Alles ist politisch. Das ist das Motto, mit dem die diesjährige Berlinale-Jury ihrer Arbeit nachgehen will. Vorsitzende Lupita Nyong‘o zitiert in der Antrittspressekonferenz ihre ukrainische Jurykollegin Oksana Sabuschko mit diesem oft falsch verstandenen Satz. Denn gerade ein Filmfestival muss das politische Kino von der richtigen Seite her aufzäumen. Madam President ist sich dieser Juryverantwortung bewusst; bei einem Filmfestival, das von jeher als zutiefst politisch gilt. Keine leichte Aufgabe im Jahr 2024. Denn heuer rücken die weltweiten Konflikte der Berlinale näher und spiegeln sich nicht nur in den Leinwandgeschichten. Die Eröffnung wurde von der Einladung und Wiederausladung von rechtsextremen AfD-Politikern überschattet. Danach befragt, wünscht sich das einzige deutsche Jurymitglied, Regisseur Christian Petzold („Roter Himmel“), mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit dem Faschismus. „Wir sind keine Feiglinge. Wenn wir fünf AfDler im Publikum nicht aushalten, verlieren wir unseren Kampf.“
Berlinale
Politische Bären auf dem roten Teppich
Neben der Präsentation von ersten Wettbewerbs-Filmen war die weltweite politische Lage und die Ausladung rechtsextremer AfD-Politiker am Freitag Hauptthema bei den 74. Internationalen Filmfestspielen in Berlin
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