Christoph Lang nach ÖFB-Tor: „Noch lange nicht dort, wo ich hinwill“
Der Steirer setzt die Serie erster Länderspiel-Torschützen nahtlos fort. Für die Art und Weise erntete er ein Extralob des Teamchefs.
Die Serie der Premierentorschützen im Nationalteam ging auch im Kosovo nahtlos weiter. Diesmal war es Christoph Lang, der jubeln durfte und Österreich somit noch ein 1:1-Unentschieden rettete, nachdem in diesem Lehrgang zuvor bereits Phillipp Mwene, David Affengruber, Junior Adamu und Alexander Prass ihr erstes Tor in einem Länderspiel erzielt hatten.
„Dass ist es mit dem Kopf mache, hätte ich nicht gedacht, aber es ist eigentlich egal wie, Hauptsache Tor“, strahlte der Steirer, der von einer gelungenen Kopfball-Verlängerung von LASK-Kollege Sasa Kalajdzic profitierte: „Ich habe ein bisschen geschmiert, dass er durchrutscht und irgendwie ist er ziemlich genau auf meinen Kopf geflogen. Dann habe ich meine ganze Kraft reingesteckt und er ist gut reingegangen“, schilderte Lang.
Du musst aus elf Metern einen Kopfball einmal so setzen, auch mit so viel Power dahinter, dass der Tormann keine Chance hat.
— Ralf Rangnick
Ein Extralob des Teamchefs war ihm für das Wie des Treffers sicher. „Sasa hat super verlängert, trotzdem musst du aus elf Metern einen Kopfball einmal so setzen, auch mit so viel Power dahinter, dass der Tormann keine Chance hat, ihn zu halten. Das war kein einfaches Tor“, gratulierte Ralf Rangnick.
Der Deutsche zeigte sich generell zufrieden mit der Entwicklung des 24-Jährigen, den er vor vier Jahren bereits zur ersten Auflage des Perspektivspieler-Lehrgangs in Pula eingeladen hatte. „Da ist er mir schon richtig aufgefallen“, so Rangnick, „allerdings war er da noch kein gestandener Mann, sondern noch sehr jung. Inzwischen ist er enorm gereift und aus meiner Sicht zurecht in der Startelf des LASK. Wenn er sich so weiterentwickelt und in allen Bereichen professionell lebt, dann werden wir in den nächsten Jahren durchaus Freude haben.“

Vor vier Jahren versuchte Lang noch, sich bei seinem Stammverein SK Sturm durchzusetzen. Dieses Vorhaben war in einer Mannschaft, die sich anschickte Titel zu erobern, nicht von Erfolg gekrönt. Nach Leihstationen in Ried und Hartberg gaben ihn die Grazer an Rapid ab. Aus Wien übersiedelte er Anfang 2025 nach Linz, wo er vergangene Saison das Double holte.
Gegen Israel absolvierte er ausgerechnet auf der Gugl die ersten ÖFB-Minuten und lieferte dabei ein Assist: „Das Debüt war schon der erste Traum, ein Tor zu schießen ist noch umso schöner.“ Kombiniert mit den Erfolgen im Verein und der Führung in der Torschützenliste der Bundesliga lässt sich getrost von einem Karriere-Hoch sprechen. „In den letzten zwei, drei Jahren habe ich hart gearbeitet. Jetzt trage ich die Früchte dieser harten Arbeit“, erläuterte Lang, wohlwissend dass es nicht immer nur nach oben ging für ihn.
„Aber ich habe immer an mich geglaubt. Ich bin noch lange nicht dort, wo ich gerne hinwill, aber ich glaube, ich bin auf einem guten Weg und fühle mich im Moment sehr gut.“ Wo er konkret hinwill, wollte er nach seinem ersten Länderspieltor nicht verraten und meinte nur schmunzelnd: „Noch sehr weit nach oben.“

