CoronaNeue Regeln für Schulabmeldung erlassen

Den Bildungsdirektionen wird zudem ein Instrumentarium zur Hand gegeben, um zu unterscheiden, ob erlaubter häuslicher Unterricht vorliegt, oder eine nicht genehmigte Privatschule (etwa von Gegnern der Corona-Maßnahmen an den Schulen).

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Neue Regeln für Schulabmeldung erlassen
Unterricht zu Hause oder in einem "Verein" - das soll streng kontrolliert werden © MNStudio - stock.adobe.com
 

Die Zahl der Schulabmeldungen hat sich heuer coronabedingt auf rund 7.500 verdreifacht. Im Bildungsministerium hat man darauf mit strengeren Regeln für die Anmeldung zum häuslichen Unterricht reagiert, am Freitag wurde der dazugehörige Erlass veröffentlicht.

Neben einem (freiwilligen) Reflexionsgespräch am Ende des ersten Semesters sieht er u.a. vor, dass die Bildungsdirektionen die Prüfungskommission festlegen, bei der am Jahresende die Externistenprüfung abzulegen ist.

Reflexionsgespräch als "Service"

Das Reflexionsgespräch ist vorerst freiwillig, für eine Verpflichtung wären gesetzliche Änderungen notwendig. Die zuständige Sektionschefin im Bildungsministerium, Doris Wagner, spricht gegenüber der APA deshalb von einer Serviceleistung, damit die Eltern den Lernfortschritt ihrer Kinder sehen und einschätzen können, wie weit diese im Vergleich zu einer normalen Klasse gekommen sind. Stattfinden soll das Reflexionsgespräch an jener Schule, an der das Kind grundsätzlich seine Schulpflicht zu erfüllen hätte, und zwar nicht in einer Prüfungssituation, sondern wie beim an Pflichtschulen etablierten Kind-Eltern-Lehrer-Gespräch. Ein Leitfaden für das Gespräch wird gerade im Ministerium ausgearbeitet.

Jugendhilfe eingeschaltet

Eltern können das für Februar vorgesehene Reflexionsgespräch auch ablehnen. Zeigen sie allerdings trotz mehrfacher Kontaktaufnahme keine Reaktion, wird die Kinder- und Jugendhilfe eingeschalten. Kommen Eltern im Zuge des Gesprächs zum Schluss, dass der häusliche Unterricht doch nicht so gut funktioniert, können die Kinder jederzeit zurück in die Schule, wie Wagner betont. "Sie können auch während des Unterrichtsjahres jederzeit in die Schule zurückkehren. Je früher sie in die Schule zurückkehren, umso besser können sie sich auch in die Klassengemeinschaft einfügen."

Zuweisung zu Prüfungsschule

Der Erlass schreibt außerdem vor, dass die Bildungsdirektionen die zum häuslichen Unterricht abgemeldeten Schüler per Verordnung zu einer Prüfungsschule zuweisen kann, an der die Schüler ihre Externistenprüfung ablegen müssen. So soll "Prüfungstourismus" verhindert werden.

Den Bildungsdirektionen wird zudem ein Instrumentarium zur Hand gegeben, um zu unterscheiden, ob erlaubter häuslicher Unterricht in einer Gruppe etwa von Geschwistern, die von einem Elternteil daheim unterrichtet werden, vorliegt, oder eine nicht genehmigte Privatschule (etwa von Gegnern der Corona-Maßnahmen an den Schulen). Sollten dazu Meldungen aus der Gesellschaft eingehen, würden die Schulqualitätsmanager diesen auch nachgehen bzw. diese an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde übergeben, so Wagner.

Nebentätigkeit für Lehrer verboten

Festgelegt ist in dem Erlass auch, dass für Lehrer, die an einer Schule tätig sind, gewisse Nebentätigkeiten ausgeschlossen sind. Das betreffe nicht nur etwa Nachhilfe bei den eigenen Schülern, sondern auch das Unterrichten von Kindern im häuslichen Unterricht in einem Ausmaß, durch das die pädagogische Arbeit in der eigentlichen Schule beeinträchtigt wird.

Im Bildungsministerium wird noch die gesetzliche Verankerung weiterer Maßnahmen geprüft. Nachdem diese aber erst Ende des Schuljahrs bzw. mit kommendem Schuljahr schlagend würden, sei hier noch Zeit, betonte Wagner. Noch nicht in dem Erlass zu finden ist etwa das angekündigte verpflichtende Beratungsgespräch, bevor die Anmeldung zum häuslichen Unterricht genehmigt wird.

Aufgrund der gestiegenen Abmeldezahlen habe man als Sofortmaßnahme schon vor Beginn dieses Schuljahrs in den Bildungsdirektionen mit freiwilligen Beratungsgesprächen für Eltern begonnen, die ihr Kind von der Schule abmelden wollten. Nachdem ihnen klargemacht wurde, dass sie in diesem Fall beim Unterrichten auf sich allein gestellt seien, habe es sich ein Teil der Eltern nach Rückmeldung aus den Bildungsdirektionen doch noch anders überlegt.

Keine Schul- sondern Unterrichtspflicht

In Österreich gilt keine Schul-, sondern lediglich eine Unterrichtspflicht. Kinder können also auch häuslichen Unterricht oder eine Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht (diese haben selbst nicht das Recht zur Vergabe von Schulzeugnissen) besuchen. Das muss der jeweiligen Bildungsdirektion bis zum Beginn des jeweiligen Schuljahrs angezeigt werden. Diese kann den Hausunterricht dann untersagen, "wenn mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die .... Gleichwertigkeit des Unterrichtes nicht gegeben ist". Am Ende des Schuljahrs ist außerdem an einer "normalen" Schule eine Externistenprüfung über den Unterrichtsstoff zu absolvieren.

