Malerische Gewässer, markante Berggipfel und beeindruckende Fernsichten – Kärnten ist eine Schatzkammer voller Naturreichtümer. Was viele nicht wissen: Der eigentliche Naturschatz sind die zahlreichen Waldflächen und der daraus gewonnene Rohstoff. Heimisches Holz ist wertvoll, klimaneutral und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Wie gut kennen Sie eigentlich Kärntens Wälder?

Eine, die sich mit diesem Thema sehr gut auskennt, ist Elisabeth Schaschl. In einem Interview gibt die Referatsleiterin Einblicke in den größten Schatz des Bundeslandes und erklärt, warum Waldnutzung sinnvoll ist.

Den Wald nutzen – ja oder nein?

Schaschl: Ein klares „Ja“ dazu. Waldnutzung ist eine wesentliche Voraussetzung für den Wohlstand in unserem Land. Viele Familien im ländlichen Raum sind davon abhängig und durch den Export letztendlich die gesamte Kärntner Wirtschaft und damit unsere Bevölkerung. Und Waldnutzung ist auch gelebter Naturschutz, denn die Waldpflege garantiert gesunde Wälder. Das gilt vor allem, aber nicht nur, für Schutzwälder. Ohne ständige Pflege können sie ihre Schutzfunktion nicht erfüllen.

Elisabeth Schaschl, Leiterin des Referates Forst und Energie der Landwirtschaftskammer Kärnten<em> </em>
Elisabeth Schaschl, Leiterin des Referates Forst und Energie der Landwirtschaftskammer Kärnten © proHolz Kärnten

Wie hat sich der Kärntner Wald in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten entwickelt?

Schaschl: Der Wald wächst stetig. Hatten wir in Kärnten vor rund dreißig Jahren eine Waldfläche von rund 59 Prozent, so sind mit heutigem Tag 62 Prozent unseres Bundeslandes mit Wald bedeckt.

Wie ist die Waldwirtschaft in Österreich geregelt?

Schaschl: Wir haben eines der strengsten Forstgesetze weltweit. Es regelt, dass alles nachhaltig bewirtschaftet wird. Tatsächlich stammt der Begriff Nachhaltigkeit aus der Forstwirtschaft und trat von da den Siegeszug in sämtliche Branchen und Bereiche an. Er geht auf das 18. Jahrhundert und den Freiberger Oberberghauptmann Carl von Carlowitz zurück. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutete damals schon, nur so viel abzuholzen, wie in einer gewissen Zeit auf natürliche Weise nachwächst. Und daran halten sich unsere Waldbauern. Großkahlschläge werden fast ausschließlich durch Naturereignisse wie Stürme oder Muren oder durch breitflächigen Käferbefall verursacht.

Wie wird das kontrolliert?

Schaschl: Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft wird entlang seines Weges vom Forst bis zum fertigen Produkt streng geprüft. Gekennzeichnet wird es mit dem PEFC-Siegel. Es ist überall dort drauf, wo das Produkt ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig produziert wurde. Das gilt für Bauholz ebenso wie für Holzspielzeug, für Pellets, für Verpackungsmaterial oder Küchenrollen.

Wofür steht PEFC?

Schaschl: PEFC steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ und ist eine internationale Organisation, die sich den Erhalt der Wälder durch aktive, nachhaltige und klimafitte Waldbewirtschaftung zum Ziel gesetzt hat. Der Wald soll mit seinen vielen wichtigen Funktionen für nachfolgende Generationen erhalten bleiben sowie seine Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion auch in Zukunft erfüllen können. In Österreich sind bereits 80 Prozent der Wälder PEFC-zertifiziert.

Entstanden in Kooperation mit proHolz Kärnten.