Gut 1500 Fans feuerten ihr Team Legia Warschau beim Conference League-Match im slowenischen Celje an. Auf der Heimfahrt nach Polen verursachten 100 von ihnen auf der A 9 bei Kalsdorf mutwillig einen Stau – um einen Kroaten auszurauben, schwer zu verletzen und sein Auto zu Kleinholz zu zerschlagen. Nun kommt es zum strafrechtlichen Nachspiel für die Hooligans, acht sind (noch nicht rechtskräftig) von der Grazer Staatsanwaltschaft angeklagt worden.

Zur Einordnung: „Ein solches Vorgehen durch gewaltbereite Fußballfans ist in Polen nicht ungewöhnlich“, lässt die dortige Polizei wissen. Im November des Vorjahres schwappte diese Gewalt der „High-Risk-Fans“ (wie berichtet) plötzlich in die Steiermark über: Wie aus der Anklage hervorgeht, war die Tat von erschreckender Brutalität gekennzeichnet, aber eigentlich woanders geplant. Mit den Erzfeinden von Dinamo Zagreb wollten sich die Warschauer nämlich in Kroatien schlägern, man war mit Waffen (Holzstiele, Metallstangen) ausgerüstet. Die kroatische und slowenische Polizei leitete die Gruppe aber um, verhinderte diese geplante „Drittortauseinandersetzung“.

Autobahn blockiert, Pkw zertrümmert

Die Warschauer reisten dann unverrichteter Dinge über Spielfeld in die Steiermark ein, im Korso befuhr man zunächst die A 9. Die Anklage wirft den Hooligans „riskante Fahrweise und unbegründetes Abbremsen“ vor. Es kam noch schlimmer: „Bremsmanöver mehrerer nebeneinander fahrender polnischer Fahrzeuge führten zum völligen Stillstand des Verkehrs.“ Vorwurf der Staatsanwaltschaft: „Ziel des Anhaltens war es, Anhänger des verfeindeten kroatischen Fanclubs zu finden, diese körperlich zu attackieren und auszurauben.“

Genau das geschah: Etwa 100 (!) vermummte Personen stürmten aus ihren Fahrzeugen, liefen mit Axtstielen und Eisenstangen auf der A 9 auf einen Pkw zu. Zwei Kroaten (sie haben dem Vernehmen nach mit Fußball gar nichts am Hut) wurden Opfer, einer wurde krankenhausreif geprügelt. Zudem wurden 28.000 Euro erbeutet.

20 Hooligans kamen in U-Haft

Nach dem Vorfall in Kalsdorf konnten die polnischen Fahrzeuge auf der A 2 im Bezirk Weiz angehalten werden. 20 Personen wanderten in U-Haft. Acht von ihnen wird bald der Prozess gemacht: „Den Männern wird schwerer Raub vorgeworfen“, bestätigt Gerichtssprecherin Barbara Schwarz der Kleinen Zeitung. Die Verhandlung ist nicht zwingend der Schlusspfiff. Weitere Hooligans werden noch abgesondert verfolgt.