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Spiel auf ZeitAnschober will Mutationsausbreitung verlangsamen

Während in Deutschland oder England die Sorgen über Virusmutationen wachsen, gebe es in Österreich noch kaum erfasste Fälle. Die neuen Varianten könnten sich aber sehr schnell ausbreiten.

Gesundheitsminister Anschober hatte heute auch gute Nachrichten im Gepäch: Noch gebe es wenige Fälle der neuen Mutation in Österreich. © (c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
 

Gesundheitsminister Rudolf Anschober, Monika Redlberger-Fritz, Leiterin des Referenzlabors Influenza an der Meduni Wien, Andreas Bergthaler, CEMM, und Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, nahmen Stellung zur Situation um die Virus-Mutation aus Großbritannien und Südafrika. 

Es gebe schon viele Mutationen, jene aus Großbritannien und Südafrika stechen aber heraus. Diese Varianten breiten sich besonders schnell aus. Bevor sich die Lage im Frühling wieder entspannen wird, müsse man sich weiterhin an die bestehenden Regeln halten und die Zahl der Neuinfektionen (2063 am Freitag) im Lockdown möglichst senken, sagt Anschober. Dazu kommen 73 Todesfälle innerhalb der letzten 24 Stunden. In einer aktuellen Erhebung der EU zur Auslastung der Intensivbetten, die seit Dezember läuft, stehe Österreich im Vergleich allerdings gut da.

Was die Impfungen betrifft, spricht Anschober von einer erfolgreichen Probephase. Dieser Befund stütze sich auf die Logistik, aber auch auf geringe Nebenwirkungen und Beschwerden nach Impfungen. Nach Heimbewohnern und Pflegepersonal wird als nächstes das medizinische Personal geimpft.

Einreisebeschränkungen von Menschen aus Großbritannien und Südafrika sollen heute oder morgen verlängert werden. Rechtliche Grundlagen für die Testung einzelner Berufsgruppen werden gerade ausgearbeitet.

Erkrankungsverlauf nicht schwerer

Laut Monika Redlberger-Fritz sind Mutationen bei RNA-Viren wie Sars-Cov-2 nicht ungewöhnlich. Wichtig sei hierbei, dass die internationale Gemeinschaft etwaige Mutationen genau beobachte und erfasse. Bei der aktuell problematischen Mutation (B.1.1.7) liege die Infektiosität um 56 Prozent höher als bei der bisher verbreiteten Variante. Der Erkrankungsverlauf bei der britischen Mutation ist dabei aber nicht schwerer als bisher. In Österreich wurde die mutierte Version bisher nur im einstelligen Bereich erfasst.

"Wir dürfen dieses Virus bei uns gar nicht aufkommen lassen", sagt  Redlberger-Fritz und setzt auch hier auf die bekannten Schutzmaßnahmen (Maske, Abstand, Hygiene). Dass Kinder auf die britische Variante empfindlicher reagieren, konnte bisher nicht belegt werden. Diese Vermutung kam zustande, weil sich in England zunächst viele Kinder mit dem neuen Virus infiziert hatten.

Andreas Bergthaler erklärt, dass in Österreich bereits eine Kooperation geschaffen wurde, um Mutationen schneller dokumentieren zu können. Diese sogenannte Sequenzierung und die anschließende Analyse dauere etwa eine Woche. Diese Daten werde auch in eine internationale Datenbank geladen, um frühestmöglich reagieren zu können.

Außerdem wird an einer Beschleunigung dieser Prozesse gearbeitet und Abwasserproben aus ganz Österreich werden regelmäßig daraufhin untersucht. "Wir können das Abwasser aller acht Millionen Einwohner einmal pro Woche überprüfen", erklärt Bergthaler.

Impfstoff weiter wirksam

Der Impfstoff der Partner BioNTech/Pfizer jedenfalls scheint laut einer vom US-Arzneimittelhersteller durchgeführten Studie gegen die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Virusvarianten zu wirken. "Wir haben jetzt 16 verschiedene Mutationen getestet, von denen keine wirklich signifikante Auswirkungen hatte. Das sind die guten Nachrichten", sagte einer der führenden Wissenschafter für virale Impfstoffe bei Pfizer. "Das heißt aber nicht, dass die 17. keine Auswirkungen haben wird."

