Die Lage könnte besser nicht sein: im Grünen und die Villacher Innenstadt dennoch nur zehn Minuten fußläufig entfernt. Doch das Haus aus den 1920er-Jahren war dem Ehepaar Zora und Heinz zu groß geworden, auch eine umfassende Renovierung war notwendig. Und so entschieden sie sich gleich zu einem radikalen Schritt: zur Transformation vom dreigeschoßigen Wohnhaus zum eingeschoßigen Pavillon. Vorgeschlagen von den Architekten Sonja Hohengasser und Jürgen Wirnsberger, die einen Großteil der alten, intakten Bausubstanz in das neue Konzept integrierten.
„Es ist schön, dass vieles vom alten Haus geblieben ist“, sagt die Bauherrin. Immerhin ist es das Elternhaus des Bauherrn. Der Keller wurde durch das teilweise Abnehmen des Geländes nach außen in ein bewohnbares Untergeschoß mit Einliegerwohnung umfunktioniert, das Erdgeschoß mit Holz- und Fensterelementen zu einem nahezu quadratischen (fast) barrierefreien Pavillon mit neuem Flachdach ergänzt. Ein paar Stufen im Eingangsbereich blieben, da das Untergeschoß halb aus der Erde ragt.
Zwei großzügige Dachfenster bringen viel Tageslicht ins Zentrum des Hauses. „Das Licht überrascht uns je nach Tages- und Jahreszeit oder Wetterlage immer wieder. Es ist immer anders und damit auch die Stimmung im Haus“, erzählt Zora. Da sie mit Naturmaterialien arbeiten wollten, überzeugte sie der Vorschlag der Architekten, die Ergänzungen in Holzbauweise auszuführen. Die sichtbaren Holzoberflächen wurden lediglich gekalkt beziehungsweise geölt
Das begrünte Flachdach samt Photovoltaikanlage wird von vielen, zarten Holzbalken getragen. Die weite Auskragung schafft im Südwesten und Südosten eine geschützte Terrasse, die je nach Tageszeit und Sonne genutzt werden kann. Durch die leichte Hanglage des Gebäudes entstand unter der Erweiterung ein geschützter Aufenthaltsbereich.
„Er vermittelt das Gefühl, im Haus, aber dennoch draußen zu sein. Sogar an heißen Sommertagen war es dort angenehm kühl“, schwärmt Zora. Von dort erreicht man auch die Einliegerwohnung und die Nebenräume. Das Leben mit und in der Natur ist den Bauherren sehr wichtig, daher hat jeder Raum einen direkten Bezug zum naturnahen Garten und die Blickachsen in die Umgebung wurden genau gewählt. Der alte Baumbestand blieb nach den Baumaßnahmen unverändert erhalten.
Seit mehr als einem Jahr wohnt das Ehepaar nun in ihrem Pavillon. „Und er ist viel schöner geworden, als wir es uns vorgestellt haben“, sagt die Bauherrin.