„Durchschnitt ist nicht genug“

„Unser Bildungssystem muss endlich im 21. Jahrhundert ankommen“, fordern Wirtschaftsvertreter. Der Reformbedarf reicht vom Kindergarten bis zur Lehrerfortbildung.

Wirtschaftsexpert:innen sprechen sich für Schulreform aus
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Wirtschaftsexpert:innen sprechen sich für Schulreform aus

Für rund 150.000 steirische Schülerinnen und Schüler beginnt kommende Woche wieder der „Ernst des Lebens“. Sie starten damit in ein Bildungssystem, das seit Jahren unter Reformdruck steht.

„Themen wie Lehrerfortbildung in der Praxis, zeitgemäße Berufsorientierungsformate oder frühkindliche Bildung werden sträflich vernachlässigt“, drängt WK Steiermark-Präsident Josef Herk auf notwendige Anpassungen an die aktuellen und künftigen Herausforderungen. Konkret finde beispielsweise ernsthafter Wirtschaftsunterricht nur punktuell statt, die Vermittlung digitaler Kompetenzen auch nur rudimentär, fordert er eine stärkere Verankerung unternehmerischen Denkens im Schulsystem. Gelingen soll das unter anderem durch einen Austausch mit der gewerblichen Wirtschaft in der Ausbildung von Lehrpersonal.

Josef Herk, WK Steiermark-Präsident
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Josef Herk, WK Steiermark-Präsident

Unser Bildungssystem muss im 21. Jahrhundert ankommen. Nur Durchschnitt ist nicht genug. Vermittelt werden müssen eine qualitätvolle Grundbildung und Kompetenzen wie Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft. Selbstständigkeit beginnt mit der Schultüte – nicht mit dem Gewerbeschein.

— Josef Herk, WK Steiermark-Präsident

Es gehe aber um ein nachhaltiges und umfassendes Maßnahmenpaket. So zeigt ein Bundesländervergleich, dass gerade in der Steiermark in Sachen Kinderbetreuungsquote eine besonders große Lücke klafft. Gefordert wird aber ein Ansatz, der weit über das Angebot reiner Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige hinausreicht.

Es gehe um eine verbesserte Elementarbildung, mit der man späteren Problemen im Volksschulbereich vorbeugen würde, verweist Gabi Lechner, Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft, auf Beispiele aus anderen Ländern. Dort werden bereits im Kindergarten durch spezielle Angebote Defizite in Sprache, Sozialkompetenz oder mathematischen Grundkenntnissen verringert.

Gabriele Lechner, Vorsitzende „Frau in der Wirtschaft“
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Gabriele Lechner, Vorsitzende „Frau in der Wirtschaft“

Schon frühkindliche Bildung ist wichtig, weil damit die Sozialkompetenz gefördert wird und Kinder damit ein solides Fundament für die Volksschule mitbekommen. Im Moment ist Schule Frust, sie sollte wieder Freude sein. Man sollte auf die Stärken und nicht die Schwächen bauen.

— Gabriele Lechner, Vorsitzende „Frau in der Wirtschaft“

Der Bogen notwendiger Maßnahmen spannt sich angesichts der demografischen Entwicklung aber von der Attraktivierung betrieblicher Kinderbetreuung über ein flächendeckendes, qualitätsvolles Angebot an Nachmittagsbetreuung bis zu einer zeitgemäße Schul-, Universitäts- beziehungsweise dualen und höheren beruflichen Ausbildung.

Es gelte, zukunftsfähige Karrierepfade und Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen. „Denn um unseren Wohlstand zu erhalten, ist es notwendig, das ohnehin kleiner werdende Arbeitskräftepotenzial bestmöglich zu entwickeln“, so die Unternehmensvertreter.

Dietmar Schweiggl, Regionalstellenobmann Südsteiermark
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Dietmar Schweiggl, Regionalstellenobmann Südsteiermark

Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft müssen als Kompetenzen schon im frühen Kindesalter erlernt werden. Um wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden, wäre es sinnvoll, künftigen Pädagogen das Sammeln von Erfahrungen außerhalb des Bildungssystems vermehrt zu ermöglichen.

— Dietmar Schweiggl, Regionalstellenobmann Südsteiermark

Info

Entgeltliche Einschaltung der Wirtschaftskammer Steiermark

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