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Deutscher Ibiza-AufdeckerIbiza-Aufdecker Bastian Obermayer: "Ein politisch unterhaltsames Land"

Bastian Obermayer ist einer jener Journalisten, die das „Ibiza-Video“ vor einem Jahr publik gemacht haben. Ein Gespräch darüber, welche Auswirkungen ihn überrascht haben, was Strache-Fans mit jenen von Donald Trump eint und warum ihn Kanzler Kurz misstrauisch macht.

Bastian Obermayer
Der deutsche Journalist Bastian Obermayer über Kurz: "Ich finde es besorgniserregend, dass man mit Null-Botschaften durch solche Krisen durchmarschieren kann." © APA/Stephanie Füssenich
 

Vor zwei Jahren bekamen Sie in einem Hotelzimmer erstmals Einblick in das „Ibiza-Video“. Erinnern Sie sich an einen bestimmten Moment, in dem Sie dachten, das wird einschlagen?
Bastian Obermayer: Ich saß mit Kopfhörern da und habe versucht, mich an den österreichischen Zungenschlag zu gewöhnen. Und dann höre ich, wie Strache der vermeintlichen Oligarchin sagt, dass er der Strabag Aufträge wegnehmen und sie ihr zuschanzen würde – sie müsse nur eine Baufirma wie die Strabag gründen. In diesem Moment war mir klar: Wenn das stimmt, ist das ein korruptes Angebot, und das ist eine große Geschichte.

Kommentare (56)

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crawler
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Weil man

in den Foren immer wieder von "Message Control" liest, denke ich mir, es kann ja nichts so schlechtes sein, wenn man Ziele und Vorhaben die in einer Partei oder in der Regierung abgesprochen werden versucht mit einer Zunge an die Öffentlichkeit (Presse) zu bringen, wobei Differenzen natürlich schon vorher abgesprochen gehören. Von Vertuschung können da nur jene sprechen denen dadurch das beliebte Spielzeug des "gegeneinander Ausspielens" aus der Hand genommen wurde. Aber es schränkt das innerparteiliche Gezänk ein, das bei Wählern nie richtig ankam. Sicher auch ein Teil dessen, warum die Wähler Kurz mehr vertraut haben als dem täglichen Gezänk im Parlament. Dazu haben natürlich auch einige Landeskaiser und Kammerfunktionäre mit widersprüchlichen Kommentaren beigetragen. Innerparteiliches geht ja eigentlich nur die jeweilige Partei etwas an. Dass man hier von Message Control sprechen kann, bezweifle ich. Aber es gibt eben immer wieder Profilierungssüchtige.

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X22
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Daran sieht man, dass die Kaderbildung der unteren Ebenen

bei den Schwarztürkisen wunderbar funktioniert. Die JVP in all ihren Nuancen kennt nur eine vorgebene Richtung, ich habs auch zwei Jahre lang genossen, obwohl zu dieser Zeit eher das Danach mehr Einfluß zum regelmäßigen Erscheinen beitrug, nana Alkoholprobleme habe ich deswegen keine, gsoffen ist genug worden, so manch gewordener Abgeordneter hat damals seine Spuren gezogen. Das gewünschte Brainwashing funktioniert heut viel besser, Kurz ist ja auch ein Produkt dieser Organisationen, jetzt muss man sich die Frage stellen, wie weit hat ihn diese beschränkte vorgegebene Richtung geprägt, kann er überhaupt irgendwas aus neutraler Sicht betrachten bzw. entscheiden, würde ihm ein Praktikum in anderen Kaderschmieden mehr die Augen öffnen und die messagecontrol ad absurdum führen

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SoundofThunder
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🤔

Das Erheben ,Auswerten und Veröffentlichen von Statistiken muss unabhängig sein und im Rahmen demokratischer Grundsätze geschehen. Aber jetzt werden diese Ergebnisse durch den türkisen Message Control-Filter zensiert.Finden Sie das in Ordnung?

