Konjunkturimpulse und Leistungsanreize
Um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts abzusichern, brauche es eine Entlastung der Unternehmen und des Faktors Arbeit, fordern Wirtschaftsvertreter.

Die Bilanz für 2024 fällt ernüchternd aus, die Aussichten auf 2025 bleiben trist: So lässt sich das Ergebnis des aktuellen Wirtschaftsbarometers zusammenfassen. 77,8 Prozent der 720 befragten Unternehmer:innen melden in dieser großen Konjunkturumfrage der WKO Steiermark eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftssituation, nur 4,2 Prozent stellen eine Entspannung fest. Bei der Frage nach dem Wirtschaftsklima zeugen sowohl der Ist-Stand (-73,6 Prozentpunkte) als auch die Erwartungen (-51,9 Prozentpunkte) von einer tiefen Rezession. Es spieße sich aber nicht an den Produkten, relativiert WK-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg: „Wir haben vielmehr ein Rahmenbedingungsproblem.“
„Wir brauchen daher jetzt eine Entlastung der Unternehmen“, drängt WKO Steiermark-Präsident Josef Herk. Er fordert zur Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit u. a. Leistungsanreize wie einen Steuerbonus auf Vollzeitbeschäftigung, attraktivere Rahmenbedingungen für das Arbeiten über das Regelpensionsalter hinaus sowie einen Steuerbonus auf Lohnerhöhungen und eine Senkung der Lohnnebenkosten. Denn die hohen Arbeitskosten in Kombination mit der schwachen Auftragslage belasten die Unternehmen und wirken sich auch auf die Beschäftigungsentwicklung aus, warnt Herk. So hat sich die Beschäftigtenzahl im letzten Jahr bei 24,1 % der befragten Betriebe erhöht, bei 29,8 % allerdings verringert. 36,5 % rechnen auch 2025 mit einem Mitarbeiterabbau. Neben einem Senken der Arbeitskosten betont Herk auch die Notwendigkeit von Konjunkturimpulsen wie einer präventiven Energiepreisbremse und die Wiedereinführung der Investitionsprämie. Rund jeder fünfte befragte Betrieb plant, in naher Zukunft keine Investitionen zu tätigen, obwohl diese nötig wären, um den Produktivitätsfortschritt voranzutreiben. „Deutliche Alarmsignale“ (Herk), weshalb die Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts jetzt oberste politische Priorität haben müsse.
Wirtschaftsbarometer: Wie geht es der Wirtschaft?
1. Umsatz: Bei 35,2 % der befragten Unternehmen haben sich die Umsätze zuletzt positiv entwickelt, bei 39,8 % setzt sich der Negativtrend fort. Den Ausblick für das kommende Jahr dominieren ebenfalls die pessimistischen Einschätzungen: 36,3 % der befragten Betriebe rechnen mit einem weiteren Rückgang ihres Gesamtumsatzes in den nächsten zwölf Monaten, 20,9 % gehen von einer Aufwärtsbewegung aus.
2. Auftragslage: Der Saldo der aktuellen Auftragslage markiert mit -27,9 Prozentpunkten den niedrigsten Wert seit der Corona-Krise. Auch die Auftragserwartungen bringen den Ernst der Lage zum Ausdruck: Nur mehr 15,3 % der befragten Unternehmen erwarten steigende Auftragszahlen im kommenden Jahr, 37,9 % rüsten sich für einen weiteren Auftragsrückgang. Der Erwartungssaldo kommt dementsprechend im Winter 2024 bei -22,6 Prozentpunkten zu liegen und damit zum fünften Mal in Folge unter der Nulllinie.
3. Investitionen: Der Saldo der vergangenen zwölf Monaten erreicht mit -22,8 Prozentpunkten einen neuen Tiefststand. Insgesamt haben 17,7 Prozent der Unternehmen ihr bisheriges Investitionsvolumen erhöht, 40,6 % dagegen gesenkt. Trendumkehr ist keine zu erwarten: 37 % gehen von einer (weiteren) Reduktion aus, nur 16,3 % planen in den kommenden zwölf Monaten mehr zu investieren.


