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Danke für Ihr Verständnis.

steirerman99
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ohne Corona Test?

sind bei den Prüfungen keine Corona Maßnahmen erforderlich?
Diese Corona Leugner, machen keine Tests und tragen keine Masken.
Sie lassen ihre Kinder nicht in die Schule, weil beim Teststäbchen Würmer drinnen sind die das Gehirn auffressen!!!!
Das Gehirn dieser Eltern wurde auch ohne Tetstäbchen schon vernichtet...

hhaidacher
15
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Könnte mir vorstellen, dass Kinder hier sogar besser unterrichtet werden!

"Kinder können also auch ... eine Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht (diese haben selbst nicht das Recht zur Vergabe von Schulzeugnissen) besuchen. ..."

Wenn eine kleine Gruppe motivierter Schüler mit motivierter Lehrer/in unterrichtet wird, glaube ich, dass eventuell sogar mehr raus kommt als in öffentlichen Schulen.

Kleine Gruppen fördern auch das soziale Leben, mehr Motivation, und man kann auf einzelne Schüler besser eingehen.

Denke, dass es eventuell auch den LehrerInnen so unter Umständen mehr Freude bereitet zu unterrichten.

Auch ganz unabhängig von Corona.

Kulak
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Angst vor Konkurrenz

Anstatt selber bessere Qualität zu bieten, versucht das Schulsystem, die Konkurrenz zu behindern.

Mit welchem Argument verbietet man Lehrern, in ihrer Freizeit Homeschooler zu betreuen, während sie sehr wohl Nachhilfe an fremde Regelschüler geben dürfen?

Alise13
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Rückkehr

Also mir wurde von einer Volksschullehrerin gesagt, dass eine Rückkehr während des laufenden Schuljahres unmöglich sei und dass die Kinder eine Klasse darunter eingestuft würden.

erstdenkendannsprechen
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das ist eine komplette falschinformation.

eine rückkehr während des schuljahres ist möglich - allerdings dann im gleichen schuljahr kein weiteres wechseln in den häuslichen unterricht.
und in eine "klasse darunter gestuft" wird auch nicht. allerdings kann es sein, dass prüfungen ev. nicht bestanden werden und das dann zu einem wiederholen führen kann. aber das ist eine andere geschichte.
falls das stimmt (also das das eine lehrerin gesagt hat) und falls sie das richtig verstanden haben, dann finde ich es wirklich arg, dass die lehrerin so eine falschinformation weitergibt.

Chruchhill
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Ich bin neugierig, ob es welche schaffen

das ohnedies schon schwache Schulabschluss-Niveau zu unterbieten...

OE39
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Kann mir jetzt schon ausmalen,

dass die Externistenprüfungen ganz fair ablaufen werden.

DannyHanny
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Oe39

Die Kinder vom Schulbesuch abmelden, versuchen selbst zu unterrichten und wenn es nicht klappt und den Kindern ein Schuljahr gestohlen wurde.....natürlich der Externistenprüfung die Schuld in die Schuhe schieben!!
Nein " Liebe Rebel!en" die Schuld daran dürft ihr euch selber geben.

ralfg
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.

müssen sie. Es kann ein Prüfungsprotokoll verlangt werden und der Unterrichtsstoff/Prüfungsstoff ist durch Lehrpläne geregelt.

HansF
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Sie können auch während des Unterrichtsjahres jederzeit in die Schule zurückkehren.

Wie soll denn das funktionieren? Sind so viele leere Klassenräume vorhanden um die neu hinzugekommen Schülerinnen und Schüler unterzubringen? Werden die derzeitigen Lehrpläne ständig geändert um ausreichend LehrerInnen zur Verfügung zu haben, falls die Klassenzahl die Norm übersteigt? Oder wurden bereits in weiser Voraussicht Reserven gebildet?

Pelikan22
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Das schlägt dem Fass den Boden aus!

Drei Wochen vor Schulschluss komme ich reumütig wieder zum regulären Unterricht zurück. Erspar ich mir dann die kommissionelle Prüfung, weil bis dahin stehen doch alle Noten schon fest.?

erstdenkendannsprechen
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das sind ja nur einzelne schüler.

in der summe sind es in ganz österreich ein paar tausend kinder auf alle schulstufen verteilt. pro standort sind das max. eine handvoll. in den allerwenigsten fällen würde das eine klassenteilung nötig machen. wobei es für das zusammelegen und teilen von klassen soviel ich weiß den stichtag 1. oktober gibt. bei zuwachs/verlust von schülern nach diesem zeitpunkt werden keine klassen mehr geändert. war schon bisher so: waren in einer klasse 25 kinder und der 26 (das wäre der, der die klasse teilt) zieht im november zu, dann ändert sich bei der klassenteilung ncihts mehr. umgekehrt natürlich genauso.

Pelikan22
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Bei uns im Bezirk ...

sind laut Mitteilung der Bildungsdirektion 8 Klassen davon betroffen. Die können jetzt nimmer geteilt werden!

Lepus52
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Machen Sie sich keine Sorgen,

die Profis in den Schulen können das