Die noch nicht von Fachleuten begutachtete Studie von Pfizer und Wissenschaftern der medizinischen Abteilung der Universität Texas zeigt, dass der Impfstoff das Virus auch bei einer Veränderung am sogenannten Spike-Protein wirksam neutralisiere.

 


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (51)
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Natur56
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Ja genau

aber wir haben leider kein Mitspracherecht und die Grünen nicht genug Kompetenz. Daher muß dieses System geändert werden. Es darf keiner Minister werden oder Landesrat der nicht eine spezielle erforderderliche Ausbildung hat sowie auch praxis.

tomtitan
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Allen Unkenrufen zum Trotz bin ich froh, dass Herr Anschober unser Gesundheitsminister ist

und nicht etwa die gruselige Frau Hartinger-Klein oder die keifige Frau Rendi-Wagner...

Natur56
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@tomtitan

nochmals hier geht es nicht um sympathisch sonder um Menschenleben....

UHBP
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@tom...

Und du wünscht dir sicher auch einen ausgebildeten Frisör als deinen Zahnarzt.
Wenn du krank bist, gehst du zum Fleischhacker und für deine Bildung war sicher der Kellner in deiner Stammkneipe zuständig, oder?

2a9ef19f20c4af4e69a80a6a85886217
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Eine Sprachpuppe kann auch diese Stelle besetzen..

Oder ein Werksstudent der Texte auswendig lernt

Rot-Weiss-Rot
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@tomtitan, also sich an Hartinger-Klein zu messen ist einfach.

Sie können niemals wissen, ob es eine andere MinisterIn besser gemacht hätte. Es ist allerdings sehr anzunehmen, dass es schlechter nicht gegangen wäre. Zu ihrer Erinnerung ein Auszug von meinem Posting gestern.
"keine Beschaffung von Schutzbekleidung, das "Chaos in Ischgl", die verspätete Risikogruppen-Verordnung, den sogenannten Ostererlass, diverse aufgehobene Verordnungen, die Ampel, "die nach einer Woche wieder versenkt werden musste" und nun das Chaos um die Impflogistik"
Ich würde noch hinzunehmen:
Absolut unsinnige und nicht durchführbare Rückreiseverordnung bzgl. Kroatienurlauber.
Rechstwirksamkeit des Epidemiegesetzes erst mit 25.9.20 (VfGh hatte aufgehoben)
Erstmalige Verordnung zu Testpflicht in Altenheimen erst AM 3.11.2020 !!!! usw. usw.
und vor allem seine Unfähigkeit ein Gesetz oder eine Verordnung der Verfassung entsprechen zu erlassen.

VfGH 01.10.2020, G 272/2020: Aufhebung von Bestimmungen der COVID-19-Lockerungsverordnung
VfGH 01.10.2020, V 405/2020: COVID-19: Betretungsverbot für Gaststätten gesetzwidrig
VfGH 01.10.2020, G 271/2020: COVID-19: Maskenpflicht an öffentlichen Orten in geschlossenen Räumen gesetzwidrig
VfGH 01.10.2020, V 428/2020: COVID-19: Verbot von Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen gesetzwidrig
VfGH 01.10.2020, V 429/2020: COVID-19: Betretungsverbot für Gaststätten gesetzwidrig
VfGH 01.10.2020, V 392/2020: COVID-19: Betretungsverbot für selbständige Waschstraßen gesetzwidrig
Fast jede Verordnung wurde aufgehoben! Eine Leistung.

Gitarre
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Scaramango, was heißt „ rein rechtlich gesehen“

Wenn sie am verhungern sind und einen anderen niederschlagen um an sein Essen zu kommen ist das „rein rechtlich“ nicht okay, sonst aber schon?

scaramango
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OK - rein rechtlich gesehen....

.... aber die Wirkung gegen einen größeren Ausbruch war im Frühjahr gegeben !

