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Die Bank des Erfolges: Wieder stechen die ÖFB-Joker

In Irland retteten zwei Wechselspieler den Punkt. Der Einfluss der „Bankangestellten“ zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Lehrgang.

Michael Gregoritsch und Alexander Prass holten die Kohlen aus dem Feuer
© GEPA
Michael Gregoritsch und Alexander Prass holten die Kohlen aus dem Feuer

Nach dem Schlusspfiff war die Laune zwar nicht gut, aber deutlich besser als man während des Spiels zwischenzeitlich vermuten durfte. Auch der eine oder andere lockere Spruch war wieder drin. „Wie beim Golfen hat er ihn reingeschossen“, schmunzelte Stefan Posch über den verwerteten Freistoß von Michael Gregoritsch, „das dürfen wir ja nicht mehr so viel, aber dafür hat er ihn am Fußballplatz reingehaut.“ Weniger gelungen ist so gesehen der „Putt“ kurz vor Schluss, als der Stürmer sogar noch den möglichen Siegtreffer liegen gelassen hat. „Der rechte Fuß ist beim ‚Gregerl‘ eher zum Stehen da“, hatte Posch seinen steirischen Landsmann weiter auf der Schaufel.

Fakt ist, dass mit Gregoritsch und Alexander Prass beim 2:2 in Irland wieder einmal zwei Wechselspieler die Kohlen aus dem Feuer geholt haben. Diese Qualität zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Lehrgang. Schon das 3:1 gegen Israel wäre ohne maßgeblichen Einfluss der Joker so nicht möglich gewesen. In Linz hat Sasa Kalajdzic neben seinem Tor auch einen Elfmeter herausgeholt, zudem lieferten Paul Wanner und Christoph Lang Assists. Beim 3:1 gegen den Kosovo steuerte wiederum Carney Chukwuemeka einen Treffer bei.

Vor der Pause hatte Ralf Rangnick einigen Grund zur Beschwerde
© GEPA
Vor der Pause hatte Ralf Rangnick einigen Grund zur Beschwerde

„Es war wieder so, dass zwei Spieler, die reinkamen, ein Tor machen“, zeigte sich Teamchef Ralf Rangnick erfreut, ein gutes Händchen bewiesen zu haben, „das zeigt auch, dass wir in der Breite die Möglichkeit haben, in so einem Spiel noch mal richtig nachzulegen.“ Dass die „Bankangestellten“ in der Lage sind, die Begegnungen noch mal positiv zu beeinflussen, ist sicherlich einer der Pluspunkte dieser Nationalteam-Zusammenkunft.

Wenn man dann hier ab und zu auf der Bank sitzt, braucht man den Kopf nicht hängen lassen, sondern muss bereit sein, wenn man reinkommt.

— Stefan Posch

„Es ist allgemein ein Schlüssel im Fußball, dass nicht nur die Elf, die auf dem Platz steht, sondern alle, ob sie reinkommen oder nicht, an einem Strang ziehen und das Beste für die Mannschaft wollen“, sieht auch Posch das Nationalteam in der Breite gut aufgestellt. Damit dies jedoch die gewünschten Auswirkungen mit sich bringt, muss wiederum der Zugang jedes einzelnen stimmen: „Jeder kommt vom Verein, wo er meistens spielt. Wenn man dann hier ab und zu auf der Bank sitzt, braucht man den Kopf nicht hängen lassen, sondern muss bereit sein, wenn man reinkommt.“

Der Rechtsverteidiger sprach folgerichtig von einer „Charakterleistung, die wir in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben.“ Einen 0:2-Rückstand auswärts zu drehen und beinahe noch zu gewinnen, ist ein Erlebnis, das sich als bestandene Prüfung werten lässt. Dass man jedoch zwischenzeitlich schnurstracks auf der Verliererstraße unterwegs war, ist ebenso Fakt. Die körperliche Frische sei vor der Pause laut Rangnick nicht das Problem gewesen, eher die geistige Frische. Warum man diesmal lange nicht mit der notwendigen Energie agieren konnte, gilt es im Idealfall bis zum nun folgenden Gastspiel im Kosovo aufzuarbeiten.

Noch im Laufe des Freitags reiste der ÖFB-Tross nach Pristina weiter, wo das klare Ziel ist, einen bislang gelungenen Lehrgang positiv abzuschließen. „Die Jungs, die nachkommen, haben Bock und Energie. Das hat man gesehen. Ich finde, dass wir auf jeden Fall auf dem richtigen Weg sind“, zog Posch ein Zwischenfazit. Vielleicht garantiert ja auch im Kosovo die Bank wieder für Erfolg.