Diese wurden in den letzten Jahren ziemlich rar, denn zur Königsdisziplin der Motorsport-Köngisklasse hat sich die Aerodynamik entwickelt. Die beiden großen Ziele heißen dabei: geringer Luftwiderstand (engl.: Drag) und hoher Anpressdruck (engl. Downforce). Ersterer sorgt dafür, dass der Bolide schnell durch die entgegenströmende Luft schneidet. Letzterer verstärkt die Haftung der Reifen auf dem Asphalt, damit das Auto mit möglichst hoher Geschwindigkeit durch die Kurve fahren kann, ohne von der Strecke zu fliegen.

Die F1-Teams haben diesbezüglich erstklassige Arbeit geleistet und es geschafft, die Luft durch ausgeklügelte Konstruktionen, vor allem beim Frontflügel, den Seitenkästen und dem Unterboden, nahezu perfekt um ihre Boliden zu leiten. Die dabei hinter dem Auto entstehenden Luftverwirbelungen sind allerdings die Kehrseite der Medaille, denn sie machen nachfolgenden Autos das Leben schwer. Diese kommen mit den chaotischen Verwirbelungen nicht zurecht. Es ist für sie kaum möglich, über längere Zeit hinter einem Konkurrenten herzufahren, um ein Überholmanöver vorzubereiten. Resultat: Positionswechsel sind auf vielen Strecken Mangelware.

Mehr DRS-Zonen - neue Regeln

In den DRS-Zonen (DRS steht für Drag Reduction System, Anm.) hingegen verändern sich die Vorzeichen. Auf diesen festgelegten Streckenabschnitten kann ein hinterherfahrender Pilot, sofern er sich innerhalb eines definierten Abstandes zum Vordermann befindet, seinen Heckflügel flach stellen. Er verringert damit den Luftwiderstand und kann so einen Geschwindigkeitsvorteil aufbauen, um das vor ihm fahrende Auto leichter zu überholen. In Spielberg ist dies nun auch in einer dritten DRS-Zone zwischen den Kurven 1 und 3 erlaubt.

Bereits beim GP von Kanada griff die FIA auf eine zusätzliche DRS-Zone zurück. Für die kommende Saison reagiert der Weltverband zudem mit Regeländerungen in Bezug auf die Aerodynamik, die das nahe Auffahren auf den Vordermann wieder ermöglichen sollen. Auf die Konstrukteure kommen damit neue Herausforderungen zu, u. a. müssen Frontflügel, Winglets an den Bremskanälen und Heckflügel modifiziert werden.

Ein Stück Formel 1 in der eigenen Garage

Von den aerodynamischen Meisterleistungen für die Formel 1 profitiert auch der private Autofahrer. Denn traditionell dienen High-End-Komponenten aus dem Motorsport als Grundlage für die Weiterentwicklung der Serienmodelle. Aktuell kann man sich mit dem neuen Renault Megane R.S. sogar ein Stück Königsklasse in die eigene Garage holen.

Der Bug des R.S. besticht mit einem breiten Stoßfänger samt F1-Frontspoiler, um den Luftstrom gezielter zu leiten, die Wärmetauscher zu versorgen und den Motor zu kühlen. Auch der spezielle hintere Stoßfänger weist viele von der F1 inspirierte Funktionen auf: Zentraler Doppelauspuff, funktionaler Diffusor für bessere Aerodynamik, seitliche Luftauslässe am Stoßfänger zum Kanalisieren der Luftströme, Spoiler für ausgewogenes Verhalten. Ein sportliches Armaturenbrett, Sitze mit integrierten Kopfstützen und zusätzlichem Halt, ein spezielles R.S. Lenkrad mit Schaltwippen, Aluminiumpedale und -fußauflage runden das pure Sportvergnügen ab und wecken den inneren Rennfahrer.