„Ich kenne alle, die hier sitzen“, sagt Elisabeth Höfler leise und schmunzelt. Sie sitzt in ihrem Gartencafé, das es nur im Rahmen der Muttertagsaktion in der Baumschule Höfler in Puch bei Weiz gibt. Auch am Donnerstagvormittag ist im Erlebnisgarten der Höflers viel los. Kunden genießen Kaffee und Kuchen, bummeln durch das 20.000 Quadratmeter große Verkaufsareal und suchen nach der perfekten Botanik für den Garten.

Über einen Gastrobereich haben Elisabeth und Hanspeter Höfler schon öfter nachgedacht. „Wir haben in Puch aber so tolle Gastrobetriebe. Wir sind ein Organismus“, betont Hanspeter Höfler, dessen Vater der Gründer des Unternehmens und der bekannten „Steirischen Apfelstraße“ war.

Demnach war klar, dass es auf dem Gelände auch „Höflers Apfelstraße“ gibt, wo sich verschiedenste Obstbäume zum Verkauf aneinandereihen. Das Unternehmen der Höflers feiert heuer 60 Jahre. Seit der Gründung von Hans und Maria Höfler (Eltern von Hanspeter, er übernahm 2003) wurde der Betrieb vergrößert und laufend umgebaut.

Auf dem Gelände gibt es „Höflers Apfelstraße“, wo sich verschiedenste Obstbäume aneinanderreihen
Auf dem Gelände gibt es „Höflers Apfelstraße“, wo sich verschiedenste Obstbäume aneinanderreihen © KLZ / Julia Kammerer

Dort, wo im Vierkanthof heute Kunden empfangen werden, war einmal der Misthaufen der Landwirtschaft. „Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, erzählt der 50-Jährige. Der Grundstein, dass der Betrieb samt Baumschule und Gartengestaltung heute so existiert, war die Vergabe des Wasserrechts. „Sonst könnten wir den heutigen Pflanzenbestand nicht bewässern“, sagt Höfler.

Mittlerweile arbeiten 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb (darunter vier Lehrlinge). „Zwei Drittel davon haben hier gelernt. Wer bei uns arbeitet, muss Pflanzen lieben und hier seiner Berufung nachgehen. Die Mitarbeiter sind unser größtes Juwel“, sagt der Chef.

Auch sonntags geöffnet

Das Erfolgsgeheimnis des Unternehmerpaares? Der Mehrwert, den sie in ihrem Erlebnisgarten bieten. Auf dem Gelände kauft man nicht nur Pflanzen, man verweilt. Leise Musik im Hintergrund, Wasser plätschert, ein Eichhörnchen hüpft über dem Weg, der Hauskater schaut nach dem Rechten und die acht Mitmachstationen durch den Garten sind nur wenige Beispiele dafür.

„Vor 30 Jahren war es nicht vorhersehbar, dass das Apfeldorf zum Speckgürtel von Graz gehören und den Städtlern als Erholungsgebiet dienen wird“, sagt der 50-Jährige. Die Leute kommen oft von weit her. „Sie sind dann nicht nur da, um zu kaufen, sondern um hier Zeit zu verbringen“, weiß Elisabeth Höfler. Ihr Mann meint: „Das ist wie ein Tagesausflug. Sie kehren dann bei den Wirtshäusern ein, fahren noch nach Herberstein.“

Offen hat der Erlebnisgarten auch sonntags, es gibt dafür einen eigenen Hintereingang
Offen hat der Erlebnisgarten auch sonntags, es gibt dafür einen eigenen Hintereingang © KLZ / Julia Kammerer

Offen hat der Erlebnisgarten auch sonntags. Es gibt dafür einen eigenen Hintereingang und eine Kassa. „Mitarbeiter sind sonntags keine hier und mit Vandalismus hatten wir noch nie Probleme“, stellen die Höflers klar.

Mit einem Auge könnten sie trotzdem auf das Betriebsgelände spähen. Denn das Ehepaar wohnt mit seinen drei Kindern gleich oberhalb des Betriebes und lässt es sich in ihrer freien Zeit auf der Gartenterrasse gut gehen.