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Causa geht weiterLisa Eckhart: Verlag wehrt sich gegen Vereinnahmung durch die AfD

Eine erneute Festival-Einladung an einem anderen Veranstaltungsort lehnt die österreichische Kabarettistin ab und wehrt sich gegne die Verwendung ihres Fotos durch die AfD. Indes sagt der Autor Sascha Reh au Solidarität mit Eckhart seine Teilnahme ab.

Kabarettistin Lisa Eckhart
Kabarettistin Lisa Eckhart © (c) APA/dpa/Daniel Karmann (Daniel Karmann)
 

Der Wirbel um die Ausladung der österreichischen Kabarettistin Lisa Eckhart vom Literaturfestival Harbour Front geht weiter. Eine Einladung für einen anderen Veranstaltungsort lehnte Eckart, die am 14. September ihren Debütroman "Omama" im Wettlesen um den Klaus-Michael-Kühne-Preis vorstellen sollte, gemeinsam mit ihrem Verlag ab. Unterdessen wehrt man sich gegen Unterstützung von falscher Seite.

"Linke zerstören Deutschlands Freiheit - Kabarettistin Lisa Eckhart nach Gewaltandrohung von Kulturfestival ausgeladen", textete am vergangenen Samstag der Landesverband Hessen der AfD auf Facebook zu einem Foto von Eckhart. "Sowohl Lisa Eckhart als auch der Paul Zsolnay Verlag weisen diesen plumpen Versuch der Instrumentalisierung zurück und betonen, die Inhalte und Ziele dieser Partei entschieden abzulehnen", hieß es heute in einer Presseerklärung dazu. "Darüber hinaus verletzt diese Aktion sowohl das Persönlichkeitsrecht als auch das Urheberrecht. Rechtliche Schritte gegen die AfD-Hessen wurden bereits eingeleitet."

Kritiker werfen der 1992 in Leoben geborenen und heute in Leipzig lebenden Kabarettistin vor, bei ihren Auftritten rassistische und antisemitische Klischees zu bedienen. Eckhart war wegen Sicherheitsbedenken des Hamburger Nochtspeichers ("Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind.") vom Festivalteam ausgeladen worden.

Nachdem der Club, seit vielen Jahren Veranstaltungsort des "Debütantensalons" im Harbour Front Literaturfestival, in der Begründung für die Absage präzisierte, dass es sich nicht um Drohungen von, sondern um Warnungen vor Gewaltanwendungen gehandelt habe, möchte das Festival nun die gesamte Veranstaltung (und nicht nur, wie zunächst angeboten, jene von Lisa Eckhart) an einer anderen Location stattfinden lassen und hat die Einladung an Lisa Eckhart zur Teilnahme erneuert. "Zu unserem größten Bedauern" hätten die Autorin und ihr Verlag aber abgesagt, so die Festivalleitung, die betont, "dass uns weder politische Motive, noch irgendwelche Kritik an der Arbeit der Künstlerin beeinflusst oder gar geleitet haben".

Im Verlag hieß es dazu gegenüber der Austria Presse Agentur, man habe selbst am Anfang den Vorschlag einer Verlegung der gesamten Veranstaltung gemacht, sei damit aber abgeschmettert und Eckhart stattdessen eine Online-Lesung angeboten worden. Jetzt sei es zu spät. Nun werde Eckart instrumentalisiert, wogegen man sich verwehre. "Aufgabe eines Verlags ist auch, seine Autoren und Autorinnen zu schützen", sagte Zsolnay-Verlagsleiter Herbert Ohrlinger der Deuschen Presse Agentur. Die Autorin stehe nun "unter enormem Druck".

Unterdessen hat der Autor Sascha Reh über Facebook aus Solidarität mit Eckhart seine Teilnahme an den Lesungen um die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für das beste deutschsprachige Romandebüt des Jahres abgesagt: "Ich sehe mich außerstande, bei einer Veranstaltung zu lesen, die sich nicht unmissverständlich hinter das Recht auf Freiheit in Kunst und Rede stellt - auch dann, wenn mit Krawall zu rechnen ist."

