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RAT VOM EXPERTEN GÜNTHER NUSSBAUM

Damit der Pfusch nicht schon vor dem Bauen beginnt

Guter Rat in Serie. Der Bausachverständige Günther Nussbaum gibt in der Kleinen Zeitung ab sofort regelmäßig kleine Tipps, wie große Baufehler zu vermeiden sind. Teil eins: Der Baugrund - von Wasseradern und rutschenden Hängen.

© (c) ERNST KAINERSTORFER
 

Nach einer kürzlich geführten Facebook-Diskussion zum Thema „Wünschelruten und Wasseradern“ beginne ich meine Serie zum Thema Bauen heute mit dem Baugrund. Oft sind es ja gerade kleine Tipps, die Schäden und Ärger beim Hausbauen vermeiden helfen:

  1. Wenn Sie schon glücklicher Besitzer eines Grundstücks sind, müssen Sie nur mehr bei der Gemeinde bzw. Baubehörde fragen, ob und wie Sie darauf bauen dürfen. Bei einer Baulandwidmung geben die „Flächenwidmungs- und Bebauungspläne“ über zulässige Nutzung und Bebauungsbestimmungen Auskunft.
  2. Flächenbezogen empfehlen sich mindestens 200–300 Quadratmeter für eine Doppelhaushälfte oder ein Reihenhaus und 500 bis 800 Quadratmeter für das Ein- oder Mehrfamilienhaus. Große Baugründe abseits von Verkehrsanbindungen und städtischer Infrastruktur fördern die Zersiedelung der Landschaften.
  3. Vor dem Grundkauf soll unbedingt der Bemessungswasserstand erfragt werden. Das ist der höchste anzunehmende Grundwasserstand plus Sicherheitszuschlag (in der Regel 30 cm). Aber Achtung: Bei lehmigem Boden ist immer mit Grundwasseranstau am Keller zu rechnen. Auch wenn die Grundwasseroberfläche selbst 20 Meter tiefer liegt. Für den Baugrund haftet in der Regel der Grundeigentümer. Der Kellerbauer nimmt eine gewisse Bodenbeschaffenheit als Grundlage für sein Angebot an. Wenn der Bagger nach Auftragserteilung auf Grundwasser oder einen härteren Boden als angenommen trifft, kann es richtig teuer werden. Vorsicht auch bei Hanggrundstücken: Leicht schräge Baugründe sind oft rutschgefährdeter als steile! Im Zweifel beauftragen Sie einen Geotechniker mit einer Baugrundanalyse.
  4. Prüfen Sie vor dem Kauf auch gesundheitlich relevante Umstände wie die zu erwartende Pollenbelastung (www.pollenwarndienst.at) oder Belastungen durch den Hausbrand in windarmen Tallagen. Checken Sie die Hauptwindrichtung und damit, ob Immissionen durch Landwirtschaft und Industrie zu erwarten sind. Schadstoffbelastungen durch Tankstellen und erhöhte Ozon-Belastungen am Stadtrand können gleich unangenehm werden wie eine Biobelastung durch landwirtschaftlich genutzte Felder.
  5. Was kaum jemand weiß: Die Hälfte der Strahlenbelastung in Österreich wird durch das Einatmen des im Boden befindlichen Edelgases Radon verursacht. Radon gilt nach dem Rauchen als die Hauptursache für Lungenkrebs! Prüfen Sie daher vor dem Kauf, in welche der drei Radonklassen Ihr Baugrund fällt: mithilfe der Radonkarte des Lebensministeriums. Ach ja, Wasseradern: „Geopathische Störzonen“ bzw. „Wasser in unterirdischen Adern“ gibt es laut aktuellem Stand der Wissenschaft nicht. Sie sind eine Erfindung der Wünschelrutengeher.

 

Zur Person

Günther Nussbaum ist EU-zertifizierter Bausachverständiger, Spengler, Dachdeckermeister, Gebäudethermograf und Luftdichtheitsprüfer sowie Gründer des Vereins „Bauherrenhilfe“. Bekannt wurde er durch die ATV-Serie „Pfusch am Bau“.
http://bauherrenhilfe.org

Buchtipp: „(K)ein Pfusch am Bau“, Linde-Verlag, 24,90 Euro

 

Kommentare (1)

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Aussenstehender
1
0
Lesenswert?

unterirdische Wasseradern gibt es nicht

Weiss doch so Mancher dass es die aber gibt. Nicht so gross wie die Mur, aber es gibt auch Adern in der Grösse aines Baches.
und Wünschelrutengänger gibt es doch auch. Aber nicht Jeder kann eine Quelle auf seinem Baugrund lokalisieren. Es gibt viele Leute die kaum einen Apfel malen können, aber Michelangelo, Rubens, Peter Brueghel u.s.w. , die konnten das, und noch viel viel mehr.

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