Und ganz ehrlich - um was geht es in einer weltweiten Gesundheitskrise - um eine rechtlich korrekte Begründung oder den Schutz von Menschenleben?

Nachdem viel zu viele Menschen das nicht verstehen oder aus Egoismus nicht verstehen wollen sinken auch jetzt die Ansteckungszahlen nicht - zum Schaden aller, der Menschen und der Wirtschaft.

Aber Hauptsache einige wenige Rechtsanwälte suchen nach jedem juristischen Schlupfloch und stopfen sich die Taschen voll!

Rot-Weiss-Rot
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@scaramango, genau das ist die falsche und typische türkise Begründung.

Erstens einmal sprechen wir hier nicht über den März, da waren alle noch sehr nachsichtig mit der Regierung, da alles neu und ungewiss war. Daher haben ja auch alle Parteien das neue Epidemiegesetz einstimmig mitgeschlossen, jedoch damals schon Verfassungsmängel aufgezeigt, die man in Anbetracht der Dringlichkeit, jedoch unberücksichtigt lies. Es wurde aber schon erwartet, dass die Regierung diese Verfassungswidrigkeit wieder bereinigt, sobald Zeit dazu war. Was wurde bereinigt? N I C H T S! Man hat gewartet bis der VfGH aufgehoben hatte. Für diese Verordnungen die sie oben sehen und viele mehr, hatte die Regierung genügend Zeit diese korrekt auszuarbeiten und eines sollten sie sich merken. Nichts und Niemand steht über unserer Verfassung die genug Menschenleben kostete bis sie festgeschrieben wurde. Heute ist es Corona, morgen das Klima, übermorgen, aufständische Rechte oder Linke. Wo soll die Grenze sein um die Verfassung missachten zu dürfen? Ich sage ihnen etwas!
Der Bürger darf erwarten, dass es den "Klugen Köpfen" eines Landes möglich sein sollte ein Gesetz zu verabschieden, das auch verfassungskonform ist. Ihre Ausflüchte und Begründungen sind nur ein Ablenkungsmanöver davon, dass diese Regierung nicht fähig ist Gesetze zu machen die auch RECHTENS sind.

scionescio
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@RWR: +1

Es gibt genug schlimme Beispiele, was passiert,, wenn die jeweiligen Machthaber unter dem Vorwand Dringlichkeit/Notstand versuchen, die Verfassung auszuhebeln!

2a9ef19f20c4af4e69a80a6a85886217
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Genau so ist es..

Alles ein Top durchdachtes Krisenmanagement

Sirikit02
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Verfassungswidrig?

Was??? Wir hatten zuerst bei der Hochzeit meiner Tochter auf 50 Personen reduzieren müssen und das war schon schwer genug. Danach kam die Verordnung mit Höchstgrenze zehn Personen und wir mussten die Hochzeit absagen. Das alles war verfassungswidrig?????
Ich halte mich nach wie vor an die Maßnahmen doch es wundert mich nicht wenn viele die Meinung vertreten dies nicht tun zu müssen, weil es ohnehin verfassungswidrig ist und es kann sowieso nichts passieren weil Strafen dann nicht gelten.

MichaelWFP2312
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Jetzt im Ernst

Wie kann man feststellen, dass die Mutation um 56 Prozent höher infektiös ist? Ich möchte keinen Angriff starten, sondern lediglich genau fragen, da ich es nicht verstehe wie das gemessen werden soll.

Rot-Weiss-Rot
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@MichaelWFP2312, die Frage kann ich dir nicht beantworten, aber

genau deshalb wäre es sehr sinnvoll, wenn sich Herr Anschober mit allen, ihm und der Regierung zur Verfügung stehenden Mittel, um Impfdosen auf dem Markt kümmern würde, wenn nötig auch außerhalb der EU. Die Deutschen sagen zwar, sie machen das nicht, doch wenn es eng wird möchte ich sehen wie schnell die sind. Das haben sie bewiesen, als sie uns die Bestellung der Beatmungsgeräte einfach weggenommen haben. War ja ein deutsches Unternehmen und diese haben zuerst Deutschland zu beliefern.
Ja und bevor sich die Herrschaften Gedanken über das Virus machen, sollten sie zusehen, dass jene Impfdosen die vorhanden sind auch "unter die Leut‘ " kommen.
Wie ich schon oftmals geschrieben habe. Zuerst die Hausaufgaben erledigen und dann zu Kür (Pressekonferenz) schreiten.

georgXV
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???