In Wien wird Eckhart ihren Roman am 27. August bei den O-Tönen im Museumsquartier vorstellen. Heute, Montag, Abend sowie am Dienstag tritt sie im Wiener Stadtsaal mit ihrem Programm "Die Vorteile des Lasters" auf.

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tupper10
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Unfassbar

Habe mir soeben einen Auftritt von Lisa Eckhart auf YouTube angesehen. Einfach schrecklich. So spricht die "Kabarettistin" über den Veitstanz, eine Gehirnerkrankung, bei der die Betroffenen unter anderem unkoordinierte Bewegungen vollführen. Wie Eckhart richtig ausführt, handelt es sich um eine Psychose. Sie schließt mit den Worten "Damals konnte man die noch verbrennen. Das geht heute nicht mehr - leider."
Das ist nicht witzig, das ist unfassbar. Sie bedauert, dass man Menschen, die an geistigen Erkrankungen leiden, nicht mehr einfach umbringen darf - so wie das im Mittelalter und grauenhafterweise auch unter dem Nazi-Regime getan wurde.

michael787
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Stimme zu

Das ist ein Auftritt in Berlin. Habe mir das auch auf YT angeschaut. Dieser Sager ist ein größerer Skandal als der Juden-Witz, den man vielleicht noch als "missglückt" entschuldige könnte. Fragwürdig auch ihre Aussagen über "Turnvater" Jahn im selben Programm, dessen deutschnationale Gesinnung Frau Eckhart einfach übergeht statt sie zur Zielscheibe ihrer Kritik zu machen.

tupper10
11
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Ihre Aussage...

über Inder ist ha nicht minder rassistisch: Sie bezeichnet indische Menschen als "Geräte" und spricht ihnen damit ihre Menschlichkeit ab. Inder, so wird suggeriert, sind keine Menschen, haben keine Gefühle, man darf mit ihnen umgehen wie mit Geräten, sie sind "Dinge", die man (miss-)brauchen und dann entsorgen darf. Dass sie sich dann auch noch über deren Religion lustig macht, ist nur das Tüpfelchen auf dem i. Das hat mit Kabarett oder Satire nichts zu tun, das sind billige rassistische Hassaufrufe.

schadstoffarm
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16.8. 19:05h oe1 contra

Lisa eckhart - brilliant und provokant

tupper10
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Was ist daran "brilliant"...

... wenn man unter anderem die Todesstrafe für geisteskranke Menschen fordert (siehe meinen Kommentar oben)??? Auch "provokant" ist es nicht, sondern einfach nur menschenverachtend und geschmacklos.

schadstoffarm
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Das Ereignis liegt in der zukunft

Kann ich noch nicht sagen. Warum lachst du bei einem Witz 3 mal?
Wennst ihn hörst
Wennst ihn erklärt bekommst
Wennst ihn verstehst

tupper10
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Was an der Aussage...

... "Geisteskranke Menschen darf man leider nicht ermorden" (und nichts anderes heißt ihr Spruch) witzig sein soll, musst du mir echt erst erklären. Auch Kunst hat ihre - ethischen - Grenzen. Das ist in weiterer Folge nichts anderes als ein Aufruf zu Hass gegenüber Anderen, in diesem Fall Kranken. Und du findest das auch noch komisch. Ich nicht.

schadstoffarm
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Ich kenn die Passage nicht

Aber ich nehme an es iss so:ich bin ein vermeintlicher Gutmensch, der Aufklärung verpflichtet und politisch korrekt. In gar nicht so grenzwertigen Situationen entwickle ich tötungsfantasien, Aberglauben und Wünsche mir einen kleinen Diktator herbei. Ich bin ein oberflächlicher Mensch, ihr wortwitz genügt mir und ich erfursche nicht was sie wirklich sagen will. Und das Buch werd ich auch lesen.

FerdinandBerger
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Weil es im Artikel vergessen wurde zu erwähnen:

Als Kindle nur 17,99 bei Amazon.

schadstoffarm
2
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Im std

Gibt's ein paar Seiten vorabdruck.