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Ein Adler mit roten Federn

KAC-Urgestein Andreas Pušnik zeigt seinem Rekordmeister die Rote Karte und drückt heute den blau-weißen Villachern die Daumen.

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Der Papa war sein Riesenvorbild: Nach Sepp Puschnig (67), dem unvergesslichen "Karawankenbär", der in seinen 13 KAC-Saisonen zwölf Meistertitel mit den Rotjacken gefeiert hatte, wurde sogar die Trainingshalle des Klagenfurter Eissportzentrums benannt. Auch Sohn Andreas Pušnik war ein toller Mittelstürmer, stand der Kärntner Puck-Legende der 60er- und 70er-Jahre kaum nach.

Mit drei Jahren startete Klein-Andi die ersten Gehversuche auf dem Eis, plagte sich durch alle Nachwuchsmannschaften des KAC. Mit 17 Jahren war Pušnik bereits top, stolz trug er das rote Trikot mit der legendären Rückennummer sieben seines berühmten Vaters. Acht Saisonen und exakt 318 Bundesliga-Spiele lang, bis der junge KAC-Center ein Tabu brach. Über Nacht wechselte der damals 25-Jährige zum ungeliebten Lokalrivalen nach Villach (1997).

Erst am Ende seiner Karriere und nach einem Innsbruck-Gastspiel kehrte der 144-fache Internationale zu seinem Stammverein in die Landeshauptstadt zurück. Nach 13 Spielen wurde Pušnik abrupt in die "Eishockey-Pension" geschickt, sein Zwei-Jahres-Vertrag im November 2006 vom Vorstand der Klagenfurter vorzeitig und offiziell einvernehmlich aufgelöst. "Der unfaire Abschied liegt mir heute noch im Magen", gesteht Pušnik.

Neue alte Liebe

Nach dem plötzlichen Karriere-Aus entdeckte Pušnik junior seine alte blau-weiße Liebe neu. Villach mutierte zum Mittelpunkt der vierköpfigen Klagenfurter Familie. Bei Wernberg wurde ein altes Bauernhaus umgebaut und später verkauft. Jetzt wohnen die Pušnik in Drobollach, das schmucke Einfamilienhaus mit direktem Blick auf den Faaker See und das "Marterl von Egg" wurde um einen Bürotrakt erweitert. Im Arbeitszimmer vermittelt Andi Pušnik hauptberuflich heimische Immobilien und Grundstücke.

Der KAC ist für ihn weit weg. Seit er "abserviert" wurde, betritt der Wahl-Villacher die Messehalle nur noch, wenn der 13-jährige Julian bei seinen KAC-Altersgenossen gastiert. Pušnik Sohn spielt seit Jahren beim VSV-Nachwuchs. Opa Sepp, nach wie vor eine glühende "Rotjacke", kommt extra nach Villach, um sich von der sportlicher Entwicklung seines talentierten Enkels zu überzeugen. "Wir geraten uns nie in die Haare, wenn wir über die Vereine und übers Derby diskutieren", grinst Pušnik , der für Dienstag einen 4:3-Auswärtssieg "seines" VSV prophezeit.

KAC-Fan Puschnig und VSV-Anhänger Pu?nik verstehen sich trotz konträrer Puck-Passionen prächtig. Selbst für die unterschiedliche Schreibweise des Familiennamens gibt's eine biedere Erklärung: Sepps Name wurde auf seinem ersten Leiberl "eingedeutscht". Erst als der "Karawankenbär" im KAC-Sekretariat seinen Reisepass mit "Pušnik" vorlegte, wurde der Irrtum bemerkt, aber nie mehr korrigiert.

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