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crawler
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Weil Statistiken

zuerst die Regierung erhält, ist Zensur? Wer beauftragt denn das Statistische Zentralamt?

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Mein Graz
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@crawler

Also bist du der Meinung, dass derjenige, der einen Auftrag erteilt das Recht hat, das Ergebnis zu manipulieren?

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Mein Graz
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@crawler

Das Renner-Institut definiert den Begriff Message Control als „Steuerung der Informationspolitik auf allen Ebenen“. Und das beschreibt es als genau das, was Kurz macht.

Es ist ja nicht so, dass er nur den einfachen Bürger damit zum Narren hält, es ist doch so, dass ALLE Meinungen, die verlautbart werden dürfen, auf seine Linie abgestimmt sein müssen. Auch interne Mitteilungen müssen sicherlich so gestaltet sein, sonst gibts vom Capo eine auf den Deckel.

Dadurch scheint es zwar "Ruhe im Gebälk" zu geben, diese ist aber verordnet und somit dürfen andere Meinungen und Ansichten gleich gar nicht angedacht werden, geschweige denn ausgesprochen.

Das wird eine Zeitlang gut gehen - irgend wann wird das Fass zum Glück überlaufen. Und manchmal tut es das ja jetzt schon, etwa wenn Gesprächsnotizen oder Protokolle auftauchen aus denen ersichtlich ist, wie Kurz manipuliert.

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Lodengrün
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Ja schön

alles filtern und nur das verlautbaren was der Bürger auch hören soll. Mehr tut nicht gut. Sonst kein Fan, aber da schätze ich Merkel. Sie denkt laut nach, lässt die Menschen teilhaben und behandelt sie nicht wie Kinder denen man Schreckensszenarien bieten muss. Der Herr im Hintergrund heißt Fleischmann der Kurz mit dem Gesiebten auf uns loslässt.

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crawler
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Er will halt

das selbe Debakel was es vorher bei der ÖVP gegeben hat nicht wiederholen. Da hat jeder nach seinem Gutdünken und nicht immer zum Wohle der Partei seine Meinung kundgetan. Da haben Journalisten gute Antennen. Jetzt passiert das z.B. bei der SPÖ. Auch dort gibt es Funktionäre, die ohne Abstimmung mit PRW ihre Weisheiten hinausplaudern. Sehr zur Freude der Medien und zum Ärger der Parteivorsitzenden. Dass ein Vorsitzender darauf schaut dass seine Vorstellungen entsprechend weitergetragen und publiziert werden ist wohl logisch. Sonst bräuchte es keinen Vorsitzenden.

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Mein Graz
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@crawler

Es ist wohl ein Unterschied, ob man darauf schaut, dass nach Außen hin alles nach Eitel-Wonne-und-Sonnenschein ausschaut und "Vorstellungen" kolportier werden, oder ob man versucht die Bevölkerung mit EINER EINZIGEN Meinung zu beeinflussen und diese als Allgemeingültig zu verkaufen.

Denn außer dem was Kurz sagt und vorgibt darf NICHTS nach Draußen gehen.

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Balrog206
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Mein

Das Renner Institut 😂 die rote Spielwiese !!

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Mein Graz
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Das Video war der Beginn

Jetzt zeigt Strache mit seiner Rückkehr in die Politik (die er wohl nie zu verlassen gedachte, es war wohl eher dem Zwang geschuldet) dass noch viel mehr Verachtenswertes in ihm steckt, als im Video gezeigt wird.

Denjenigen, die hier wieder einmal die Macher des Videos aufs Korn nehmen, stelle ich eine Was-Wäre-Wenn-Frage, auch wenn es ein reines Gedankenspiel und hypothetisch ist:
Stellt euch vor, ein Politiker wird heimlich gefilmt, reagiert in der Situation gegenteilig und das wäre publik geworden. Würdet ihr auch auf die Hersteller los gehen oder diese bejubeln?

