Die Unternehmervertretung hat der Kärntner Landesregierung die größten Schikanen aufgezeigt, unter denen Unternehmen leiden, und Lösungsvorschläge geliefert.

Verfahrensbeschleunigung bei Bagatellverfahren

Kleinere Verfahren mit unveränderten Rahmenbedingungen sollten innerhalb von 14 Tagen abgeschlossen werden.

Einführung eines One-Stop-Shop-Prinzips

Verwaltungsverfahren sollen zentral koordiniert werden, um Überschneidungen zu vermeiden.

Zulassung externer Sachverständiger

Zur Überbrückung von Kapazitätsengpässen in der Verwaltung sollten externe Experten eingebunden werden.

Digitalisierung aller Verwaltungsprozesse

Kärnten braucht eine zentrale E-Government-Plattform, auf der alle Verwaltungsakte verfügbar sind.

Schnellere Verfahren für erneuerbare Energieprojekte

Erneuerbare Energien müssen als öffentliches Interesse höher bewertet werden.

Standardisierung von Gewerbe- und Umwelt­inspektionen

Nachvollziehbare Umweltauf­lagen verhindern überbordende Vorschriften und unnötige Kontrollen.

Regionale Wertschöpfung im Beschaffungswesen

Kärntner Unternehmen sollen bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt werden.

Technologieoffenheit

Genehmigungen sollen Innovationen fördern, nicht behindern.

Landesprojekt-Manager für strategische Großprojekte

Große und innovative Vorhaben benötigen eine zentrale Koordination.

Energiewende vorantreiben

Genehmigungen dürfen nicht an Landschaftsschutzauflagen scheitern.

Wirtschaftsfreundliche Amtssachverständige

Amtssachverständige sollten mehr Handlungsspielraum zugunsten von Unternehmen nutzen.

Qualitätsmanagement in der Landesverwaltung

Effiziente, transparente Behördenverfahren für Projektwerber:innen.

Drei Fragen an ...

... Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten
... Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten © Zagorz

Sie sagen der Bürokratie den Kampf an. Warum?

Neben den zu hohen Energiepreisen und zu wenig Fachkräften ist die Überbürokratisierung im unternehmerischen Alltag durch ausufernde Berichts-, Informations- und Kontrollpflichten eines der größten Hindernisse. Und zwar selbst gemacht. Daher sagen wir: Schluss mit Schikanen.

Was wollen Sie konkret dagegen unternehmen?

Wir kämpfen seit Jahren gegen die Behördenwillkür und haben auch einiges erreicht wie etwa die Wirtschaftsombudsstelle. Aber das genügt nicht. Wir haben der Landesregierung ganz konkret die größten Schikanen aufgezeigt, unter denen die heimische Wirtschaft leidet.

Und was tun Sie, wenn nicht?

Die Herausforderungen für die Betriebe sind riesengroß, und der Geduldsfaden ist mittlerweile sehr kurz. Wenn die Betriebe beginnen, im großen Stil zuzusperren oder abzuwandern, wird die Politik schnell merken, dass ihre ganzen Vorschriften und Bescheide keine Steuern zahlen.