Im Rahmen eines gegenständlichen Forschungsprojekts hat das Marktforschungsinstitut für zukunft.lehre.österreich und die Industriellenvereinigung die aktuelle Stimmungslage zur Lehre bei österreichischen Lehrbetrieben analysiert. Im Detail wurde dabei auf die Wahrnehmung der Lehrstellen-Bewerber:innen eingegangen und Themen wie die Schulausbildung und die Berufsorientierung angesprochen. Weitere Schwerpunkte befassten sich mit dem Stellenwert der Lehre in Zeiten der aktuellen Wirtschaftskrise und einem Ausblick auf die Zukunft der Lehre. Befragt wurden dazu rund 600 österreichische Ausbildungsbetriebe.
Dass sich die Politik vermehrt mit der Weiterentwicklung der Lehre beschäftigen sollte, halten 64 Prozent der österreichischen Lehrbetriebe für „Sehr wichtig“ und 28 Prozent für „Wichtig“. Rund ein Viertel der Betriebe befindet, dass eine Lehrausbildung durch die Wirtschaftskrise weniger wichtig ist als vor der Krise. Mehr als 50 Prozent sind sich darüber einig, dass die Wirtschaftskrise keinerlei Auswirkung auf die Lehre hat.
Gefragt wurden die Betriebe auch zur Qualität der Lehrlingsbewerber:innen im Vergleich zu den Vorjahren. Insgesamt 51 Prozent gaben an, dass die Bewerber:innen etwas oder deutlich schlechter geeignet waren als in den Vorjahren.
Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der befragten Betriebe findet außerdem, dass Schule und Berufsorientierung die Lehrlinge besser auf das Arbeitsleben und die Anforderungen im Beruf vorbereiten sollten. Immerhin 47 Prozent plädieren für ein besseres Vermitteln von Umgangsformen.
Bei den Prioritäten für die Lehre von morgen fordern 63 Prozent eine Anpassung der Lehrpläne an die aktuellen Entwicklungen und 57 Prozent mehr finanzielle Unterstützung für betriebsinterne Bildungsmaßnahmen bei Lehrlingen.