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wjs13
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So einfach wie Sie es sich machen ist es sicher nicht

denn m.E. heiligt der Zweck die Mittel bei weitem nicht. Gut dass Strache weg ist, aber das heißt noch lange nicht, dass, wie in diesem Fall, auch kriminelle Mittel angewandt werden dürfen, wenn nur genügend öffentliches Interesse vorliegt. Mit Rechtsstaat hat das wenig zu tun.
Ebenso wenig wie ein Agent Provocateur, der selbst über dem Gesetz steht und zu Straftaten anstiftet, wie diese Dame.
Dieselben, die hier diese äußerst zweifelhafte Methode gutheißen, regen sich auf, wenn bei einem in flagranti erwischten Straftäter nicht angefügt wird "es gilt die Unschuldsvermutung".

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Mein Graz
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@wjs13

Noch ein Verteidiger des Hl. HC?
Ob "kriminelle Mittel" angewandt wurden wird die Staatsanwaltschaft ermitteln und ein Richter feststellen, nicht du, nicht ich oder sonst wer.
Mit "Lockvögeln" zu arbeiten ist zwar nicht schön, aber ist es tatsächlich verboten? Und wenn die Dame für z.B. eine Rolle engagiert wurde, ist sie dann dafür verantwortlich zu machen oder derjenige, der sie für den Auftritt bezahlt? Auch diese Frage ist noch zu beantworten.

Tatsache ist: was Strache in dem Video von sich gibt erzeugt in mir tiefstes Misstrauen in Politiker. Dass das in erster Linie die Blauen, dicht gefolgt von Türkis trifft liegt ist wohl meiner Abneigung gegen alle Blau-Töne geschuldet.

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wjs13
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Sie sollten besser alles lesen

Ich und Strache verteidigen? Geht´s noch? Der ist gut weg, aber die Methode halte ich für kriminell.
Und was türkis damit zu tun hätte müßten Sie einmal erklären

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Mein Graz
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@wjs13

Wie wäre es mit Sinn erfassend lesen?
Versuch es noch einmal:

"Tatsache ist: was Strache in dem Video von sich gibt erzeugt in mir tiefstes Misstrauen in Politiker. Dass das in erster Linie die Blauen, dicht gefolgt von Türkis trifft liegt ist wohl meiner Abneigung gegen alle Blau-Töne geschuldet."

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panasonic11
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Obermayer

Piefke

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Lodengrün
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Bitte @panasonic11

ersuchen Sie Herrn Kurz er möge dies bei Herrn Söder einmal einfließen lassen. Oder bei Frau Merkel bei der er ohnehin verloren hat.

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lieschenmueller
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Piefke

Sagen Sie zu jemandem aus Rosenheim? Nix da!

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lieschenmueller
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Zu den Rotstrichlern

Sagen'S einmal zu einem Bayern "Piefke". Dann schnell rennen …..

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Mein Graz
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@panasonic11

Ist das alles, was du zum Gesagten zu verlautbaren hast? Eine abfällige Bemerkung über die Herkunft?

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Lodengrün
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Wenn es die Süddeutsche nicht

gegeben hätte würde HC mit Kickl, Hartinger & Co immer noch am Geschehen Österreichs drehen. Und irgendwann hätte der gute Vizekanzler schon seine echte Oligarchin gefunden und seine Träume verwirklicht. Er war ja schon im Ausführungsmodus. Niemand hätte das Räderwerk dahinter bemerkt wenn nach und nach der Strabag die Aufträge weggebrochen wären. Niemand hätte die Geldflüsse wahrgenommen. Wie richtig bemerkt, die Nähe der Politik zu den Medien ist zu groß. Es gibt Beisshemmung. Bestes Beispiel das Zugeständnis von Nehammer die Überziehung des Wahlbudgets betreffend. Einen Aufschrei im Blätterwald hätte es geben müssen. So aber brauchte sich nicht einmal der Herr Kurz, der Verursacher, darüber äußern. Bei ihm finden sie hingegen verständnisvolle Worte in der causa Kleinwalsertal.

