Sempre, sempre“ von „Al Bano & Romina Power“ wummert aus dem Lautsprecher der auf einem Gabelstapler steht. Und damit um die Ecke tuckern Hausherr Lukas Jahn und Ex-Snowboardprofi Peter König.
Vor Ort beim „Weinhof Locknbauer“ in Pichla bei Tieschen sind Fotograf Jürgen Fuchs und ich aber nicht wegen Italo-Schnulzen oder Baustellenromantik. Nein. Es geht um Pizza.

Die Erwartungen sind hoch. Fotograf wie Redakteur sind beide seit Jahren selbst begeisterte Hobbypizzabäcker mit kleiner Profiausrüstung. Der Nerd-Genuss-Quotient ist bei dieser Zusammenkunft also ganz besonders hoch. Und dabei sind wir auch schon beim richtigen Stichwort: Nerd. Das muss man nämlich sein, um in die hohe Kunst des Pizzabackens einzutauchen. Denn jeder der sich schon einmal halbwegs seriös mit dem italienischen Nationalgericht beschäftigt hat weiß, dass man sich allein beim Thema Teig durch neue intergalaktische Dimensionen kämpfen muss.

Das nennt man Leidenschaft: die beiden Pizza-Pop-up-Brothers haben sich jeweils ein Pizzastück auf den Oberschenkel tätowieren lassen
© Juergen Fuchs

Und genau das war auch der gar nicht so intergalaktische Anknüpfungspunkt des Tirolers mit dem Südoststeirer: Produktfanatismus. Jahn betreibt diesen beim Weinbau wie bei der Kulinarik am stylischen Buschenschank. König als Food-Designer. Der Zillertaler entdeckte nach seine Profikarriere als Snowboarder die Leidenschaft zur Kulinarik und landetet als Sous Chef in der Küche des Hotel „Der Steirerhof“ in Bad Waltersdorf. Mittlerweile lebt er Fulltime in Pichla bei Tieschen und geht dort seiner Leidenschaft Kulinarik nach. Hier traf er auch auf Winzer Jahn.

Lange Rede kurzer Sinn: beide stellten fest, dass man in der Region kaum authentische Pizza Napoletana bekommt und so wurde das Buschenschank-Popup „Sempre Domenica“ geboren. Jeden Sonntag im August beim Locknbauer.

Zwei Klassiker der italienischen Küche treffen hier aufeinander: Salsiccia und Pizza
© Juergen Fuchs

Für alle die jetzt Lust bekommen haben selbst zu Hause gute Pizza zu backen: man braucht vor allem hohe Hitze. Also zumindest einen Pizzastein für Backrohr oder Grill. Auch an der Tomatensoße und ihren Konsistenzen kann man tüfteln. Doch die Königsdisziplin: der Teig. Wer einmal richtigen Pizzateig gegessen hat, will nie wieder einen anderen essen. Pizzateig braucht viel Zeit und Ruhe. Laut König sollte man ihn mindestens 48 Stunden rasten lassen.