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SnowfarmingAuf Tirols Gletschern wird Schnee "angebaut"

Wie Skigebiete Schneedepots anlegen und mit Vlies Schnee vor der Schmelze schützen wollen.

Schneedepot am Rettenbachferner
Auf Tirols Gletschern wird Schnee "angebaut" © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Snowfarming: Hinter diesem Begriff verbirgt sich der Versuch von Gletscherskigebieten, möglichst viel Schnee aus dem Vorjahr "hinüberretten zu können". In den Tiroler Gletscherskigebieten laufen schon die Vorbereitungen auf die nächste Skisaison. Dabei setzen die Bergbahnen neben dem Abdecken von Schneeflächen vermehrt auf Schneedepots - dem sogenannten Snowfarming.

Bei diesem "Anbauen von Schnee" wird in der ablaufenden Wintersaison Schnee zusammengeschoben und angehäuft. Dieses Depot wird schließlich mit einem weißen Vlies abgedeckt. Am Pitztaler, Ötztaler, Kaunertaler, Hintertuxer und Stubaier Gletscher soll durch das Abdecken der Gletscher etwa 70 bis 80 Prozent des "Schnees von gestern" erhalten werden. Insbesondere an exponierten Stellen wird das Vlies aufgebracht. Am Kaunertaler Gletscher ist das etwa bei einer begehbaren Gletscherspalte der Fall, hieß es von den Kaunertaler Gletscherbahnen.

Abgedeckte Flächen können einen Unterschied von bis zu drei Metern zu nicht abgedeckten Flächen ausmachen.

Matthias Dengg

Am Pitztaler Gletscher, wo man bereits seit 25 Jahren abdeckt, sind nur etwa drei Prozent des gesamten Gletschers von den Maßnahmen betroffen. Das entspricht einer Fläche von acht Hektar, informierte die dortige Gletscherbahn. Hier wird ausschließlich mit Schneedepots gearbeitet. Auch am Stubaier und Kaunertaler Gletscher geht man verstärkt in diese Richtung.

Weil sich diese Vorgangsweise "immer mehr bewährte bzw. die Handhabung immer verbessert wurde", wurden die Gletscher im Zeitverlauf immer großzügiger abgedeckt, sagte Matthias Dengg von der Zillertaler Gletscherbahn. Während am Hintertuxer Gletscher zu Beginn im Jahr 2003 lediglich zwei Hektar abgedeckt wurden, waren es im Sommer 2019 bereits 45.

Snowfarming: Hier wird Schnee "angebaut"

Hier wird Schnee "angebaut"

In den Tiroler Gletscherskigebieten wird im Laufe der Vorbereitungen auf die nächste Skisaison geprüft, wie viel Schnee man aus dem Vorjahr 'hinüberretten konnte'.

(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Hier wird Schnee "angebaut"

Im Bild die Situation am Rettenbachferner.

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Denn alle Tiroler Gletscherskigebiete versuchen, die Schneeschmelze möglichst hintanzuhalten.

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Dabei setzen die Bergbahnen neben dem Abdecken von Schneeflächen vermehrt auf Schneedepots - dem sogenannten Snowfarming. Im Bild die Situation am Rettenbachferner.

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Hier wird Schnee "angebaut"

Eine Spielmöglichkeit für Kinder am Rettenbachferner in Sölden.

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Luftaufnahme vom Rettenbachferner in Sölden.

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Hier wird Schnee "angebaut"

Rettenbachferner, Sölden.

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Rettenbachferner, Sölden.

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Hier wird Schnee "angebaut"

Geschützt werden aber nur jene Gebiete, wo auch Ski gefahren wird, erklärte Andrea Fischer, Gletscherforscherin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

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Hier wird Schnee "angebaut"

Auf die Gletscherschmelze habe das Abdecken ohnehin "kaum Einfluss, weil die abgedeckten Flächen zu klein sind", erläuterte die Wissenschafterin.

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Hier wird Schnee "angebaut"

Sehr wohl habe aber der vergangene schneereiche Winter einen positiven Einfluss auf die Gletscherschmelze gehabt: "Trotz extremer Temperaturen im Juli und August liegt noch einigermaßen viel Schnee vom letzten Winter auf dem Eis".

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Bei diesem "Anbauen von Schnee" wird in der ablaufenden Wintersaison Schnee zusammengeschoben und angehäuft.

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Hier wird Schnee "angebaut"

Dieses Depot wird schließlich mit einem weißen Vlies abgedeckt.

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Hier wird Schnee "angebaut"

Am Pitztaler, Ötztaler, Kaunertaler, Hintertuxer und Stubaier Gletscher soll durch das Abdecken der Gletscher etwa 70 bis 80 Prozent des "Schnees von gestern" erhalten werden.

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Hier wird Schnee "angebaut"

Rettenbachferner, Sölden.

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Hier wird Schnee "angebaut"

Insbesondere an exponierten Stellen wird das Vlies aufgebracht.

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Hier wird Schnee "angebaut"

Rettenbachferner, Sölden.

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Rettenbachferner, Sölden.

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"Abgedeckte Flächen können einen Unterschied von bis zu drei Metern zu nicht abgedeckten Flächen ausmachen", erklärte Dengg. Auch am Ötztaler Gletscher liegt nun mehr Vlies als früher, mittlerweile werden zehn Hektar - statt wie einst sieben Hektar - abgedeckt, sagte Jakob Falkner, Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden.

Kosten: 250.000 Euro

Vergleichsweise verhalten sind die Maßnahmen am Stubaier Gletscher. Betriebsleiter Andreas Kleinlercher erzählte, dass hier "zirka fünf bis sieben Hektar" abgedeckt werden, vor allem rund um die Liftstützen. Dies sei deswegen notwendig, "damit sie stabil bleiben. Sonst könnte man die Seillinie nicht halten". Das Ganze koste die Stubaier Gletscherbahnen "sicher 200.000 bis 250.000 Euro". Ein Vlies könne man nicht öfter als ein, zwei mal verwenden, schätzte er, denn "dann wird es durchlässig", gab Kleinlercher zu bedenken.

Geschützt werden aber nur jene Gebiete, wo auch Ski gefahren wird, erklärte Andrea Fischer, Gletscherforscherin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Aufgrund fehlender Infrastruktur sei dies nur in bewirtschafteten Skigebieten möglich. Auf die Gletscherschmelze habe das Abdecken ohnehin "kaum Einfluss, weil die abgedeckten Flächen zu klein sind", erläuterte die Wissenschafterin.

Trotz extremer Temperaturen im Juli und August liegt noch einigermaßen viel Schnee vom letzten Winter auf dem Eis.

Andrea Fischer, Gletscherforscherin

Schneereiche Winter verhindern Rekordverluste

Sehr wohl habe aber der vergangene schneereiche Winter einen positiven Einfluss auf die Gletscherschmelze gehabt: "Trotz extremer Temperaturen im Juli und August liegt noch einigermaßen viel Schnee vom letzten Winter auf dem Eis". Wenn zu Beginn der Hitzewelle im Sommer nicht so viel Schnee gelegen wäre, "gäbe es ein weiteres Jahr mit Rekordverlusten", analysierte Fischer. Sollte es in den nächsten Wochen - wie üblich - erste, kräftige Schneefälle geben, könnten uns ebenjene Rekordverluste "erspart bleiben", hoffte sie.

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