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Laudamotion All-in-Vertrag: 1130,63 Euro brutto für Flugbegleiter lassen Personal rotieren

Weiter Wirbel um neue Laudamotion-Dienstverträge. Gewerkschaft vida hält mehrere Klauseln unzulässig und sittenwidrig.

PK LAUDAMOTION, RYANAIR 'NEUE STRECKEN AB OeSTERREICH, SOMMERFLUGPLAN 2020, FLOTTENAUSBAU UND WEITERE NEUERUNGEN': GRUBER / O'LEARY
© APA/HELMUT FOHRINGER
 

Die neuen Dienstverträge, die bei der österreichischen Ryanair-Tochter Laudamotion zum Einsatz kommen sollen, sorgen weiter für Kritik. Die Gewerkschaft vida hält mehrere Klauseln für unzulässig und sittenwidrig, wie sie am Dienstag nach einer ersten rechtlichen Prüfung erklärte.

Bei irischer Crewlink angestellt

Neue Flugbegleiter und Piloten sollen nicht mehr direkt bei Laudamotion angestellt werden, sondern über den irischen Ryanair-Partner Crewlink. Wie es in einem Dienstvertrag heißt, beträgt das Jahresbruttogehalt eines Junior-Flugbegleiters 15.828,82 Euro. Weiters heißt es: "Dies ist ein "All-in"-Vertrag, das heißt, Ihre gesamte Vergütung wurde so berechnet, dass auch eine Prämie für alle Stunden im Zusammenhang mit dem Flugdienst inkludiert ist, auch für Reports vor und nach dem Flug, Verspätungen und alle Aufgaben an Bord. Ihr Gehalt beinhaltet auch eine Prämie für Sonntags- und Feiertagsdienste."

Die vida kritisierte am Dienstag, dass bei dem angegebenen Gehalt - auf Monatsbasis sind es umgerechnet 1.130,63 Euro brutto - eine gesetzeskonforme "All-In"-Widmung fehle. Es bleibe unklar, worin das Grund- und worin das All-In-Gehalt (Überzahlung) bestehe. Damit sei nicht überprüfbar, ob die geleisteten Überstunden tatsächlich im Gehalt "abgedeckt" sind, so die Gewerkschaft. Sie fürchtet eine Missachtung des Lauda-Kollektivvertrages: "Schon anhand des Gehalts ist erkennbar (ein derart niedriges konnte im Lauda-KV nicht gefunden werden), dass die Bestimmungen des Arbeitskräfteüberlassungsgesetz im vorliegenden Vertrag missachtet werden."

Kein Dienstort vereinbart

Ein Dienstort wird in den Verträgen nicht vereinbart, das heißt, die Mitarbeiter können auf jede andere Ryanair-Basis versetzt werden. Die vida hält solche "völlig offene, undefinierte Versetzungsvorbehalte" für "sittenwidrig". Auch "jene Klausel im Vertrag, die auf eine Wahl des Arztes durch den Arbeitgeber im Falle des Krankenstandes abzielt, ist sittenwidrig", so die Gewerkschaft - ebenso die Bestimmungen zu Urlaub und Arbeitszeit. Auch "verdachtsunabhängige Alkohol- und Drogentests oder Taschenkontrollen" seien ohne Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat "unzulässig".

Uniformen selbst kaufen

Laudamotion hat seit kurzem neue, rote Uniformen im Einsatz. Diese müssen von den Flugbegleitern laut dem Crewlink-Dienstvertrag gekauft werden. Aus dem Englischen übersetzt heißt es: "Sie werden für den Erwerb, die Wartung und den Unterhalt der Uniform, einschließlich der Reinigung und dem Erwerb von Ersatzartikeln, verantwortlich sein."

Stellungnahme

Für morgen, Mittwoch, lädt Laudamotion zu einer Pressekonferenz in Schwechat mit Ryanair-Chef Michael O'Leary ein. Thema: "Flottenausbau und weitere Neuerungen". Zu den neuen Dienstverträgen hat die Fluglinie am Dienstag ebenfalls eine Erklärung angekündigt.