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Civium
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Man stelle sich vor diese

Truppe würde uns jetzt in der Krise regieren, Alptraum lass nach!

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pwebhofer
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Medienrummel

„Aber wir sehen schon, dass es zwischen manchen Vertretern und Parteien Nähe gibt.“ Das ist noch sehr nobel ausgedrückt. ¯\_(ツ)_/¯

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wjs13
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Die Süddeutsche Zeitung bietet Qualität

Mit der weit links angesiedelten Position, wie Standard/Falter auch, nur für rote Scheuklappenträger.

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X22
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Ganz lustig was sie so über Kurz schreiben

Wenige Straßen weiter soll ein Sebastian-Kurz-Pappaufsteller mit Segelohren zum Einsatz kommen, um schnell die "Kurz-Distanz" abmessen zu können.
"Diese Bundesregierung ist eine Zumutung", sagte der Direktor des Theaters in der Josefstadt Wien, Herbert Föttinger. Er verlangte von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ein Bekenntnis zur Kulturnation.
Die Freude, ach was, das Frohlocken war groß, als Österreichs Regierungschef Sebastian Kurz nun das Kleinwalsertal in Vorarlberg besuchte. Die Menschen schwenkten rot-weiß-rote Fähnchen, es war ein großes Geklatsche und Gedränge ob dieser Kanzlererscheinung, und von den wenigen, die Masken trugen, ließen die meisten sie sogleich fallen. Sebastian Kurz lächelte und staunte, und schließlich sprach er: "Ihr seids ein bisserl eng beinand."
Gleich mehrmals sprach der Kanzler, den man in Wien nur noch hinter Plexiglas sieht, den fehlenden Abstand an. "Wir haben alle Zeit der Welt", warb er, nachdem er sich den Weg durchs Empfangskomitee hatte bahnen müssen. "Bitte auseinandergehen", forderte er, "ich bitte euch alle, a bissl an Abstand zu halten, so gut als möglich." Die Reaktion darauf: ein paar laut vernehmbare Lacher.

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X22
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Irgendwann in dieser Woche habe ich mich gefragt: Wo ist eigentlich der Kanzler? Als sich das Coronavirus in Österreich ausgebreitet hat, ist auch Sebastian Kurz sofort ubiquitär gewesen - mit ständigen Pressekonferenzen im Kanzleramt und Auftritten in den Fernsehstudios. Täglich und oft genug mehrmals täglich ist der Regierungschef zu sehen gewesen. Und dann plötzlich diese Funkstille. In Nordkorea würde das sogleich Spekulationen auslösen, aber zum Glück ist ja Wien nicht Pjöngjang und der junge Kanzler von ganz anderer Statur als der kugelrunde Kim. Vielleicht, so habe ich mir gedacht, ist Kurz ja auch einfach mal zwischendurch zum Shoppen gegangen oder zum Friseur, das geht ja jetzt alles wieder.

Doch natürlich kann auch Kurz nicht jeden Tag zum Friseur gehen, und wenn doch, dann bestimmt nicht den ganzen Tag. In der Logik seiner Politikinszenierung ist also eher zu vermuten, dass auch das plötzliche Verschwinden von der Bildfläche ein Zeichen, wahrscheinlich sogar ein Signal ist - dafür, dass sich die Lage entspannt hat im Land. Da ist es nicht mehr jeden Tag vonnöten, dass der Kanzler höchstselbst den Bürgern sagt, dass sie sich die Hände waschen und voneinander Abstand halten müssen in der Maßeinheit eines Babyelefanten.

Auch für regierungsamtliche Angstverbreitung nach dem Motto "Bald wird jeder von uns jemanden kennen, der an Corona verstorben ist", besteht derzeit bei sinkenden Infektionszahlen zum Glück kein Anlass mehr. Zur "neuen Normalität", die Kanzler Kurz so gern propagiert, gehört es dann eben auch, dass er zwischendurch mal wieder mehr im Hintergrund agiert und regiert.

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