„Wir brauchen eine gute Fluganbindung“

Ein Streichen der Flugverbindung nach Wien würde der exportorientierten steirischen Wirtschaft und damit dem Standort massiv schaden, kritisieren Unternehmensvertreter.

Beim Wegfall der Flugverbindung Graz – Wien würden viele aufs Auto umsteigen
© KLZ / Stefan Pajman
Beim Wegfall der Flugverbindung Graz – Wien würden viele aufs Auto umsteigen

Die ministeriellen Pläne, dass Flugverbindungen zwischen Graz und Wien nach Inbetriebnahme des Semmering-Tunnels im Jahr 2030 Geschichte sein sollen, lassen in den Reihen der steirischen Wirtschaft die Alarmglocken läuten. Dort wird auf die volkswirtschaftliche Bedeutung eines Regionalflughafens als „Tor der Steiermark“ verwiesen.

Gerade ein Standort, der zu über 50 Prozent von Exporterfolgen abhängig ist, brauche eine gute, schnelle und regelmäßige Anbindung an ein internationales Drehkreuz wie Wien. Die angedachte Streichung, der zu fast hundert Prozent Zubringerflüge würde demzufolge einen Verlust an Wertschöpfung im Inland zur Folge haben – ohne den erhofften ökologischen Effekt. Denn eine Verlagerung der jährlich bis zu 60.000 Passagiere auf die Bahn werde auch nach Fertigstellung des Semmering-Tunnels „nur zu einem äußerst geringen Teil erfolgen“, ist WKO Steiermark-Präsident Josef Herk überzeugt. Laut Schätzungen des Flughafens Graz würden 80 Prozent aufs Auto statt auf die Bahn umsteigen – auch weil es beispielsweise für die wichtigen Tagesrandverbindungen, die ab sieben Uhr in der Früh in Wien starten, realistischerweise keine Anreisemöglichkeit aus Graz mit der Bahn geben wird. „Der Großteil der Passagiere würde ab Graz über andere Umsteigeflughäfen außerhalb Österreichs ausweichen oder mit dem Auto Abflughäfen wie Laibach oder Zagreb anfahren“, so Herk: „Die Wertschöpfung fließt damit aus Österreich ab, die CO2-Emissionen werden lediglich verlagert, aber nicht eingespart.“

Dass die sogenannte multimodale Erreichbarkeit ein Schwachpunkt der Wirtschaftsregion Südösterreich ist, hat zuletzt auch eine Studie von Joanneum Research ergeben. Unter anderem wird diesbezüglich auch auf die den Anforderungen nachhinkende Straßeninfrastruktur verwiesen. So ist der Ausbau der A 9 südlich von Graz zwar beschlossen, wird von der zuständigen Ministerin aber blockiert; jener der S 37 wird seit Jahren massiv verzögert. Zudem ungehört blieben bislang die steirischen Rufe nach dem Bau eines Bahnhofs am Flughafen Graz, um die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Standorts Steiermark zu gewährleisten.

Josef Herk, WKO Steiermark-Präsident
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Josef Herk, WKO Steiermark-Präsident

Mehr als 98 % der Fluggäste von Graz nach Wien sind Transitpassagiere. Wien ist damit als Umsteige-Hub für Wirtschaft, Industrie und Tourismus wichtig. Eine Streichung der Inlandsverbindung würde den Flughafen Wien schwächen und ein Ausweichen auf ausländische Hubs erzwingen.“

— Josef Herk, WKO Steiermark-Präsident
Daniela Müller-Mezin, Obfrau Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenwirtschaft
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Daniela Müller-Mezin, Obfrau Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenwirtschaft

Eine Flugverbindung zwischen Wien und Graz ist von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Vernetzung. Graz wird attraktiver für global agierende Unternehmen, der Zugang zu internationalen Märkten erleichtert und die Mobilität erhöht.“

— Daniela Müller-Mezin, Obfrau Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenwirtschaft
Jürgen Roth, Aufsichtsratsvorsitzender Internationalisierungscenter Steiermark
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Jürgen Roth, Aufsichtsratsvorsitzender Internationalisierungscenter Steiermark

Für die steirischen Exportbetriebe ist eine gute, effiziente und kostengünstige Anbindung an die Welt aus Graz mit dem Flugzeug essenziell und bei international tätigen Unternehmen oftmals auch eine der wichtigsten Standortentscheidungen.“

— Jürgen Roth, Aufsichtsratsvorsitzender Internationalisierungscenter Steiermark

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