Ei laf ju. Das stand auf dem selbst gebastelten Vatertagsgeschenk meiner Tochter am letzten Wochenende. Auf die Frage, welches Ei mich denn liebt, antwortete sie nur mit einem verständnislosen: "Na ich!"
Schlechter Scherz vom Papa. Worauf sich Tochter wie Vater aber definitiv einigen können, ist die Liebe zum Hühnerei. Wie eigentlich eh fast jeder, oder? Das Ei ist doch in vielerlei Hinsicht ein fantastisches Produkt.

Kaum ein Lebensmittel ist so reich an wichtigen Nährstoffen und dabei so vielseitig. Ob Eierspeise, Eiernockerl, in Kuchen, Suppe, Auflauf oder als Omelette: Wir lieben Eier. Zwei Milliarden verrührte oder verkochte Eier pro Jahr beweisen diese österreichische Leidenschaft.Mehr zum Thema (3111f52f)

Doch Ei ist nicht gleich Ei! Bei kaum einem Lebensmittel sind die Qualität und die Herkunft so deutlich nachvollziehbar wie bei Hühnereiern. Jedes Ei ist mit einem aufgedruckten Code gekennzeichnet und verrät die Art der Tierhaltung, das Herkunftsland und das Mindesthaltbarkeitsdatum. Schwieriger bei der Nachverfolgung wird es bei versteckten Eiern, die in beinahe jedem zweiten verarbeiteten Lebensmittel als Volleipulver enthalten sind. Wer also sichergehen möchte, dass die Eier aus einer tierfreundlichen Haltungsart stammen, achtet auf die Kennzeichnung.

Kevin Granegger und Alexander Obereder philosophieren darüber, worauf es bei der Hühnerhaltung ankommt
© Markus Traussnig

Wie etwa Kevin Granegger, Küchenchef im Mountain Resort Feuerberg. 5000 Eier pro Woche verarbeitet das innovative Refugium. Wenn man bedenkt, dass das Wellness-Resort ganzheitlich auf die Verwendung regionaler Produkte umgestellt hat, könnte man sich fragen: "Wo wollen die das ganze Jahr hindurch so viele Bio-Eier herbekommen?"

Weit muss der ambitionierte Koch nicht schauen. Rund 6000 Biolegehennen leben auf dem Hof der Familie Obereder in Gnesau. Da man am Feuerberg das ganze Jahr hindurch voll ausgelastet ist und die Hühner am Biohof Schnitzer täglich Eier legen, ist das eine perfekte Symbiose. Und sichert dem Hof mit einem derartigen Großabnehmer den wirtschaftlichen Fortbestand.

Wer qualitativ hochwertige Lebensmittel produzieren möchte, darf keine minderwertigen Futtermittel verwenden. Es kommt über die Nahrungskette wieder alles zurück
© Markus Traussnig

Möglich wären auf der gleichen Fläche theoretisch 11.000 Tiere. Darauf verzichtet Juniorchef Alexander Obereder aber, denn das Tierwohl wird bei ihm großgeschrieben. Und das sieht man. Die Tiere flattern wohlgenährt und in prächtigem Federkleid über die Wiese. Sie picken und scharren im Freien, fressen Gras und Würmer, stolzieren durch ihr eigenes Reich.

Das wirkt sich auch unmittelbar auf den Geschmack aus, freut sich der Koch: "Intensiver, voller Dotter, stark cremig und leicht süßlich. Das Eiweiß klar und in gekochtem Zustand fest." Eingesetzt werden die Bio-Eier im Mountain Resort Feuerberg den ganzen Tag hindurch. Ob in der Früh als Spiegelei oder pochiert, im Waffel- oder Palatschinkenteig. Zu Mittag im Nudelteig oder in selbst gemachten Spätzle wie auch beim abendlichen Dinner.

Aus gutem Ei wird gutes Essen: Feuerberg-Küchenchef Kevin Granegger weiß tolle Produkte gekonnt in Szene zu setzen
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