Er war unter anderem Arbeitnehmervertreter bei Pengg, Landesgeschäftsführer der SPÖ und saß für die Sozialdemokraten ab 1987 im Landtag, wo er als Klubchef ebenso fungierte wie als Landtagspräsident und als stellvertretender Landeshauptmann. Am Freitagabend diente aber seine Heimatgemeinde Thörl als große Bühne für Siegfried Schrittwieser, wurde der seit heuer 70-Jährige doch zum Ehrenbürger ernannt.

Gewürdigt wurden neben den Errungenschaften auf Landesebene auch Schrittwiesers Verdiente in seiner Heimatgemeinde. Bereits ab 1975 hatte er dem Gemeinderat angehört, war von 1980 bis 1988 und von 2000 bis 2004 Vizebürgermeister und anschließend bis 2006 Ortschef. "Als ich 2006 als Quereinsteiger gekommen bin, habe ich dank Siegi und Günther Kajer ein wunderbares Fundament vorgefunden", sagte Bürgermeister Günther Wagner im Zuge seiner Laudatio.

Von der Politik zum Roten Kreuz

Als sich Schrittwieser nach der Landtagswahl 2015 aus der Politik zurückzog, hielt der (Un-)Ruhestand nicht lange an, bereits im November 2016 kehrte der gelernte Schlosser als Rotkreuz-Bezirksstellenleiter auf das gesellschaftliche Parkett zurück. In dieser Funktion hat er heute noch regelmäßig mit Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang zu tun, der ebenso wie der Nationalratsabgeordnete Jörg Leichtfried, der Landtagsabgeordnete Stefan Hofer und Bezirkshauptmann Bernhard Preiner, zu den Gratulanten zählte. "Siegi hat auch im Landtag nie darauf vergessen, dass die Gemeinden und Städte das Rückgrat unseres Landes sind", sagte Lang, der Schrittwieser als "harten, aber fairen Diskutanten mit Handschlagqualität" kennengelernt hat.

Gerade dieses Diskutieren sei besonders wichtig, sagte ein sichtlich gerührter Siegfried Schrittwieser, dessen Dank vor allem Gattin Elisabeth und Tochter Bettina galt: "Die Auseinandersetzung im politischen Alltag ist wichtig. Noch wichtiger ist es aber, dass man nachher noch zusammenstehen kann und eine Gesprächsbasis vorfindet." Denn gerade die Kommunalpolitik, so Schrittwieser in Richtung der heutigen Polit-Generation, lebe vom Zusammenarbeiten, dem Verständnis und dem freundschaftlichen Umgang miteinander.