Lieber Rudi Anschober,
bitte kümmere Dich in erster Linie um die Beschaffung zusätzlicher, zertifizierter Impfdosen auf dem freien Markt und darum, daß ALLE bei uns vorhandenen Impfdosen UMGEHEND verimpft werden.
Sollten Menschen NICHT oder noch nicht geimpft werden wollen, dann bitte OHNE Verzögerung den / die nächste/n dran nehmen, ganz egal, wo er / sie auf der Prioritätsliste steht.
Zur Zeit haben wir leider KEINE Zeit lange herumzudiskutieren.
P.S.: ist die Sektionschefin Katharina Reich nach ihrem äußerst peinlichen Auftritt bei Armin Wolf in ZiB2 aus dem Licht der Öffentlichkeit genommen worden bzw. wieder in der Versenkung verschwunden ?

sigridmaria
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@ georg

Wohl bei der Pressekonferenz nicht aufgepasst? :-)

UHBP
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@georg...

"ist die Sektionschefin Katharina Reich nach ihrem äußerst peinlichen Auftritt bei Armin Wolf in ZiB2 aus dem Licht der Öffentlichkeit genommen worden bzw. wieder in der Versenkung verschwunden ?"
Geht nicht. Die wurde von der ÖVP in das Amt gehoben. Versorgunsposten ?!?!

UHBP
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Ein Pressekonferenz um mitzuteile, was eh schon jeder weiß

Ist logisch. Nachplappern ist einfach einfacher!

Stony8762
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UHBP

Und selbst?

UHBP
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@ston....

"Und selbst?"
Ich schreibe hier, weil ich es lustig finde; Zeitvertreib; zum Spaß.
Habe mir nur gedacht, dass in anbetracht der Gesamtsituation die Regierung besseres zu tun hätte als mit NULL Information die Zeit totzuschlagen.

hfg
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Eine gute Nachricht

Wir können uns also mit dem Impfen noch mehr Zeit lassen - die Immunität entsteht vermutlich durch die Infektionen rascher ;;;;;——-))))
Herr Gesundheitsminister sie können ihre unfähigen Mitarbeiter wieder auf Urlaub schicken. Die Schipisten sind ja ohnehin geöffnet.
Mir platzt schon lange der Kragen - dieses Kabarett ist todernst.

Stony8762
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Lieber vertraue ich dem, was die Regierung bei einer Pressekonferenz sagt, als jemanden, dem es nichts ausmacht, sich bei Demos mit Rechtsextremen auf die selbe Seite zu stellen!

sigridmaria
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@ Stony

und denen die sich bei einer Pressekonferenz bemühen über den jeweils aktuellen Stand seriös und so breit wie möglich zu informieren und kommunizieren.

paulrandig
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Das Problem ist:

Eine Variante, die nicht tödlicher, aber 50% ansteckender ist, tötet letztendlich mehr Menschen als eine Variante, die gleich ansteckend, aber 50% tödlicher ist.

scionescio
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@paulrandig: bist du dir da ganz sicher - ich nicht;-)

Nehmen wir eine Todesrate von 10% an (damit es leicher im Kopf zu Rechnen ist) und gehen wir von 100 Menschen aus:

Fall 1)
um 50% ansteckender ergibt dann 150 statt 100 Infizierter und mit 10% Todesrate bedeutet das 15 Tote

Fall 2)
bei 100 Infizierten wäre die normale Anzahl 10 Tote - wenn es 50% mehr sein sollen, ergibt das wieder 15 Tote bzw 15% (um 50% höhere Todesrate) von 100 Infizierten ...

 
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