Vom sprichwörtlichen Himmel ist noch kein Meister gefallen. Umso größer waren Freude, Stolz und Erleichterung bei jenen 644 Steirerinnen und Steirern, die im vergangenen Jahr ihre Meister- und Befähigungsprüfung erfolgreich abgelegt haben. Insgesamt entspricht das gegenüber dem Jahr davor einem Plus von 17 Prozent. „Diese Zunahme unterstreicht, wie wichtig und anerkannt eine fachlich fundierte Ausbildung weiterhin ist“, freuen sich WK Steiermark-Präsident Josef Herk und Hermann Talowski, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk. Konkret waren davon 263 (212 Männer, 51 Frauen) Meisterprüfungen, 381 Befähigungsprüfungen (238 Männer, 143 Frauen). Die unterschiedliche Bezeichnung dieser höchsten Stufe der fachlichen Qualifikation ergibt sich aus der Zuordnung innerhalb der Gewerbeordnung: Im handwerklichen Bereich wird zumeist eine Meisterprüfung absolviert, in den anderen reglementierten Gewerben wird der Abschluss durch eine Befähigungsprüfung erworben.

Zuletzt wurden Zugang und Anerkennung dieser Berufsausbildung reformiert: Die Prüfungsgebühren für den Erst- und Zweitantritt zu Modulprüfungen sowie für die Unternehmerprüfung wurden vor einem Jahr abgeschafft – und damit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung von beruflicher und akademischer Aus- und Weiterbildung gesetzt.

Zudem ist die Meister- und Befähigungsprüfung seit 2018 einem Bachelorstudium gleichgestellt, was zu einer weiteren Attraktivierung dieses beruflichen Ausbildungsweges führen soll.

Tatsächlich ist die Lehre weiterhin „in“. So wurden 2024 in der Steiermark insgesamt 5283 Lehrabschlussprüfungen positiv absolviert. Davon 22,8 Prozent mit ausgezeichnetem und 26,4 Prozent mit gutem Erfolg. Die Absolventinnen und Absolventen stehen der steirischen Wirtschaft als neue Fachkräfte zur Verfügung. Und auch diesbezüglich zeigt sich die duale Ausbildung als Stabilitätsfaktor in stürmischen Zeiten. So haben die aktuell schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwar ein leichtes Minus von rund 2,5 Prozent bei den Lehrlingszahlen zur Folge. Insgesamt bilden 4.819 steirische Lehrbetriebe aber immer noch insgesamt knapp 15.000 Lehrlinge aus – 14.300 davon direkt im Unternehmen, der Rest in Form von überbetrieblichen Ausbildungsverhältnissen. Ermutigende Signale kommen in diesem Zusammenhang vom Arbeitsmarkt: Trotz steigender Arbeitslosigkeit stehen den rund 1350 Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, derzeit 2488 Ausbildungsplätze gegenüber. Möglichkeiten zur Grundsteinlegung der eigenen Berufskarriere Richtung Meisterhimmel sind also weiterhin vorhanden.