage im Jahr empfängnisbereit. "Die beiden haben die typischen Verhaltensweisen deutlich gezeigt. Sie waren aktiver, kommunizierten vermehrt über Duftmarken, aber auch mittels spezifischer Laute und hatten deutlich mehr Interesse aneinander", sagte Kuratorin Eveline Dungl. Wie beim ersten Panda-Paar in diesem Alter kam es bereits zu ersten Annäherungen und noch sehr verspielten Paarungsversuchen. "Es ist erfreulich, dass die beiden gut harmonieren", so Dungl.