30 Jahre nachdem sich am 12. Juni 1994 Österreich für den Beitritt zur Europäischen Union entschieden hat, stehen am Sonntag wieder EU-Wahlen an. Ein Blick zurück beweist: Die heimische Wirtschaft hat vom gemeinsamen Markt stark profitiert. So ist die EU heute unser mit Abstand wichtigster Exportmarkt. Seit dem EU-Beitritt 1995 haben sich allein die Ausfuhren in die EU vervierfacht, aber auch andere Wirtschaftsfaktoren signifikant positiv entwickelt (siehe rechts). Ein Blick nach vorne zeigt aber: Die Union steht vor großen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel, dem Abbau der Bürokratie und der Sicherung und Transformation der Energieversorgung. Um im globalen Wettbewerb die Konkurrenzfähigkeit sicherzustellen, brauche es eine Vertiefung des Binnenmarkts, drängen Wirtschaftsforscher. Dafür müssen etwa die regulatorischen Belastungen und andere leistungsbremsende Hürden abgebaut werden, fordert der Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, Josef Herk.
Um zukunftsfit zu bleiben, brauche es zudem eine Stärkung der Innovationskraft durch gezielte Investitionen, die Förderung von Schlüsseltechnologien und die Sicherstellung, dass Arbeitskräfte über die richtigen Kompetenzen verfügen. Österreich hat auch diesbezüglich von der EU profitiert. Durch die Teilnahme an geförderten Forschungsprojekten hat sich die österreichische Forschungs- und Entwicklungsquote seit dem EU-Beitritt 1995 auf 3,2 Prozent des BIP mehr als verdoppelt. Die Steiermark sticht dabei besonders heraus und liegt mit über fünf Prozent seit Jahren konstant im europäischen Spitzenfeld, betont Manfred Kainz, Obmann Landesgremium Außenhandel. Diese Führungsrolle gelte es zu verteidigen. „Nur so können die Funktionalität des Standorts und die Resilienz insbesondere der Klein- und Mittelbetriebe als Rückgrat der europäischen Wirtschaft auch in Krisenzeiten gewährleistet werden“, unterstreicht Herk. Denn die Stärke der EU basiert auf der Kraft der Regionen. Die kleinen Einheiten erweisen sich als flexibles und widerstandsfähiges Fundament für die große Union.
Entgeltliche Einschaltung der Wirtschaftskammer Steiermark