Wie aus der Crewlink-Webseite hervorgeht, sucht das Unternehmen am 6. November in Wien und am 8. November in Graz bei Bewerbungstagen nach neuem Flugpersonal.

Kommentare (13)

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lilith73
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Putzfrauen, statt Flugbeleiter

Zu diesem Lohn arbeiten zu gehen ist ja schon eine Zumutung. JedePutzfrau verdient mehr, und muss keine Überstunden machen.
Einzige Lösung= nicht mit dieser Fluglinie fliegen.

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Kunierer
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Soll sich doch der OLeary

seinen Dreck selber machen wenn er nichts bezahlt. Lauda war auch nie ein Gönner für sein Flugpersonal aber der Ire hat ihn um ein Vielfaches übertroffen.

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SoundofThunder
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🤔

Solche Verträge gab es früher nur für hochbezahlte Manager denen es egal war ob sie ihre Überstunden,Feiertage etc. bezahlt bekommen haben wenn man 100000€ Fix im Monat verdient. Das auf die kleinen Leute anzuwenden ist moderne Sklaverei.

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SoundofThunder
0
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🤔

Ja,Balrog. Wo sind wir denn 😏?

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ronin1234
2
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Reaktion

Sollen alle Fluggesellschaften die Tickets um 200 Euro teurer verkaufen, so einfach ist das. Keine Streiks mehr und es wird nicht mehr unnötig in der Gegend herumgeflogen.

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MM1995
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Brutto???????

Sorry, aber wer um dieses Gehalt arbeiten geht, ist selbst schuld. Das ist einfach unwürdig und kein Mensch kann einen Job so dringend brauchen, dass er dann netto 800,-- rausbekommt und noch selbst seine Uniformen kaufen muss.

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gerbur
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Und wer hat uns diese airline

eingebrockt? Tja, wo Lauda draufsteht ist auch Lauda drinnen! Geiz ist geil! Noch eine Frage: Wer ist so blöd und geht zu diesen Bedingungen arbeiten?

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Sashoma
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Billiglohnland Ö

Grüsse aus der Schweiz,
Lohnsteuer zahl ich nicht mehr für euch, nein danke

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Kristianjarnig
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Fast hätte ich Ihnen einen Daumen nach oben gegeben.

ABER - die Schweizer haben selbst genug - sie wissen schon was - am Stecken und dort wo die RYR Wurzeln schlägt ist es nun mal so. Da hilft nur eine EU Initiative dagegen weil es dann gegen ALLE BASEN in ALLEN Ländern dieser EU gegen ALLE Zweigfirmen des Unternehmens wirken würde. Das würde helfen aber wir kennen ja unsere effektive EU(die nebenbei bemerkt auch von den ach so sauberen Schweizern hoffiert wird).

Jetzt zahlen Sie Ihre Abgaben in der Schweizer, dort ist es ja billiger als in ÖSterreich(lach).

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Eyeofthebeholder
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Man sollte aber schon auch dazusagen,

dass das das Gehalt im 1. Jahr ist und dass die wöchentliche Arbeitszeit 19 Stunden beträgt.

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ronny999
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Unterschied,

zur Vollarbeitszeit ist ja nur unwesentlich und Gewerkschaftsbonzen lügen ja nie - außer beim eigenen Einkommen -aber was sind schon brutto 20.000,— bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 140 Stunden😂

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SoundofThunder
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🤔

ÖBB-Aufsichtsratsbonzen verdanken Hofer ihre satte Lohnerhöhung von 55%. Wer kann schon von 9000€ im Monat leben? Mit 14000€ plus 800€ pro Sitzung lebt es sich bekanntlich besser.

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checker43
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Mit

Arbeitszeit ist die reine Flugzeit gemeint?

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