„Zur Klarstellung, weil ich immer wieder auf die aktuelle Debatte angesprochen werde: Die Spider Murphy Gang ist Kult und ‚Skandal im Sperrbezirk‘ wird auf der Wiesn natürlich nicht verboten“, schreibt Christian Scharpf, Chef des Münchner Oktoberfests, in einem Instagram-Posting. Vor kurzem ist eine Debatte rund um frauenfeindliche Ausdrücke in dem Kult-Song entstanden.

Auslöser dieser Debatte war eine Liste der Gleichstellungsbeauftragten der bayerischen Stadt Erlangen. Darauf zu finden waren zwölf Songs mit der Bitte, diese nicht auf der sogenannten „Bergkirchweih“, einem Volksfest, zu spielen. Unter den Songs waren die umstrittenen Lieder „Layla“ „Joana“, „20 Zentimeter“ und eben auch „Skandal im Sperrbezirk“. Die Stadt Erlangen sagte den „Nürnberger Nachrichten“, dass es sich bei den zwölf Songs nicht um eine Verbotsliste handelt. „Die Liste ist als Orientierung und Sensibilisierung gedacht. Unser gemeinsames Ziel mit Wirtinnen, Wirten und Schaustellerbetrieben ist ein friedliches und respektvolles Fest für alle“, heißt es. 

Kritik an Liste

Dennoch hagelte es Kritik von allen Seiten. AfD und FDP reagieren empört, auch die Wirte selbst kritisierten die Liste. Inzwischen landete die Causa sogar in München und beim Oktoberfest-Chef, wie das Instagram-Posting vermuten lässt. Von einem möglichen Verbot des Songs will er nichts hören: „Auf so eine Idee wäre ich niemals gekommen“, schreibt Scharpf weiter. Das Lied sei „ein Stück Münchner Musikgeschichte“.

In der Münchner „Abendzeitung“ äußerte sich auch „Spider Murphy Gang“-Frontmann Günther Sigl zu Wort. „Es ist eine ewige Gschicht, dass der Song eigentlich missverstanden wird“, wird er darin zitiert. Das Lied sei nicht frauenfeindlich, sondern ein „Tatsachenbericht“ wie es 1972, als der Sperrbezirk in München eingeführt wurde, war. „Die Stadt wollte sich für Olympia sauber präsentieren. Natürlich ist unser Text ein bisschen ironisch und stichelt gegen die Doppelmoral in der Stadt“, erklärt Sigl und weiter: „Dass der Song jetzt im Kontext mit Liedern wie ‚Zehn nackte Friseusen‘ genannt wird, finde ich schade.“

Sexuelle Belästigung als Auslöser

Doch warum hat die Stadt Erlangen überhaupt eine solche Liste angelegt? Diese Frage hat sich auch der „Spiegel“ gemeinsam mit den „Nürnberger Nachrichten“ gestellt. Der eigentliche Anlass seien Berichte über sexuelle Belästigungen auf dem Volksfest in den Vorjahren gewesen – womöglich angeheizt durch frauenfeindliche Songtexte.