Sondergipfel am DienstagFeuergefecht am Eingang zum Flughafen Kabul, ein Toter

Die deutsche Bundeswehr meldet Montag früh Feuergefecht am Eingang zum Flughafen Kabul. Zuvor hatte US-Präsident Biden verkündet, dass die USA die Sicherheitszone um den Flughafen von Kabul vergrößert hätten.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© APA/AFP/US Air Force
 

Am Flughafen von Kabul hat es laut Angaben der deutschen Bundeswehr Montag früh ein Feuergefecht zwischen afghanischen Sicherheitskräften und unbekannten Angreifern gegeben. Dabei sei eine afghanische Sicherheitskraft getötet und drei weitere verletzt worden, meldete die Bundeswehr im Onlinedienst Twitter. Im weiteren Verlauf des Gefechts seien auch US- und deutsche Soldaten beteiligt gewesen. Alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr seien unverletzt.

Der Kabuler Flughafen wird seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban vor einer Woche von ausländischen Soldaten gesichert. Vor den Toren des Flughafens drängen sich seit Tagen tausende verzweifelte Menschen, die auf einen Platz in einem Evakuierungsflieger hoffen. Am Samstag wurden die Tore deshalb zeitweise ganz geschlossen. Daraufhin kam es zu Panik und Gedränge, mehrere Menschen kamen dabei ums Leben. Auch die Evakuierungsflüge gerieten zeitweise ins Stocken.

Sicherheitszone vergrößert

Zuvor hatten die USA nach Angaben von Präsident Joe Biden die Sicherheitszone um den Flughafen von Kabul vergrößert. Die Taliban hätten sich dabei kooperativ gezeigt, so Biden am Sonntag. Die US-Regierung sei außerdem im Gespräch mit dem Militär über eine mögliche Verlängerung der Evakuierungsmission aus Afghanistan über das Monatsende hinaus. Wie zuvor sein Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan warnte auch Biden vor der Gefahr von Terroranschlägen am Flughafen in Kabul.

"Es gibt Diskussionen zwischen uns und dem Militär über eine Verlängerung", sagte Biden im Weißen Haus. "Wir hoffen, dass wir nicht verlängern müssen." Der Präsident sagte auf eine entsprechende Frage, sollten andere G7-Staaten um eine längere Präsenz der US-Truppen am Kabuler Flughafen bitten, werde er antworten, "dass wir sehen werden, was wir tun können". Die Staats- und Regierungschefs sieben wichtiger Industriestaaten kommen am Dienstag zu einem Online-Sondergipfel zu Afghanistan zusammen.

Terrorgefahr am Flughafen

Biden warnte auch vor der Terrorgefahr am Flughafen. "Wir wissen, dass Terroristen versuchen könnten, die Situation auszunutzen und unschuldige Afghanen oder amerikanische Truppen anzugreifen", sagte er. Als "wahrscheinliche Quelle" eines solchen Angriffs nannte er den regionalen Ableger des IS. Mit jedem Tag der Präsenz seien die US-Truppen und unschuldige Zivilisten am Flughafen dem Risiko eines Anschlags der Terrormiliz ausgesetzt. Die Taliban, die in Afghanistan wieder die Macht übernommen haben, und der IS sind verfeindet.

28.000 Menschen ausgeflogen

Biden sagte, seit dem Beginn der US-Evakuierungsmission am 14. August hätten US-Streitkräfte und ihre Koalitionspartner fast 28 000 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Innerhalb von 36 Stunden seien zuletzt rund 11 000 Menschen über die Luftbrücke in Sicherheit gebracht worden. Der Präsident warnte aber: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, und es kann noch viel schiefgehen." Die Szenen am Flughafen nannte Biden "herzzerreißend". Er betonte zugleich, die Evakuierung von Tausenden Menschen aus Kabul wäre immer "hart und schmerzvoll" verlaufen, unabhängig vom Zeitpunkt ihres Beginnes. Bidens Regierung wird vorgeworfen, zu spät damit begonnen zu haben.

Wir haben noch einen langen Weg vor uns, und es kann noch viel schiefgehen.

US-Präsident Joe Biden

Der Kabuler Flughafen wird seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban vor einer Woche von ausländischen Soldaten gesichert. Tausende verzweifelte Menschen drängen sich vor den Zugangstoren, am Samstag wurden die Tore deshalb zeitweise ganz geschlossen. Daraufhin kam es zu Panik und Gedränge, mehrere Menschen kamen darin ums Leben. Auch die Evakuierungsflüge gerieten ins Stocken.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!