AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Fälle in ÖsterreichKunden weggeschickt: Einige Banken wollen keine Sparbücher mehr

Kunden mit Wunsch nach Sparbucheröffnung vereinzelt schon weggeschickt. "Es ist schon im Augenblick des Abschlusses defizitär", sagt ein Banker zur APA.

Das klassische Sparbuch
Das klassische Sparbuch © (c) APA/dpa/Daniel Karmann (Daniel Karmann)
 

Das klassische Sparbuch ist einigen Banken im Land praktisch nur mehr ein Kostenfaktor. Zu verdienen ist damit schon lang nichts mehr. "Es ist schon im Augenblick des Abschlusses defizitär", sagt ein Banker zur APA, und das bleibe es dann auf zwanzig oder dreißig Jahre. Dem Vernehmen nach wurden Kunden, die sich nicht von Alternativen überzeugen ließen, von der Bank schon zur Konkurrenz geschickt.

Mehrere Fälle wurden der APA berichtet. Es sei das Recht einer Bank, es gebe keinen Kontrahierungszwang, heißt es dazu. Zwar wird in anderen Häusern versichert, dass ein herkömmliches Sparbuch bekomme, wer dies wolle. Als sehr zeitgemäß gilt es der Mehrzahl nicht. Klar bevorzugt wird der Verkauf von Sparkarten.

Täglich verfügbar bringt man es bei klassischen Filialbanken zur Zeit mit Spareinlagen oft nur auf 0,01 oder 0,02 Prozent nominellen Zins pro Jahr für täglich fälliges Geld, kurzfristige Sparprodukte mit etwas mehr Zins sind in der Regel Online-Sparprodukte.

In einer großen Wiener Bank beginnt es am Schalter für klassische Sparbücher ab zwei Jahren. Andere bieten feste Sparbücher für ein oder zwei Jahre. Wieder eine andere Bank will, dass bei ihren Sparbüchern mit mehrjährigen Mindestlaufzeiten nur über Dauerauftrag angespart wird. Andere erklären, dass es beim klassischen kostenlosen "Papier"-Sparbuch bleibt, ohne Mindestlaufzeit, ohne Mindesteinlage.

"Das Handling mit Sparbüchern wollen wir nicht mehr"

Onlinebanken - die keine kostenintensiven Filialnetze haben - oder einige wenige Internetangebote von Banken mit Filialen haben in Österreich auch jetzt auf Tagesgeld noch Zinsen an der ersten Kommastelle, bis zu 0,4 oder 0,5 Prozent variabel.

Österreicher sind Bargeld-Fans, das besagen alle Umfragen. Aber nur mehr eine absolute Minderheit nutzt die Bankschalter für Bareinzahlungen oder Abhebungen. Vor allem sind das ältere Bankkunden. Die meisten Geldinstitute haben in den vergangenen Jahren auch ihr Filialnetz gestutzt oder sie bauen ihre Standorte gerade um - mit Schwerpunkt auf höherwertige Anlageberatung oder Selbstbedienung. "Das Handling mit Sparbüchern wollen wir nicht mehr", heißt es von einer Bank, die aber namentlich nicht genannt werden will. "Es ist einfach praktischer und moderner mit Sparkarten, die auch fürs Onlinebanking genutzt werden können", verlautet aus einem anderen Haus.

Teuer und zeitaufwendig

Bargeld-Abwicklungen sind für Banken teuer und zeitaufwendig. Es braucht Personal, und das ist in den Filialen immer knapper. In den Geschäftsräumen der Bank sind für Sparbücher eigene Drucker vorzuhalten, wird ein Sparbuch verloren oder verlegt, ist der Umgang damit weitaus umständlicher als bei Verlust einer Spar-Karte. Über Sparbucheinlagen darf mit Ausnahme der gesetzlichen Sonderbestimmungen, beispielsweise Mündelsparbuch, auch durch Überweisung nicht verfügt werden. Eine Überweisung auf eine Spareinlage ist dagegen zulässig.

Kunden, die noch (vergleichsweise) höherverzinste lang laufende Sparbücher haben, wird im herrschenden Niedrigzinsumfeld schon seit längerem in Einzelgesprächen der Umstieg auf höherrentierliche Alternativen schmackhaft gemacht. Wer in einer Bankfiliale nach einem herkömmlichen Sparbuch fragt, wird üblicherweise sofort gefragt, ob es "wirklich ein Sparbuch sein soll, und warum?" und ob es nicht besser eine Sparkarte mit ihren Zusatzfunktionen und Kontobindung sein soll, die mit diversen Spesen belegt sind.

"Anlageform der kleinen Leute"

Bevor Österreich im Jahr 2000 auf Druck der OECD-Antigeldwäscheeinheit die Sparbuchanonymität abgeschafft hat, war das Sparbuch von österreichischen Banken und Politikern als "Anlageform der kleinen Leute" verteidigt worden. Es gibt weiter zwei Arten: Das Losungswortsparbuch kann nur für Beträge unter 15.000 Euro eröffnet werden und es muss auf einen Begriff (nicht aber auf einen Namen) oder auf eine Nummer lauten. Jeder der das Sparbuch vorlegt, das Losungswort nennt und sich durch einen amtlichen Ausweis identifiziert, kann damit am Bankschalter Geld abheben. Von einem Namenssparbuch wiederum kann nur der legitimierte Sparbuchinhaber gegen Unterschrift Geld abheben.

Im Fall einer Bankpleite sind Spareinlagen mit 100.000 Euro pro Kunde und Bank abgesichert. Das betrifft Einlagen auf Sparbüchern (auch Prämien- und Kapitalsparbücher), Guthaben auf Konten (Girokonten, Festgeldkonten), Sparcards, Online-Sparkonten und Bausparverträge. Wertpapierkonten sind von dieser gesetzlichen Einlagensicherung nicht erfasst.

Kommentare (12)

Kommentieren
pescador
1
1
Lesenswert?

.

Wer heute noch immer Geld in das Sparbuch legt (außer eine begrenzte Liquiditätsreserve) dem ist ja wirklich nicht mehr zu helfen. Es gibt genügend interessante Alternativen. Man muss sich halt interessieren und informieren.

Antworten
ichbindermeinung
2
4
Lesenswert?

dann wird es Zeit für eine neue unmoderne Pensionistenbank

dann wird es Zeit, dass eine neue unmoderne Bank (.... "Es ist einfach praktischer und moderner mit Sparkarten.....), die speziell würdevoll für die Pensionisten da ist, gegründet wird. Eine Bank wo jeder ohne bla bla u. ohne wenn und aber ein Sparbuch kriegt und dort wo die Pensionisten auch ohne bla bla würdevoll Kredite bekommen. Die älteren Bürger könnten dann würdevoll ihr Vermögen von den modernen Banken abziehen und in die unmoderne Bank einbringen....

Antworten
selbstdenker70
6
6
Lesenswert?

...

Wenn die Blase platzt( achso, lt. Experten gibt es ja keine..niemals), werden sie um unser Geld, in Form von Haftungen mit Steuergelder, betteln....

Antworten
Carlo62
1
4
Lesenswert?

Wenn die Blase platzt...

...steht die Geburt unmittelbar bevor! Wenn, dann steht uns eine gröbere Inflation bevor. Die EZB druckt Geld wie verrückt, deshalb ist viel zu viel davon vorhanden!

Antworten
melahide
2
13
Lesenswert?

Jetzt

haben wir seit Jahren Niedrigzinsen. Damit die Menschen ihr Geld ausgeben um den Konsum zu befeuern oder auf Aktienprodukte umsteigen. Trotzdem ist eine Rezession im Anflug

Antworten
pinsel1954
5
6
Lesenswert?

Bares ist Wahres......

Ich vertraue mein Geld schon lange keiner Bank an.
Eine Konto muss ich haben ...leider.....
aber sonst Bares ist Wahres........auch wenn man kein Geld mehr abheben kann, wie es in Griechenland schon einmal war, dann hab ich wenigstens noch immer die Papierzetteln, auch Geld genannt.....

Antworten
aToluna
7
7
Lesenswert?

Bares ist Wahres......

Zum heizen gehen Ihre Papierzetteln ja noch immer, denn, Wert haben sie keinen. Ich werde mit meiner Kreditkarte hingegen noch immer zahlen können. Reisen Sie einmal durch die USA und versuchen bei einer Tankstelle mit barem zu bezahlen. Es wird keiner Ihr "bares" nehmen.

Antworten
tenke
1
12
Lesenswert?

EZB-Leitzinssätze, BASEL Eigenkapitalvorschriften, ESA Einlagensicherungssstem ...

Diese Argumente kann man kaum abstreiten. Die Frage ist nur, ob man Banken immer den schwarzen Peter zuschieben kann.
Durch diverse gesetzliche Bestimmungen und europäische Vorgaben bleibt schlichtweg nichts anderes übrig, als mikrige Zinsen zu bezahlen, Kundengelder dankend abzulehnen, Sparbücher zu legitimieren, Gebühren zu verrechnen.... etc.

Antworten
ChihuahuaWelpe56
5
18
Lesenswert?

Dh ich heb mein Geld ab, sofern ich welches haette

und kaufte mir wie die FPÖ ein paar Goldbarren!

Antworten
ChihuahuaWelpe56
16
18
Lesenswert?

Komisch ist allerdings, dass wir derzeit in einer Deflation sein muessten

Aber die preise steigen trotzdem! Also verdient jemand ungeheuerlich viel! Oder im klartext: es MUSS eine Reichensteuer bzw ein Ausgleich geben, wo die Reichen ihr Geld parken! Und wenn sie es in Mietshaeuser parken und die Mietpreise ueberdurchschnittlich hoch sind, dann muessen wir wirklich ueber Enteignungen uns Gedanken machen!

Antworten
Carlo62
1
2
Lesenswert?

@kleines Hündchen (Welpe)

Von Rechtsstaatlichkeit hältst Du nicht sehr viel, oder? Willst gleich alles enteignen?

Antworten
CIAO
4
21
Lesenswert?

wie immer halt

es kommen mir die Tränen.... aber Werbung machen für den Weltspartag.....

Antworten